Rum

Santa Teresa Gran Reserva Rum

3,5/5 Redaktionsbewertung
40 % vol.MittelklasseEichenfässer, überwiegend ehemalige Bourbonfässer, laut Quellen bis zu 5 JahreAragua-Tal, Venezuela
RumSüdamerika
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Herstellung des Santa Teresa Gran Reserva:

Der Santa Teresa Gran Reserva (auch als „Añejo Gran Reserva“ geführt) ist der Basisrum eines der ältesten venezolanischen Rumhäuser. Hacienda Santa Teresa wurde 1796 gegründet und liegt im Aragua-Tal in der Nähe von Caracas. Es ist bis heute ein Familienunternehmen und wird in Händlerbeschreibungen als älteste Familienbrennerei Venezuelas bezeichnet. Zur Geschichte gibt es unterschiedliche Daten: Das Anwesen entstand 1796 als Zuckerrohrplantage, ab wann dort Rum gebrannt wurde, nennen die Quellen verschieden. Gesichert ist, dass sich die Familie Vollmer seit mehreren Generationen um das Haus kümmert und dass die Marke Ron Santa Teresa 1909 als Handelsmarke eingetragen wurde. Bekannt ist das Haus außerdem für das Projekt Alcatraz, das seit 2003 ehemaligen Bandenmitgliedern über Arbeit in der Destillerie und den Rugbysport eine neue Perspektive geben will.

Gebrannt wird aus Melasse von Zuckerrohr, das auf dem Anwesen und auf benachbarten Feldern wächst. Die Destillation erfolgt laut verschiedenen Beschreibungen sowohl in Kolonnen als auch in Pot Stills, wobei die Destillate getrennt gereift und später verschnitten werden. Venezolanisches Recht verlangt mindestens zwei Jahre Holzreife. Für den Gran Reserva nennen Testberichte eine Reifung von bis zu fünf Jahren in Eichenfässern, die überwiegend zuvor Bourbon enthielten. Auf der Flasche steht unseres Wissens keine feste Altersangabe.

Mehr zur Destillerie steht in unserem Porträt der Santa Teresa Destillerie.

Verkostung des Santa Teresa Gran Reserva:

  • Farbe: Helles Goldbraun mit goldenen Reflexen.
  • Nase: Vanille, Toffee, Kakaopulver und Tabak, dazu warme Holzgewürze. Manche Verkoster nehmen eine cremige, leicht butterige Seite mit Kokosmilch wahr.
  • Gaumen: Trocken und würzig. Gekochter Apfelsaft, Mokka, Vanille und etwas Pfeffer, der Körper ist leicht und der Alkohol dezent spürbar.
  • Abgang: Bitterschokolade und Espresso, danach mild gewürzter Toffee und Fudge.

Der Gran Reserva zeigt, wie sich ein venezolanischer Rum von einem kubanisch oder dominikanisch geprägten Stil unterscheidet: Es gibt weniger Fruchtfülle, aber mehr Röstnoten von Kaffee und Kakao und eine ruhige Würze. Er ist kein süßer Rum, was Testberichte ausdrücklich betonen. Kritisch bewertet werden die geringe Wucht und das schlanke Mundgefühl, das für den Solo-Genuss etwas zu wenig bietet.

Steckbrief Santa Teresa Gran Reserva:

Alkoholgehalt: 40 % Vol.

Basis: Melasse aus eigenem und umliegendem Zuckerrohr, Kolonnendestillation

Fassreifung: Eichenfässer, überwiegend ehemalige Bourbonfässer, laut Testberichten bis zu fünf Jahre; Etikett ohne feste Altersangabe

Hersteller: Hacienda Santa Teresa, Aragua-Tal, Venezuela

Herstellung im Detail: Verschnitt statt Solera

Das Hausflaggschiff Santa Teresa 1796 wird im Solera-Verfahren gereift, bei dem Fässer pyramidenförmig gestapelt und von den älteren Fässern in die jüngeren gefüllt werden. Ob der Gran Reserva ebenfalls ein Solera-Produkt ist, geben die Quellen nicht eindeutig her. Ein Testbericht vermutet einen klassischen Verschnitt aus Fässern unterschiedlichen Alters, und wir bleiben bei dieser vorsichtigen Einordnung.

Insgesamt reifen die Rums des Hauses nach einer Brennereibeschreibung in amerikanischer Weißeiche und französischer Limousin-Eiche. Für den Gran Reserva bleibt es bei Quellen, die ehemalige Bourbonfässer nennen. Die Bourbonfässer erklären die Vanille- und Toffeenoten, die gemeinsam mit Röstaromen von Kaffee und Kakao das Gerüst des Rums bilden. Beides passt zu dem kaum süßen Gesamteindruck.

Im Lager der Hacienda liegen nach Angabe einer Branchenseite zu jedem Zeitpunkt rund 100.000 Fässer. Die Größe der Vorräte erlaubt es dem Haus, aus vielen Chargen ein gleichbleibendes Profil zu bauen, was für einen Basisrum wie diesen entscheidend ist: Er soll von Jahr zu Jahr gleich schmecken, ohne dass sich die Handschrift verändert.

Verwendung des Santa Teresa Gran Reserva

  • Pur oder auf Eis: Als lockerer Digestif mit viel Eis gut trinkbar, für Sipping-Puristen aber eher ein Einstieg.
  • Longdrink und Cocktail: Ein Cuba Libre oder ein Rum Sour mit Zitrone und etwas Rohrzucker bringt Vanille und Kakao gut zur Geltung. Auch als Basis für einen Rum Old Fashioned mit Schokoladenbitter funktioniert er.
  • Pairing: Zu Zartbitterschokolade, Nüssen, gegrilltem Fleisch und einer Zigarre für Liebhaber.

Einordnung

Der Gran Reserva ist das Einstiegsmodell des Hauses. Der Santa Teresa 1796 ist die komplexere, im Solera-System gereifte Abfüllung und die klare Empfehlung für alle, die mehr Tiefe suchen. In Venezuela spielt auch der Diplomático Reserva Exclusiva eine Rolle, der als süßer und schwerer gilt, ebenso wie der Diplomático Ambassador. Ebenfalls aus Venezuela stammt der Pampero Aniversario, ein weiterer Vergleichspunkt für den heimischen Stil.

Wir empfehlen den Santa Teresa Gran Reserva für alle, die einen trockenen, würzigen Rum mit südamerikanischem Charakter und Röstnoten suchen, vor allem für Cocktails. Für den Pur-Genuss fehlt es an Fülle und Länge. Wir geben deshalb 3,5 Punkte.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße3/5
Fruchtigkeit2/5
Holzfass/Würze3/5
Röstnoten/Melasse3/5

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