Bache-Gabrielsen VSOP

Cognac

Bache-Gabrielsen VSOP

4/5 Redaktionsbewertung
40 % vol.EinstiegsklasseKlassifikation VSOP, mindestens 4 Jahre, Limousin-Eiche, dreistufige Reifung (Triple Cask)Fins Bois und Petite Champagne, Frankreich
CognacVSOP
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Herstellung des Bache-Gabrielsen VSOP:

Das norwegisch-französische Familienhaus Bache-Gabrielsen gibt es seit 1905; die ausführliche Geschichte von Thomas Bache-Gabrielsen und den drei Kreuzen auf dem Etikett erzählt der Artikel zum Bache-Gabrielsen VS Tre Kors. Hier steht die nächste Stufe im Mittelpunkt: der VSOP, den das Haus heute unter der Bezeichnung Triple Cask führt. Kellermeister Jean-Philippe Bergier komponiert ihn aus Eaux-de-Vie der Crus Fins Bois und Petite Champagne, hergestellt zu 100 % aus Ugni Blanc. Die Destillate reifen nach Herstellerangaben mindestens vier Jahre in Limousin-Eiche – das ist die Untergrenze, die die Klassifikation VSOP vorschreibt.

Der Name beschreibt das Reifekonzept. Der Cognac durchläuft drei Etappen: zunächst reift er in Fässern von 350 oder 400 Litern, danach in Tanks, schließlich in bereits benutzten, „müden“ Fässern. Die letzte Phase gibt laut Haus keine zusätzlichen Gerbstoffe mehr ab, sondern ermöglicht eine sanfte Sauerstoffzufuhr, die den Cognac seidiger und runder machen soll. Dass ein VSOP so aufwendig behandelt wird, ist nicht selbstverständlich und erklärt den weichen Charakter der Abfüllung.

Verkostung des Bache-Gabrielsen VSOP:

Das Glas füllt sich mit einem warmen Bernstein. In der Nase zeigt sich zuerst reifes Holz, begleitet von Vanille und getrockneten Früchten: Aprikose und Dattel treten hervor, dazu Mandel und geröstete Haselnuss. Am Gaumen ist der Cognac fruchtig und rund. Die Fins Bois bringen Fülle und Frucht mit, die Petite Champagne sorgt für Eleganz und verhindert, dass der Eindruck zu schwer wird; Trockenpflaume und Feige schimmern durch, das Holz bleibt dezent. Im Abgang tauchen Banane und eine orientalisch anmutende Würze auf, dazu, wie Fachmagazine es für die Triple-Cask-Abfüllung beschreiben, eine Spur gerösteter Kaffee und eine Zimtwärme. Die Stärke von 40 % vol. wirkt gut eingebunden.

Steckbrief Bache-Gabrielsen VSOP:

Alkoholgehalt: 40 % vol.
Klassifikation: VSOP, Fins Bois und Petite Champagne
Fassreifung: mindestens 4 Jahre, Limousin-Eiche, drei Reifestufen (Triple Cask)
Hersteller: Maison Bache-Gabrielsen, Cognac, Frankreich

Herstellung im Detail: Warum die dritte Fassstufe zählt

Die meisten VSOP-Abfüllungen folgen einem einfachen Schema: Ein Verschnitt reift im Fass, wird auf Trinkstärke gebracht und abgefüllt. Beim Triple Cask betont das Haus dagegen den Wechsel der Gefäße. Tanks haben keinen Holzkontakt, sie lassen den Cognac also ruhen, ohne dass weitere Eichennoten hinzukommen. Gebrauchte Fässer geben nur noch wenig Tannin ab, lassen aber durch das Holz hindurch minimal Luft an den Cognac. Das Ergebnis soll ein Profil sein, bei dem Frucht und Vanille im Vordergrund stehen und Holzbitterkeit kaum eine Rolle spielt. Diese Linie passt zur Rolle der beiden Crus: Fins Bois sind dafür bekannt, vergleichsweise früh zugängliche, fruchtige Destillate zu liefern, während die Petite Champagne auf kalkreicheren Böden feinere, langlebigere Eaux-de-Vie hervorbringt. Einen Überblick über die Lagen bietet der Beitrag Die Crus der Cognac-Region.

Zwischen VS und VSOP liegt bei Bache-Gabrielsen damit mehr als nur eine längere Standzeit. Der VS arbeitet mit jungen, lebendigen Destillaten und mindestens zwei Jahren Reife, der VSOP setzt auf Dauer und eine kontrollierte Oxidation. Wie Reifedauer und Klassifikation in der Praxis zusammenhängen, erklärt der Artikel Cognac-Klassifikation: VS, VSOP und XO. Die nächste Stufe der Hausreihe, der Bache-Gabrielsen XO Fine Champagne, wechselt zu den Champagne-Lagen und deutlich längerer Reife.

Das Haus kennt mehr als einen Weg zum VSOP. Neben dem Triple Cask steht in der Sammlung ein 2021 vorgestellter VSOP namens „5“, der aus Trauben aus ökologisch bewirtschafteten Weinbergen destilliert und in einer ressourcenschonend gestalteten Flasche abgefüllt wird. Auf der Herstellerseite führt das Haus keinen schlicht „VSOP“ genannten Cognac mehr, der klassische Typ ist heute der Triple Cask – um ihn geht es in dieser Verkostung.

Genuss-Empfehlung

Der VSOP ist flexibel. Pur im Tulpenglas bei Zimmertemperatur zeigt er seine weiche Fruchtigkeit am besten; ein paar Tropfen Wasser öffnen die Trockenfruchtnoten. Auf einem großen Eiswürfel im Tumbler wird er zum entspannten Abendgetränk, und mit Ginger Ale oder Tonic und einem Zitronenviertel zum unkomplizierten Longdrink. Im Sidecar trägt seine Frucht den Zitronensaft, im French 75 mit Cognac gibt er dem Schaumwein-Drink mehr Körper als Gin. Als Speisenbegleiter eignen sich gereifter Gouda mit Feigensenf, eine Tarte aus gerösteten Mandeln und Aprikosen oder dunkle Schokolade mit Haselnuss.

Einordnung & Alternativen

  • Rémy Martin VSOP – Verschnitt aus Grande und Petite Champagne und damit ein guter Vergleichspunkt, wie sich die Crus-Wahl auf den Stil eines VSOP auswirkt.
  • Hardy VSOP – ein weiterer VSOP aus einem Traditionshaus, zum direkten Vergleich der Holzintensität.
  • Otard VSOP – ein weiterer VSOP aus einem traditionsreichen Haus, geeignet für eine Vergleichsverkostung mit dem weichen Triple Cask.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Fruchtigkeit4/5
Süße3/5
Eiche/Vanille3/5
Blumig/Würzig2/5

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