Japanischer Whisky

Fuji Single Blended Whisky

3,9/5 Redaktionsbewertung
43 % vol.MittelklasseÜberwiegend amerikanische Eiche (Ex-Bourbon); Angaben des Herstellers zum Standard-Blend nicht detailliertGotemba, Shizuoka, Japan
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Fuji Single Blended Whisky – ein Blend ohne fremde Zutaten

Der Fuji Single Blended kommt von Kirin, dem Brauerei- und Getränkekonzern, der in Gotemba am Fuße des Fuji eine der ungewöhnlichsten Whisky-Brennereien Japans betreibt. Das Besondere an der Flasche steckt im Namen: Alle Bestandteile stammen aus ein und derselben Brennerei, dennoch handelt es sich um einen Blend aus Malt und Grain. Kirin selbst spricht von einem seltenen, neuen Produktstil. Abgefüllt wird mit 43 % vol., ohne Altersangabe.

Geschichte: Ein Joint Venture am Fuji

Die Brennerei in Gotemba wurde 1973 eröffnet (einzelne Quellen nennen 1972) und gehörte zunächst zu Kirin-Seagram, einer Kooperation von Kirin Brewery, Seagram und Chivas Brothers. Nach der Auflösung von Seagram übernahm Kirin den Betrieb allein; er trug zeitweise den Namen Fuji Gotemba und heißt seit 2020, mit dem Start der Marke Fuji, Mt. Fuji Distillery. Sie liegt auf rund 620 Metern Höhe in der Präfektur Shizuoka; die Jahresmitteltemperatur beträgt nach Angaben der Brennerei etwa 13 Grad Celsius, das Wasser stammt aus unterirdischen Strömen unter dem Berg. Der Großteil der Produktion floss lange in Blends; als eigenständige Marke Fuji tritt die Brennerei erst seit 2020 auf. Der Single Blended kam im Juni 2022 in Japan auf den Markt. Für Europa übernahm Pernod Ricard ab Juli 2023 den Vertrieb in 13 Märkten, ob Deutschland zu den Kernmärkten zählt, geht aus den veröffentlichten Meldungen nicht hervor – ein Blick in den Fachhandel ist daher ratsam.

Der Fuji Single Blended im Speziellen

Die Marke umfasst drei Abfüllungen: Single Grain, Single Malt und Single Blended; die ersten beiden mit 46 % vol., der Blend mit 43 % vol. Im Sortiment ist er die vielseitigste, auch die zugänglichste Flasche. Verantwortlich ist Chef-Blender Jota Tanaka, der laut Quellen seit 2017 im Amt ist. Beim International Spirits Challenge 2023 erhielten alle drei Fuji-Abfüllungen Gold in der Kategorie Japanischer Whisky. Über die verwendeten Fässer macht Kirin zum Standard-Blend keine detaillierten Angaben; Berichte zur Brennerei nennen überwiegend 180-Liter-Ex-Bourbonfässer, und ein Tester spricht von amerikanischer Eiche. Sondereditionen wie die „Masterpiece“-Version von 2022 enthalten dagegen laut einer Quelle auch Rotwein- und Bierfässer.

Herstellung: Drei Grain-Stile aus einer Brennerei

Der Grund für die Bezeichnung „Single Blended“ liegt in der Anlage. Üblicherweise brennt eine Malt-Brennerei nur Malt, und Grain kommt aus einer Großbrennerei, oft eines anderen Hauses. In Gotemba dagegen laufen alle Schritte von der Maische bis zur Abfüllung, für Malt wie für Grain, auf dem Gelände. Für den Malt gibt es Pot Stills, für den Grain gleich drei Verfahren: Kolonnenanlagen, die einen leichten, an Scotch erinnernden Grain liefern, Kettle- und Kolonnenkombinationen für einen mittleren, kanadisch geprägten Stil sowie Doubler für einen schweren, Bourbon-artigen Grain. Genau diese Palette fließt in den Single Blended ein. Als „erster Single Blended Japans“ wird er in Berichten bezeichnet; dass die Kategorie in Japan so überhaupt möglich ist, hängt Berichten zufolge mit den eher lockeren japanischen Etikettenregeln zusammen. Das Ergebnis soll nach dem Hersteller Harmonie vieler Aromen bieten.

Verkostungsnotiz

  • Farbe: Goldbraun bis Bernstein.
  • Nase: Süßlich-getreidig mit Vanille, Honig und etwas Karamell; darunter Pfirsich, Aprikose und Quitte, laut Hersteller auch Orangenlikör und Haferkekse.
  • Gaumen: Weich und eher schlank, mit Birne, Pfirsich und Honigsüße; Kirin nennt zusätzlich Apfel, weiße Trauben und blumigen Honig.
  • Abgang: Mittellang, von Vanillesüße zu einer leichten, holzig-bitteren Note.

Genuss-Empfehlung

Der Hersteller empfiehlt, den Whisky aus einem Weißweinglas mit einigen Tropfen Wasser zu trinken, damit sich die Schichten öffnen. Wer es leichter mag, serviert ihn als Mizuwari, etwa zwei Teile Wasser zu einem Teil Whisky über Eis, oder als Highball mit hochwertigem Soda. Ein Glas mit weiter Öffnung und etwas Luft tut ihm gut, weil sich die zarte Frucht erst nach einigen Minuten entfaltet. Besonders gut passt die fruchtige Süße zu hellem Geflügel, Tempura mit Zitrone, mildem Weichkäse oder einem Obstdessert mit Pfirsich.

Einordnung & Alternativen

Mehr zur Frage, was einen Blend vom Single Malt unterscheidet, steht im Artikel Single Malt vs. Blended Whisky.

Fazit

Der Fuji Single Blended überzeugt als weicher, fruchtiger Blend mit einem klaren Konzept: ein Haus, ein Wasser, ein Team. Ein Tester bemängelt die dünne Textur, und echte Wucht sollte man bei 43 % vol. nicht erwarten. Das Rating von 3.9 würdigt die saubere Machart und die Besonderheit der Einordnung, doch am Ende entscheidet das Interesse am Konzept, denn geschmacklich bleibt er ein feiner, aber kein spektakulärer Blend. Ideal für Neugierige, die japanische Blends jenseits von Suntory und Nikka erkunden wollen.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße3/5
Rauch/Torf1/5
Fruchtigkeit4/5
Würze/Eiche2/5

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