Japanischer Whisky

Hatozaki Pure Malt Whisky

3,5/5 Redaktionsbewertung
46 % vol.MittelklasseEx-Bourbon-, Ex-Sherry- und Mizunara-Fässer, Malts laut Hersteller 5 bis 6 Jahre altAkashi, Präfektur Hyōgo, Japan
Japanischer WhiskyBlended MaltWhisky
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Hatozaki Pure Malt Whisky – Blended Malt vom Akashi-Kaikyō

Der Hatozaki Pure Malt Whisky gehört zu den jüngeren Namen unter den japanischen Whiskys und stammt aus Akashi in der Präfektur Hyōgo. Er ist ein reiner Malt-Blend, also eine Mischung mehrerer Single Malts ohne Grain-Anteil, abgefüllt mit 46 % Vol. Die Flasche ist schlicht gehalten, der Inhalt eher zurückhaltend als spektakulär.

Der Whisky richtet sich an Einsteiger in die japanische Whiskywelt, die eine malzig-feine Linie mit leichtem Rauchhauch suchen. Wie viel davon tatsächlich japanischen Ursprungs ist, bleibt allerdings eine Frage, die man bei dieser Abfüllung bewusst mitdenken sollte.

Geschichte: Eine Sake-Brauerei als Whisky-Haus

Hinter Hatozaki steht die Kaikyō Distillery, die auf dem Gelände der Akashi Sake Brewery arbeitet. Die Brauerei wird von der Familie Yonezawa geführt, die nach Herstellerangaben seit 1856 in Akashi ansässig ist und seit 1917 Spirituosen brennt. Der Name Kaikyō verweist auf die benachbarte Akashi-Kaikyō-Brücke, Hatozaki auf einen Leuchtturm in der Gegend. Der Markenname wurde nach Branchenberichten bewusst gewählt, um Verwechslungen mit dem Akashi-Whisky der nahen Brennerei Eigashima zu vermeiden, bekannt als Akashi White Oak.

Die Whiskyproduktion bei Kaikyō begann nach den üblichen Berichten erst 2016 beziehungsweise 2017, als die Lizenz erteilt wurde. Als Eigentümer wird in Fachbeiträgen der schottische Blender und Abfüller Mossburn Distillers & Blenders genannt, der die Anlage um zwei Pot Stills aus Schottland erweitert haben soll. Diese Angaben stammen aus Branchenquellen und sind nicht alle offiziell bestätigt. Da eigener Whisky aus Kaikyō noch jung ist, setzt die Marke zunächst auf Zukäufe und Blending.

Der Hatozaki Pure Malt im Speziellen

Die Bezeichnung „Pure Malt“ steht hier für einen Blend ausschließlich aus Malt-Whiskys. Laut Hersteller sind die verwendeten Single Malts fünf bis sechs Jahre alt. Reifung und Vermählung erfolgen in Ex-Bourbon-Fässern, Ex-Sherry-Fässern und Fässern aus japanischer Mizunara-Eiche. Der Whisky wird mit natürlicher Farbe und ohne Kühlfiltrierung abgefüllt, die Chargen umfassen nach Herstellerangaben weniger als 20 Fässer.

Wichtig für die Einordnung: Eine genaue Herkunftsangabe der Malts nennt die Marke nicht. Fachautoren gehen davon aus, dass japanische, schottische und nordamerikanische Whiskys beteiligt sind. Nach den neuen Branchenregeln für „Japanese Whisky“ wäre eine solche Mischung deshalb nicht ohne Weiteres als solcher zu bezeichnen. Wir nennen ihn hier deshalb nach seinem Abfüllort: einen Blended Malt aus Akashi.

Herstellung: Doppelt vermählt

Das Blending läuft in zwei Stufen. Zunächst entstehen Grundmischungen aus ausgewählten Whiskys, die im Fass ruhen. Anschließend werden Teile davon mit weiteren Whiskys vermählt. Dieses Verfahren soll die Aromen harmonisieren. Die Vermählung findet direkt in der Brennerei statt.

Dass japanische Mizunara-Eiche beteiligt ist, nennen die Produktbeschreibungen gern. Im Glas bleibt sie jedoch ein zarter Hintergrund, nicht die dominierende Note. Das passt zum Gesamtbild: Der Whisky ist ein Blend mit Zurückhaltung, kein expressiver Fassbomber.

Verkostungsnotiz

  • Farbe: Helles bis mittleres Gold, ohne Farbstoffzusatz.
  • Nase: Malz, Gras und frisches Getreide, dazu Birne, Quitte, Vanille und ein wenig Pfeffer. Leichter Rauch klingt mit, und etwas Zeit im Glas hilft der Nase.
  • Gaumen: Schlank, mit Malzsüße im Hintergrund, Nuss, Zitrus, Honig und etwas getrockneter Frucht. Ein Hauch Rauch begleitet die Mitte.
  • Abgang: Weich, ölig, mit mildem Rauch, Honig und frischem Holz sowie einer angenehmen Fassgewürznote.

Der Gesamteindruck ist der eines jungen, sauberen Malt-Blends. Die Aromen sind ehrlich, aber nicht besonders tief, und manche Verkoster vermissen am Gaumen etwas Fülle. Dafür ist die Abfüllung frei von Unruhe und gut als Alltags-Malt geeignet.

Genuss-Empfehlung

Pur im Nosing-Glas oder kleinen Tumbler wirkt der Hatozaki am besten, ein paar Tropfen Wasser lösen die Honigseite. Wegen der Schlankheit eignet er sich auch als Highball mit Sodawasser und Zitronenzeste, hier kommen Getreide und feiner Rauch erfrischend zur Geltung. Zum Essen passen Sushi, gegrillter Fisch, milder Käse und helle Nüsse. Wer Whisky-Neuling ist, kann den Hatozaki zunächst mit Wasser im Verhältnis eins zu eins verdünnen und so herausfinden, welche Stärke ihm am besten liegt. Dank der 46 % Vol. verträgt er einen kleinen Schuss Wasser gut, ohne dünn zu wirken. Für Gäste, die sonst Blends aus Schottland trinken, ist er ein unkomplizierter Wechsel in Richtung Asien.

Einordnung & Alternativen

  • Akashi White Oak Single Malt: Die Nachbarbrennerei in Akashi, hier mit eigener Destillation und einem etwas anderen Profil.
  • Mars Iwai Tradition: Ein weiterer japanischer Blend, der sich als Vergleich für Einsteiger anbietet.
  • Nikka Days: Ein weicher japanischer Blend als Vergleich für alle, die Alltagstauglichkeit suchen.

Fazit

Der Hatozaki Pure Malt ist ein solider, unaufdringlicher Blended Malt mit natürlicher Farbe und ohne Kühlfiltrierung. Er eignet sich für Einsteiger und für Highballs, überzeugt aber nicht mit besonderer Tiefe, und die unklare Herkunft der Malts schmälert die Faszination. Für die saubere Machart vergeben wir 3,5 Punkte.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße3/5
Rauch/Torf2/5
Fruchtigkeit3/5
Würze/Eiche3/5

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