Herstellung des Aber Falls Welsh Dry Gin:
Der Aber Falls Welsh Dry Gin wird in Abergwyngregyn in Nordwales gebrannt, am Rand des Snowdonia-Nationalparks zwischen der A55 und der Menai Strait. Die Aber Falls Distillery eröffnete 2017 in einer umgebauten Gebäudeanlage, die im 19. Jahrhundert eine Schieferfabrik war, später eine Margarinefabrik und zuletzt ein Lager für den Getränkegroßhandel. Die Brennerei bezeichnet sich als erste Whisky-Destillerie in Nordwales seit über 100 Jahren; im Januar 2018 lief der erste Neubrand, über die Markteinführung des Gins berichtete die Fachpresse im April 2018.
Ein Wort zur Einordnung: Aber Falls gehört zu Halewood Artisanal Spirits, einem englischen, laut Whisky.com unabhängigen Spirituosenhersteller, der weitere Destillerien betreibt. Es ist also keine Ein-Mann-Manufaktur, sondern eine Craft-Brennerei mit einem größeren Unternehmen im Rücken. Als Geschäftsführer nannte die Fachpresse zum Start James Wright, als Head Distiller John Buchanan.
Der Gin wird in einer eigenen Gin-Blase aus Kupfer gebrannt, die einen Botanical-Korb besitzt und laut Master of Malt zweimal täglich läuft. Basis ist neutraler Getreidespirit; verdünnt wird laut Hersteller mit Wasser vom Rhaeadr Fawr, dem hohen Wasserfall oberhalb der Brennerei. Abgefüllt wird mit 41,3 % vol.
Verkostung des Aber Falls Welsh Dry Gin:
Die Brennerei beschreibt einen klar von Wacholder geführten Gin mit hellem Zitrusprofil, in dem Grapefruit, Zitrone und Orange eine besondere Rolle spielen, und einem leicht würzigen, süßlichen Abgang. Ein Weinhändler nennt zusätzlich Süßholz- und Engelwurz-Töne im Hintergrund; Master of Malt beschreibt die Engelwurz als dezente, vanilleartige und blumige Note unter dem Wacholder. Die Verkostungsnotizen sind insgesamt knapp gehalten, das Bild ist aber über mehrere Quellen konsistent: Wacholder vorn, Zitrusbiss, ruhige Gewürzbasis.
Steckbrief Aber Falls Welsh Dry Gin:
Alkoholgehalt: 41,3 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Süßholz, Engelwurz, Koriandersamen sowie Zitrusschalen (Grapefruit, Zitrone, Orange)
Hersteller: Aber Falls Distillery (Halewood Artisanal Spirits), Abergwyngregyn, Nordwales
Wasser, Schiefer und Snowdonia: Was den Gin walisisch macht
Aber Falls ist ein Gin, dessen "Terroir" weniger in exotischen Botanicals als im Standort liegt. Die Brennerei steht flussabwärts des etwa 120 Fuß hohen Wasserfalls Rhaeadr Fawr. Laut Master of Malt nutzt sie Flusswasser für alles von Kessel und Kühlung bis zur Maische des Whiskys; den Gin verdünnt sie mit Wasser aus den Bergen rund um den Wasserfall. Bei 41,3 % vol. besteht der Gin zu knapp 60 Prozent aus Wasser; die Herkunft des Verdünnungswassers ist daher ein ehrliches, wenn auch schwer schmeckbares Herkunftsargument.
Für Fans der Marke gibt es Spielereien, die zeigen, wie die Botanicals vor Ort gedacht werden: 2018 destillierte Aber Falls in Zusammenarbeit mit der Snowdon Mountain Railway auf dem Gipfel des Snowdon (1.085 Meter) in einer Ein-Liter-Kupferblase einen "Summit Gin" aus Zutaten, die beim Aufstieg gesammelt wurden, darunter Schlehen und Heidekraut. Im Besucherzentrum können Gäste in einem "Gin Lab" eine eigene Rezeptur zusammenstellen. Zum Sortiment zählen außerdem ein Orange Marmalade Gin und ein Rhubarb & Ginger Gin; die Tendenz geht zu fruchtigen Varianten, der Welsh Dry Gin bleibt die klassische Referenz.
Verwendung des Aber Falls Welsh Dry Gin
- Gin & Tonic: Für den wacholderklaren Stil genügt ein schlichtes, klassisches Tonic wie Fever-Tree Premium Indian Tonic Water oder Thomas Henry Tonic Water. Wer das Zitrusprofil verstärken möchte, nimmt Fentimans Valencian Orange Tonic Water und eine Scheibe Grapefruit.
- Negroni: Ein Weinhändler empfiehlt den Gin für Gin & Tonic und Negroni; die Wacholder- und Zitrusstruktur steht Wermut und Bitterlikör ohne Weiteres gegenüber.
- Serviervorschlag: Viel Eis, hohes Glas, Zitrusscheibe.
Aber Falls richtet sich an Gin-Trinker, die einen klassischen Stil mit regionaler Etikette suchen und dafür nicht in die Super-Premium-Liga greifen wollen. Er ist ein unkomplizierter Hausgin und ein sinnvolles Mitbringsel aus Wales. Wer maximale Botanical-Vielfalt oder eine Handwerksgeschichte mit Gründerpersönlichkeit erwartet, findet hier weniger; die Stärke liegt in Standort, Wasser und einem sauberen, wacholdergeführten Profil.
Einordnung & Alternativen
- Plymouth Gin – ebenfalls ein Gin, der stark mit Ort und Wasser spielt, aber mit hohem Wurzelanteil (Iriswurzel) weicher und erdiger als der wacholderbetonte Aber Falls.
- Darnley's View Gin – ein schottischer London Dry aus Fife mit nur sechs Botanicals, von denen ein Teil im eigenen Garten und in der Umgebung gesammelt wird; kleiner in der Rezeptur und stärker auf lokale Zutaten bezogen.
- Cadenhead's Classic Gin – ein bewusst unaufgeregter London Dry aus Campbeltown, der wie Aber Falls auf Wacholder und Zitrus setzt, mit 50 % vol. aber deutlich kräftiger eingestellt ist.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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Weich und wurzelbetont durch hohen Orisswurzel-Anteil — runder als ein klassischer London Dry.

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Florale Holunderblüte und saftige Zitronenschale prägen dieses reduzierte Sechs-Botanicals-Rezept — sanft statt kräuterwürzig.

Cadenhead's Classic Gin
Frisch-zitrusbetonter Wacholder bei kräftigen 50 % vol. — schnörkellos-traditionell statt experimentierfreudig.

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Trocken-bitterer Berliner Klassiker, zurückhaltend und mit feiner Zitrusnote — für komplexe Gins gemacht.

Fentimans Valencian Orange Tonic Water
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