Baker's 7 Jahre Bourbon – Fassstärke mit Familiengeschichte
Der Baker's ist ein Bourbon aus der Small Batch Bourbon Collection von Jim Beam, benannt nach einem Mitglied der Brennerfamilie. Er reift sieben Jahre, wird mit 53,5 % vol. (107 Proof) abgefüllt und steht damit in der Collection oberhalb des milden Basil Hayden's, neben Knob Creek, und unterhalb des unverdünnten Booker's. Im Glas zeigt er viel Eiche, Backgewürze und eine herbe Süße, die an Leder und geröstete Nüsse erinnert.
Geschichte: Ein Beam im Namen
Die Marke Jim Beam datiert ihre Anfänge auf 1795, als Jacob Beam, Nachfahre deutscher Einwanderer, seine ersten Fässer verkauft haben soll; das stützt sich auf Familienüberlieferung. Den heutigen Namen trägt der Bourbon seit 1943, benannt nach James Beauregard Beam. Seit der Übernahme durch Suntory im Jahr 2014 gehört das Unternehmen zu dem japanischen Konzern; die Gruppe firmiert heute als Suntory Global Spirits, vormals Beam Suntory. Die Familie ist über Master Distiller Fred Noe weiter präsent.
Baker's ist nach Baker Beam benannt, einem Großneffen von Jim Beam und Brenner der sechsten Generation. Er begann laut einem Fachbericht 1954 in Clermont, arbeitete dort 38 Jahre und ging 1992 in den Ruhestand. Im selben Jahr stellte Booker Noe die Small Batch Bourbon Collection vor, zu der neben Baker's auch Knob Creek, Basil Hayden's und Booker's gehören. Viele Bourbon-Beobachter sehen darin einen frühen Schritt zur Wiederentdeckung hochwertiger Kentucky-Whiskeys. Mehr zur Brennerei steht in unserem Porträt der Jim Beam Distillery.
Der Baker's im Speziellen
Das Etikett nennt sieben Jahre Reife und 107 Proof, also 53,5 % vol. Eine feste Altersangabe ist bei Bourbon keine Selbstverständlichkeit, hier gibt sie dem Käufer Verlässlichkeit. Baker Beam selbst soll nach einem Fachbericht der Ansicht sein, dass ein Fass nach etwa sieben Jahren das meiste geleistet hat, was es leisten kann. Das erklärt, warum die Marke bei dieser Zahl geblieben ist.
Die Mashbill veröffentlicht Beam nicht. Fachseiten nennen für das Beam-Standardrezept leicht unterschiedliche Werte, etwa 75 bis 77 % Mais, 12 bis 13 % Roggen und 10 bis 12 % Gerstenmalz; je nach Quelle weichen die Zahlen ab, belegt ist keine davon durch den Hersteller. Ob jede Flasche aus einer festen Anzahl Fässer stammt, lässt sich nicht verlässlich sagen; „Small Batch“ ist in den USA gesetzlich nicht definiert. Wer mehr über Altersangaben und Begriffe erfahren möchte, findet sie im Beitrag Bourbon: Regeln und Mythen.
Herstellung: Jug-Yeast und neue Fässer
Baker's entsteht wie die übrigen Beam-Bourbons nach dem Sour-Mash-Verfahren: Ein Teil des Rückstands aus der vorigen Destillation wird in den nächsten Ansatz zurückgegeben. Die Marke betont zudem eine besondere Hefe: Jim Beam spricht von einem „special strain of jug yeast“, der seit über 60 Jahren in der Familie weitergegeben werde und für die Gleichmäßigkeit sorgen soll. Ein Tester vermutet, es handle sich schlicht um die normale Beam-Hefe; belegen lässt sich nur, dass die Marke diese Erzählung selbst pflegt. Mehr zur Hefe und zur Sour-Mash-Logik steht im Beitrag zum Jim Beam Original.
Die Reife erfolgt in neuen, innen ausgekohlten amerikanischen Eichenfässern. Dabei entsteht die dunkle Farbe, die selbst bei sieben Jahren beinahe rotbraun ausfällt. Die Abfüllung in Fassstärke bedeutet, dass der Bourbon ohne nennenswerte Verdünnung ins Glas kommt. Wie das Fass die Aromen formt, beschreibt unser Artikel zur Whisky-Fassreifung.
Verkostungsnotiz
- Farbe: Tiefes Kupfer bis rötliches Mahagoni.
- Nase: Backgewürze, Zimtrinde und geröstete Eiche, dazu Leder, Zitronenschale und Karamell; der Alkohol steht deutlich im Vordergrund, Vanille bleibt im Hintergrund.
- Gaumen: Schwer und dicht, mit Zimt, Pfeffer, Eiche und braunem Zucker; dazu Leder, geräucherte Pekannuss und ein Hauch Vanille. Mit Wasser wird er weicher, die Eiche tritt stärker hervor.
- Abgang: Lang und warm, mit trockener Eiche, Leder und anhaltender Würze.
Genuss-Empfehlung
Bei 53,5 % vol. braucht der Baker's Zeit im Glas. Ein paar Tropfen Wasser lösen die Gewürze, zu viel Wasser verwässert aber die Kraft. Auf einem großen Eiswürfel wird er schlanker und leichter zugänglich. Im Manhattan überzeugt er mit Würze und Kraft, im Old Fashioned hält er auch viel Eis aus; für viele Cocktails ist er dennoch zu schade. Dazu passen Räucherkäse, Grillfleisch, Rinderbrust, Pecan Pie oder Zartbitterschokolade, die seine Eichenwürze aufnehmen.
Einordnung & Alternativen
- Knob Creek Kentucky Straight Bourbon – aus derselben Collection mit 50 % vol., holzbetont und etwas leichter zugänglich.
- Booker's Bourbon – das stärkste Mitglied der Collection, unverdünnt und noch dichter als der Baker's.
- Basil Hayden's Kentucky Straight Bourbon – das sanfte Gegenstück der Familie mit nur 40 % vol., mild-würzig und leichter.
Fazit
Der Baker's ist ein kräftiger, ernsthafter Bourbon mit klarer Altersangabe und viel Eiche, aber ohne Süßewunder. Wer weiche Karamellbomben sucht, wird eher woanders fündig; wer Fassstärke, Gewürz und Leder schätzt, bekommt eine solide Abfüllung mit Familiengeschichte. Das Rating von 4,1 steht für einen guten, charaktervollen Bourbon, dem manche Tester Hitze und wenig Süße ankreiden.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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