Japanischer Whisky

Nikka Days Blended Whisky

3,8/5 Redaktionsbewertung
40 % vol.EinstiegsklasseJapan
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Nikka Days Blended Whisky – der leichte Alltagsblend von Nikka

Der Nikka Days ist die zugänglichste Flasche im Sortiment des Hauses. Nikka entwickelte ihn nach eigenen Worten als „Whisky für jeden Tag“, also für Abende ohne besonderen Anlass, und nicht als Sammlerstück. Der Blend verbindet Grain-Whisky mit leicht getorften und ungetorften Malts aus den beiden Brennereien Yoichi und Miyagikyo und kommt mit 40 % vol. in die Flasche. Das Ergebnis ist ein weicher, fruchtiger Whisky mit cremiger Textur und nur einem Anflug von Rauch.

Geschichte: Ein Blend für den breiten Markt

Wie Masataka Taketsuru sein Handwerk in Schottland lernte und 1934 in Yoichi seine Brennerei gründete, steht im Artikel zum Nikka From The Barrel. Hier genügt der Blick auf den Blend-Gedanken: Nikka verfügt mit Yoichi und Miyagikyo über zwei Brennereien mit sehr gegensätzlichen Destillaten und mit dem Coffey-Grain über einen eigenen Grain-Whisky, der als Grundlage für Blends dient. Der Days wurde nach Branchenmeldungen Ende November 2018 für Deutschland angekündigt und kam dort über den Importeur BORCO in den Handel; in den USA folgte er erst im Sommer 2020. Seitdem ist er in Deutschland im normalen Spirituosenhandel und im Onlinehandel zu finden.

Der Nikka Days im Speziellen

Der Whisky trägt keine Altersangabe. Nach Angaben des Importeurs kommen für den Blend über hundert verschiedene Qualitäten zusammen, vor allem Coffey-Grain und Malt aus Miyagikyo, ergänzt durch Yoichi-Malt und laut US-Pressemitteilung auch durch Coffey-Malt. Die Flasche fällt durch ihre runde Form und ein farbiges Etikett auf, das den Geschmack andeuten soll. Eine Besonderheit am Rande: Auf der Nikka-Website steht der Hinweis, dass der Days nicht alle Kriterien erfüllt, die der japanische Branchenverband für die Bezeichnung „Japanese Whisky“ aufgestellt hat. Warum, erläutert Nikka dort nicht. Für den Geschmack ist das zweitrangig, bei der Einordnung sollte man es aber wissen.

Herstellung: Blending als Handwerk

Bei einem Blend dieser Art liegt die Kunst nicht in einer einzelnen Fassreife, sondern in der Abstimmung. Der Grain-Anteil sorgt für die Weichheit und die cremige Textur, der ungetorfte Miyagikyo-Malt steuert florale und fruchtige Töne bei, und der Yoichi-Malt bringt das bisschen Rauch und Würze hinein, das den Whisky vor Beliebigkeit bewahrt. Bei 40 % vol. ist alles auf Balance ausgelegt und nicht auf Wucht. Gerade bei einem so leichten Blend fällt jede Ungenauigkeit auf, weil sich nichts hinter Fassstärke oder starker Eichenwürze verstecken lässt; die Komposition muss allein über die Harmonie der Komponenten tragen. Die Coffey-Grain-Anteile aus Miyagikyo, die auch als Einzelabfüllung erhältlich sind, geben dem Blend dabei Süße und Weichheit. Das ist der entscheidende Unterschied zum Fassstärke-Blend From The Barrel, der mit 51,4 % vol. deutlich dichter und kräftiger auftritt. Wer mehr zur Rollenverteilung von Malt und Grain wissen möchte, findet sie im Grundlagenartikel Single Malt vs. Blended Whisky.

Verkostungsnotiz

  • Farbe: Helles Gold.
  • Nase: Frisch und fruchtig mit Apfel, Birne und Zitrus, dazu Vanille, weiße Blüten und eine zarte, rauchige Andeutung. Je nach Verkoster treten auch Melone oder Orangenblüte hervor.
  • Gaumen: Weich und cremig, mit Apfel, Vanille und Toffee, etwas Malz, gerösteten Nüssen und einem Hauch weißem Pfeffer. Der Körper ist leicht bis mittel.
  • Abgang: Kurz bis mittellang, mit Zitronenschale, Gerstenzucker, Vanille und einem dezenten Rest Torf.

Genuss-Empfehlung

Pur lässt sich der Days in einem kleinen Nosing-Glas gut kennenlernen, am besten bei Zimmertemperatur. Seine eigentliche Stärke zeigt er aber verdünnt: Als Highball mit viel Eis und kaltem Soda im Verhältnis eins zu drei bleiben Apfel und Vanille erkennbar, und der Rauch rundet das Getränk, ohne es zu dominieren. Ähnlich gut funktioniert ein Mizuwari mit kaltem stillem Wasser. Wer den Rauch stärker betonen will, nimmt etwas weniger Soda; wer es leichter mag, gibt eine Zitronenzeste dazu. Zu Tisch passen Sushi, Tempura, gegrillter Fisch oder ein milder Hartkäse; für Einsteiger ist er ein ruhiger Einstieg, wie ihn auch der Ratgeber Whisky für Einsteiger beschreibt.

Einordnung & Alternativen

  • Nikka From The Barrel – derselbe Hersteller und ähnliche Zutaten, aber doppelt vermählt und bei Fassstärke abgefüllt: dichter, würziger, rauchiger und stärker im Alkohol.
  • Suntory Toki Japanischer Blended Whisky – der direkte Mitbewerber im Alltagsregal, kräuterig-frisch, mit 43 % vol. etwas kräftiger im Alkohol und ausdrücklich für den Highball konzipiert, dafür weniger cremig.
  • Nikka Miyagikyo Single Malt – wer den fruchtig-weichen Malt-Anteil des Blends pur erleben möchte, bekommt hier mehr Tiefe und höhere Stärke.

Fazit

Der Nikka Days ist ein sauber gemachter, leicht zugänglicher Blend, der bei 40 % vol. weder Ecken noch Kanten zeigt. Er eignet sich für Einsteiger, für Highballs und für alle, die einen unkomplizierten Japaner im Regal haben wollen, ohne viel zu investieren. Wer Tiefe, Textur und Charakter sucht, greift eher zum From The Barrel. Das Rating von 3,8 steht für einen ehrlich guten Alltagswhisky ohne große Überraschungen.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße3/5
Rauch/Torf2/5
Fruchtigkeit3/5
Würze/Eiche2/5

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