Herstellung & Aromatik des Goldberg & Sons Japanese Yuzu Tonic
Die Geschichte von Goldberg & Sons reicht zurück ins britisch-koloniale Indien: 1901 emigrierte der aus Frankfurt stammende Pharmazie-Unternehmer Jacob M. Goldberg in die nordindische Bergstadt Shimla, um dort Mittel gegen tropische Krankheiten zu entwickeln, ehe ihm 1903 die Karbonisierung einer eigenen Rezeptur zu einer trinkfertigen Limonade gelang. 1918 wurde die Marke "GOLDBERG Bitter Sodas" offiziell eingetragen, 2013 dann unter dem Namen Goldberg & Sons für den deutschen und europäischen Markt neu aufgelegt. Seither hat sich die Marke zu einem der prägenden Namen der deutschen Craft-Mixer-Bewegung entwickelt und ihr ursprüngliches Vier-Sorten-Sortiment kontinuierlich erweitert.
Das Japanese Yuzu Tonic zählt zu den später hinzugekommenen, stärker aromatisierten Varianten der Marke und wurde in Zusammenarbeit mit dem Mixologen Jimmy Barrat entwickelt. Im Zentrum steht die Yuzu, eine in Japan und Ostasien beheimatete Zitrusfrucht, die geschmacklich zwischen Mandarine, Grapefruit und Limette changiert und sich in den vergangenen Jahren auch in der europäischen Bar-Szene als gefragtes Aroma etabliert hat. Goldberg & Sons kombiniert diese exotische Fruchtnote mit der klassischen Chinin-Bitterkeit des Hauses zu einem bewusst unorthodoxen Mixverhältnis aus Frucht und Herbe.
Mit einem Kohlensäuregehalt von rund 10 Gramm pro Liter setzt das Japanese Yuzu Tonic auf eine kräftige, spritzige Perlage, die der komplexen Aromatik zusätzlichen Auftrieb verleiht. Positioniert wird es dabei ausdrücklich als Filler für kreative Highball-Drinks und nicht nur für den klassischen Gin & Tonic – ein Anspruch, der zur generellen Ausrichtung von Goldberg & Sons passt, das sein Sortiment gezielt auch um exotischere Editionen wie das Indian Hibiscus Tonic erweitert hat, statt sich allein auf die klassische, zurückhaltende Grundrezeptur zu verlassen.
Dass ausgerechnet eine traditionsreiche, ursprünglich pharmazeutisch geprägte Marke wie Goldberg & Sons mit der Yuzu-Frucht auf ein vergleichsweise junges, in Europa erst seit einigen Jahren populäres Aroma setzt, zeigt, wie sehr sich auch etablierte Tonic-Hersteller den Entwicklungen der internationalen Cocktail- und Bar-Szene öffnen müssen. Die Zusammenarbeit mit einem professionellen Mixologen bei der Rezepturentwicklung unterstreicht dabei den Anspruch, nicht nur ein weiteres aromatisiertes Massenprodukt, sondern ein für Bartender und ambitionierte Hobby-Mixer gleichermaßen interessantes Nischenprodukt zu schaffen.
Geschmacksprofil
In der Nase zeigt sich das Japanese Yuzu Tonic ausgesprochen fruchtig-zitrisch, mit einer klar erkennbaren, leicht exotischen Yuzu-Note, die an eine Mischung aus Mandarine und Grapefruit erinnert. Am Gaumen zeigt sich eine für Goldberg-Verhältnisse ungewöhnlich komplexe Aromatik: eine leichte Säure trifft auf eine zurückhaltende Süße und feine, nuancierte Bitternoten aus der Chinin-Basis. Der Abgang ist mittellang, frisch-fruchtig und leicht bitter, ohne dass die Yuzu-Frucht die klassische Tonic-Herbe vollständig verdrängt.
Serviert wird das Japanese Yuzu Tonic am besten in einem großen Glas mit viel Eis, damit die kräftige Kohlensäure und die fruchtige Aromatik lange frisch bleiben. Als Garnitur passt eine dünne Zitrus- oder Yuzu-Zeste, sofern verfügbar, alternativ eine Limettenscheibe, die die exotische Fruchtnote zusätzlich unterstreicht, ohne sie zu überlagern.
Informationen zum Goldberg & Sons Japanese Yuzu Tonic
Herkunft: Deutschland (Vertrieb: MBG International Premium Brands)
Enthält: Chinin
Zutaten: Quellwasser, Zucker, Kohlensäure, Säuerungsmittel Citronensäure, natürliches Aroma, Aroma Chinin
Nährwerte je 100 ml:
Brennwert: 164 kJ / 39 kcal
Kohlenhydrate: 9,3 g, davon Zucker: 9,3 g
Hersteller: Goldberg & Sons
Gin & Japanese Yuzu Tonic: Empfehlungen
- Mit Roku Gin: Der japanische Gin mit seinen sechs traditionellen Botanicals wie Sakura-Blüte und Yuzu-Schale ist der naheliegendste Partner – hier treffen zwei Produkte mit gemeinsamer japanischer Aromen-Inspiration aufeinander.
- Mit Ki No Bi Kyoto Dry Gin: Auch dieser Kyoto-Gin mit japanischen Botanicals wie Yuzu und grünem Tee ergänzt die exotische Fruchtnote des Tonics stimmig und ohne Aromenbruch.
- Mit Malfy Gin con Limone: Die kräftige Zitronennote des italienischen Gins harmoniert gut mit der ebenfalls zitrisch geprägten, aber exotischeren Yuzu-Aromatik des Tonics.
Im Vergleich zum klassischen Goldberg & Sons Tonic Water ist das Japanese Yuzu Tonic deutlich fruchtiger und aromatisch komplexer: Wo das Original auf eine zurückhaltende, trockene Chinin-Bitterkeit ohne exotische Zusatzaromen setzt, rückt beim Yuzu Tonic die exotische Fruchtnote klar in den Vordergrund. Innerhalb der mittlerweile umfangreichen Produktfamilie der Marke reiht es sich damit neben das Indian Hibiscus Tonic in die Riege der stärker aromatisierten Spezialvarianten ein, während das klassische Tonic Water und das Bone Dry Tonic die eher puristische, zurückhaltende Seite von Goldberg & Sons vertreten.
Für die Gin-&-Tonic-Praxis bedeutet das: Wer einen Gin mit fernöstlicher oder zitrischer Aromatik nicht von einem neutralen Standard-Tonic begleiten lassen möchte, sondern gezielt eine passende, exotische Fruchtnote sucht, findet im Japanese Yuzu Tonic eine der wenigen deutschen Craft-Tonic-Optionen mit dezidiert japanischem Aromenprofil.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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