Laphroaig Triple Wood – Drei Fasstypen für Islays Rauch
Der Laphroaig Triple Wood ist ein Islay-Single-Malt ohne Altersangabe, der in drei Schritten reift: zuerst in Ex-Bourbon-Fässern, dann in den kleinen Quarter Casks und zum Schluss in großen europäischen Eichenfässern, die zuvor Oloroso-Sherry enthielten. Abgefüllt wird er nicht kühlfiltriert mit 48 % vol. Er verbindet den bekannten Torf- und Jodcharakter der Brennerei mit einer deutlich süßeren, runderen Basis als die Standardabfüllungen.
Geschichte: Johnston, Hunter und Williamson
Laphroaig wurde 1815 von den Brüdern Donald und Alexander Johnston an der Südküste Islays gegründet, im Besitz der Familie blieb die Brennerei bis ins 20. Jahrhundert. Der letzte Johnston an der Spitze, Ian Hunter, starb 1954 kinderlos und vermachte den Betrieb seiner Sekretärin und faktischen Managerin Bessie Williamson – eine der wenigen Frauen, die damals eine schottische Brennerei leiteten. In den folgenden Jahrzehnten wechselte der Besitzer mehrfach: Seager Evans (später Long John International), Whitbread, Allied, ab 2005 Fortune Brands, später Beam, 2014 schließlich Suntory. 1994 erhielt Laphroaig bei einem persönlichen Besuch den Royal Warrant des Prince of Wales und ist nach Angaben der Brennerei der einzige Whisky mit dieser Auszeichnung. Im selben Jahr entstand die Mitgliedschaft „Friends of Laphroaig“: Mitglieder erhielten einen symbolischen Quadratfuß Islay-Land und einen jährlichen Dram. Mehr zur Brennerei steht im Porträt Laphroaig Distillery – Islay.
Der Laphroaig Triple Wood im Speziellen
Der Triple Wood war ursprünglich ein Travel-Retail-Exklusivprodukt in Ein-Liter-Flaschen und kam nach Angaben von Fachmedien rund 2009 in die Duty-Free-Shops. Im September 2011 folgte der Verkauf im britischen Handel. Die Fassfolge ist im Kern der Laphroaig Quarter Cask (2004 eingeführt), der zunächst im Bourbonfass und dann in kleineren Fässern reift – ergänzt um eine abschließende Phase in Oloroso-Sherry. Kleinere Fässer bedeuten mehr Holzkontakt; nach einer Quelle etwa 30 Prozent mehr als beim Standardfass. Der Sherry rundet das ab und mildert die Härte des Rauchs. Er ist nicht kühlfiltriert; zur Färbung haben wir keine eindeutige Angabe gefunden. Preislich liegt er in der Mittelklasse, ähnlich wie der Quarter Cask, aber über dem Standard-Laphroaig 10 Jahre.
Herstellung: Handgestochener Torf und sieben Blasen
Laphroaig sticht nach einem Brennereibesuchsbericht von 2014 als einzige Brennerei Islays ihren Torf selbst – von Hand, aus einem Moor zwischen Port Ellen und dem Flughafen. Ein Teil der Gerste wird noch auf dem eigenen Mälzboden gemälzt; die Angaben schwanken je nach Quelle zwischen rund 10 und 20 Prozent. Das Malz wird 17 Stunden kaltem Torfrauch ausgesetzt und danach getrocknet; als Vorgabe für die Phenolwerte werden je nach Quelle 35 bis 45 ppm genannt. Das Wasser stammt aus dem Loch Kilbride. Im Brennhaus stehen sieben Stills, nach einer Besichtigung drei Wash Stills mit je rund 10.400 Litern und vier Spirit Stills mit je rund 4.700 Litern. Die Lyne Arms steigen nach oben, was Rückfluss begünstigt und den Brand leichter macht. Die Gärung dauert zwischen 52 und 55 Stunden. Die meisten Fässer sind Ex-Bourbon-Fässer aus Kentucky, die in Schottland aufgebaut und vor Ort befüllt werden.
Verkostungsnotiz
- Farbe: Kräftiges Gold.
- Nase: Anfangs süß mit Rosinen, cremigen Aprikosen und einem Hauch trockenem Torf; dazu Vanille, Honig, Karamell und ein Anflug Jod. Weitere Verkoster nennen Kamille, Butter und Kokos. Mit Wasser tritt der Torf stärker hervor und deckt Teile der Frucht ab.
- Gaumen: Zuerst ein Schub Torfrauch, der von Vanille, Frucht und Sherrysüße abgefedert wird; dann geröstete Mandeln, Honig, Lakritz und eine Spur Salz. Er wirkt weicher und cremiger als erwartet.
- Abgang: Lang und füllend mit Torfrauch, Jod, Salz und karamelliger Süße, in einzelnen Beschreibungen mit Kaffee und Schokolade.
Die Urteile fallen unterschiedlich aus: Zwei Rezensenten vergeben 87 und 88 von 100 Punkten; ein dritter (82 Punkte) empfand den Sherry als aufgesetzt, der sich nicht überzeugend mit dem Torf verbinde. Händler-Nutzerbewertungen liegen im Schnitt bei 4,5 von 5.
Genuss-Empfehlung
Pur im Nosing-Glas bei Zimmertemperatur; wegen der 48 % vol. genügen wenige Tropfen stilles Wasser, aber dosiert, denn es betont den Torf auf Kosten der Frucht. Eis passt nicht, es dämpft Süße und Sherrynoten. Kulinarisch eignen sich gegrillte Jakobsmuscheln, Räucherlachs, kräftiger Blauschimmelkäse oder Zartbitterschokolade mit Orangenschale: Das Salz der Speisen greift die Meeresnote auf, die Süße von Frucht und Schokolade den Sherry.
Fazit
Der Laphroaig Triple Wood ist ein gelungener Kompromiss für alle, die Islay-Rauch schätzen, aber mehr Rundung wünschen als beim Zehnjährigen. Wer die direktere, holzbetonte Variante bevorzugt, bleibt beim Laphroaig Quarter Cask; wer ein Sherry-Finish mit festem Alter möchte, schaut zum Laphroaig 10 Jahre Sherry Oak Finish. Wer ihn mit höherer Stärke sucht, findet in der Reihe den Laphroaig 10 Jahre Cask Strength. Der Triple Wood ist zugänglicher als sein Ruf, ein Kandidat für den Einstieg in getorfte Malts mit Tiefe, auch wenn der Sherry nicht jeden restlos überzeugt.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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