Mars Maltage Cosmo – japanisch-schottischer Blended Malt
Der Mars Maltage Cosmo ist ein Blended Malt aus dem Hause Hombo Shuzo, abgefüllt mit 43 % vol. und ohne Altersangabe. Er vereint Malt-Whisky der Mars-Brennerei in den Nagano-Alpen mit Malts aus Schottland. Auf dem Etikett steht deshalb ein sachlicher Herkunftshinweis, kein Versprechen von Reinheit: Der Whisky ist ein Blend aus zwei Ländern, und genau so sollte man ihn betrachten.
Im Glas zeigt er mehr Süße und Karamell, als man bei einem Blend aus Höhenlage und Schottland erwarten würde. Er richtet sich an Neugierige, die den Mars-Stil jenseits der teuren Single-Malt-Editionen kennenlernen wollen.
Geschichte: Vom Shochu-Haus zur Höhenbrennerei
Hombo Shuzo wurde nach Firmenangaben 1872 in Kagoshima gegründet und stellt seit langem Shochu her. Eine Whisky-Lizenz erhielt das Haus 1949. Die Brennerei Mars Shinshu in Miyada in der Präfektur Nagano ging 1985 in Betrieb und lag nach 1992 jahrelang still, weil die Nachfrage nach Whisky eingebrochen war. Erst Anfang der 2010er-Jahre lief die Destillation wieder an. Seit 2024 trägt die Anlage den Namen Mars Komagatake.
Hombo nennt den Cosmo als Teil der Reihe „Maltage“. Die Abfüllung kam nach Herstellerangaben am 1. Juli 2015 auf den Markt, also in der Phase, als die Brennerei nach der langen Pause wieder auf Touren kam. Mehr zur Geschichte des Hauses steht in unserem Porträt der Mars Shinshu Distillery.
Der Mars Maltage Cosmo im Speziellen
Hombo führt den Cosmo als Blended Malt, hergestellt durch Vermählung mehrerer Malt-Whiskys. Als Herkunft nennt die Produktseite des Herstellers „Produced in UK, Japan (Malt whisky)“, also Großbritannien und Japan. Welcher Anteil woher kommt und von welchen schottischen Brennereien der Malt stammt, wird nicht verraten. Auch zur Fassreifung und zum Altersprofil macht der Hersteller keine Angaben. Die Bezeichnung „Blended Whisky“ im Produktnamen der Flasche ist deshalb genauer als Blended Malt zu lesen: Es steckt Malt, aber kein Grain-Whisky im Cosmo.
Daneben gibt es von der Reihe Varianten mit Weinfass- oder Manzanilla-Finish, die eigene Etiketten tragen. Die hier besprochene Standardabfüllung wird ohne Finish-Angabe geführt.
Herstellung: Blending über Ländergrenzen
Das Prinzip ist das eines Vatted Malt: Mehrere Malt-Whiskys werden gemischt, ohne dass Grain dazukommt. Der Mars-Anteil stammt aus der Höhenbrennerei in Miyada, die bei rund 800 Metern liegt und kalte Winter kennt. Die starken Temperaturschwankungen zwischen den Jahreszeiten gelten nach Herstellerangaben als förderlich für die Reifung. Die schottischen Malts werden laut den Beschreibungen mehrerer Fachautoren in Japan mit dem eigenen Destillat vermählt und in Shinshu abgefüllt.
Für die Etikettenfrage ist das entscheidend. Der japanische Branchenstandard für „Japanese Whisky“ verlangt, dass alles in Japan gebrannt und gereift wurde, wie der Artikel zu den Etikettenregeln im Detail erklärt. Der Cosmo dürfte das wegen der britischen Anteile nicht erfüllen und wird von Fachautoren deshalb eher als „World Whisky“ eingeordnet. Hombo deklariert die Herkunft offen.
Verkostungsnotiz
- Farbe: Tiefes Gold bis dunkles Bernstein.
- Nase: Karamell und Honig, ergänzt durch reife Früchte, Orangenschale, Nuss und einen Hauch Rauch.
- Gaumen: Rund und weich, mit Toffee, Gewürzen wie Zimt und weißem Pfeffer, Malzkeksen und einer leichten, trockenen Bitternote von Walnuss.
- Abgang: Mittellang bis kurz, mit Eiche, Honig und einem rauchigen Nachhall.
Die Urteile verschiedener Verkoster gehen ein Stück auseinander: Manche loben die Dichte bei nur 43 % vol., andere vermissen Balance zwischen der süßen Nase und dem herberen, würzigen Gaumen. Mit etwas Wasser wird die Textur voller, und die dunkleren Fruchtnoten treten stärker hervor.
Genuss-Empfehlung
Pur in einem Tulpenglas oder mit einem kleinen Schuss Wasser zeigt der Cosmo seine Karamell- und Gewürzseite am besten. Auf Eis wird er weicher und süßer. Im Highball mit viel Soda trägt er trotz seines kräftigeren Profils gut, und eine Orangenzeste passt zu den Fruchtnoten; mehr dazu im Artikel über Highball und Mizuwari. Zum Essen passen Yakitori mit süßer Sauce, Entenbrust, gereifter Gouda und dunkle Schokolade.
Einordnung & Alternativen
- Mars Iwai Tradition: Der schlichtere Blend desselben Hauses mit Grain-Anteil und leichterem Profil, dafür weniger Dichte als der Cosmo.
- Suntory Toki: Deutlich leichter und frischer, klar auf den Highball ausgelegt, wo der Cosmo mehr Süße und Gewürz bietet.
- Nikka Days: Ein weicher japanischer Alltagsblend zum Vergleich für alle, die weniger Rauch und Würze suchen.
Fazit
Der Mars Maltage Cosmo ist ein ehrlich deklarierter Blended Malt mit Karamell, Honig, Gewürz und leisem Rauch, der mit 43 % vol. mehr Substanz zeigt als viele Alltagsblends. Er eignet sich für Neugierige, die den Mars-Stil kennenlernen wollen, auch wenn er kein rein japanischer Whisky ist und die Balance nicht jedem zusagt. Für die dichte Machart und die offene Herkunftsangabe vergeben wir 3,8 Punkte.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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