Hamburg-Zanzibar Gin

Gin

Hamburg-Zanzibar Gin

4/5 Redaktionsbewertung
40 % vol.Hamburg, Deutschland
Gin
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Herstellung des Hamburg-Zanzibar Gin:

Hamburg-Zanzibar Gin wird seit 2020 im Hamburger Alstertal destilliert, und zwar in einer über 200 Jahre alten Scheune, die sich die Destillerie als Produktionsstätte selbst als "kleinste Destillerie Hamburgs" bezeichnet. Die Grundidee der Marke entstand aus der Begegnung zweier Welten: Kurkuma aus Sansibar trifft auf hanseatische Brenntradition – ein bewusster Rückgriff auf die historische Handelsbeziehung zwischen der Hansestadt Hamburg und der ostafrikanischen Gewürzinsel Sansibar, die im 19. Jahrhundert ein bedeutender Umschlagplatz für Gewürze wie Nelken und eben auch Kurkuma war und über die Hamburg als Handelshafen eng verbunden war.

Bereits kurz nach der Gründung gelang der jungen Destillerie ein bemerkenswerter Erfolg: Am 25. Februar 2021 gewann sie bei den World Gin Awards in London eine Auszeichnung, der 2022 ein World Drinks Award folgte. Nach eigenen Angaben ist die Destillerie die weltweit erste, der es gelang, den Award in der Kategorie "Classic" gleich zweimal zu gewinnen – ein ungewöhnlicher Erfolg für eine so junge und kleine Produktionsstätte. Abgefüllt wird Hamburg-Zanzibar Gin mit 40 % vol., einem für die Kategorie eher moderaten Alkoholgehalt, der die Gewürznote der Kurkuma zusätzlich zugänglich macht. Neben dem hier vorgestellten Gin produziert die Destillerie unter demselben Dach auch weitere Abfüllungen wie einen Suburban Gin sowie eine Reihe alkoholreduzierter "KOYI Micro Spirits". Ergänzt wird das Sortiment zudem um einen mit Gin veredelten Limoncello, was die grundsätzliche Experimentierfreude der Destillerie über die klassische Gin-Kategorie hinaus unterstreicht.

Verkostung des Hamburg-Zanzibar Gin:

In der Nase präsentiert sich Hamburg-Zanzibar Gin warm und würzig, mit der namensgebenden Kurkuma als klar erkennbarer Leitnote, die eine erdig-orangefarbene, leicht scharfe Gewürzigkeit einbringt, wie man sie sonst eher aus der Küche als aus dem Gin-Glas kennt. Wacholder ist präsent, ordnet sich aber der exotischen Gewürznote unter. Am Gaumen setzt sich dieses Bild fort: Kurkuma dominiert mit einer warmen, leicht bitteren Würze, die von klassischen Gin-Botanicals unterstützt wird, ohne dass diese in den Vordergrund drängen. Der moderate Alkoholgehalt von 40 % vol. sorgt dafür, dass die Gewürznote zugänglich bleibt, statt von zu viel Alkoholschärfe überdeckt zu werden. Im Abgang bleibt die warme Kurkuma-Würze am längsten bestehen, mit einem trockenen, leicht erdigen Abschluss. Diese Kombination aus Zugänglichkeit durch den moderaten Alkoholgehalt und geschmacklicher Eigenständigkeit durch die Gewürznote macht den Gin auch für Genießer interessant, die klassischen, sehr hochprozentigen New-Western-Gins eher zurückhaltend gegenüberstehen.

Steckbrief Hamburg-Zanzibar Gin:

Alkoholgehalt: 40 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Kurkuma aus Sansibar sowie weitere Gewürzbotanicals (eine vollständige Liste veröffentlicht der Hersteller nicht)
Hersteller: Hamburg-Zanzibar Destillerie, Alstertal, Hamburg (gegründet 2020)

Herstellung im Detail: Die kleinste Destillerie Hamburgs

Der bewusst kleine, handwerkliche Maßstab der Produktion ist zentraler Bestandteil der Markenidentität: Statt auf industrielle Größenordnungen zu setzen, betont die Destillerie ihre Herkunft aus einer jahrhundertealten Scheune und positioniert sich explizit als kleinste Destillerie der Hansestadt. Diese bewusste Kleinteiligkeit erlaubt es, mit ungewöhnlichen Zutaten wie Kurkuma zu experimentieren, die in klassischen, großindustriell produzierten Gins selten zu finden sind. Die Verbindung von "hanseatischer Präzision" – ein Begriff, mit dem sich die Marke selbst beschreibt – und einer exotisch-gewürzigen Botanicals-Wahl soll dabei die norddeutsche Nüchternheit mit der Farbigkeit des historischen Gewürzhandels verbinden. Der schnelle internationale Erfolg bei den World Gin Awards bestätigt, dass dieses ungewöhnliche Konzept auch außerhalb Hamburgs auf Anklang stößt und die Marke innerhalb weniger Jahre von einer Nischenproduktion zu einem national wie international wahrgenommenen Craft-Gin gemacht hat.

Verwendung des Hamburg-Zanzibar Gin

  • Gin & Tonic: Zur warmen Kurkuma-Würze passt ein Tonic mit eigenständigem botanischem Profil wie East Imperial Royal Botanic Tonic oder Goldberg & Sons Indian Hibiscus Tonic, die der exotischen Gewürznote des Gins Raum lassen, statt sie zu überdecken.
  • Spiced Gin Fizz: Die Gewürzwärme der Kurkuma eignet sich auch gut für Longdrinks mit Ingwer oder Zitrusfrüchten, in denen sich die erdig-scharfe Note gegen frische, spritzige Komponenten behaupten kann.

Hamburg-Zanzibar Gin richtet sich an alle, die abseits klassischer Wacholderbrände nach einem eigenständigen, geschichtsbewussten Gin mit klarem Gewürzcharakter suchen. Innerhalb der Hamburger Gin-Szene, die in den vergangenen Jahren mehrere bemerkenswerte Marken hervorgebracht hat, steht er neben dem bekannteren Gin Sul, der mit portugiesisch inspirierten Botanicals wie Zistrose eine ganz eigene, mediterran geprägte Linie verfolgt. Während Gin Sul die Verbindung Hamburgs nach Portugal sucht, blickt Hamburg-Zanzibar Richtung Ostafrika – beide zeigen jedoch, wie stark Hamburgs Geschichte als Welthandelshafen bis heute die Aromenwelt seiner Gins prägt.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Wacholder3/5
Zitrus2/5
Kräuter/Blumig3/5
Würze4/5

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