Dry Martini – der Maßstab aller Gin-Cocktails
Kaum ein Cocktail ist so sehr mit dem Gin selbst verwachsen wie der Dry Martini: zwei Zutaten, ein Glas, unzählige Meinungsverschiedenheiten über das richtige Verhältnis. Seine genaue Herkunft ist nicht eindeutig geklärt, seine Entwicklung reicht aber bis ins späte 19. Jahrhundert zurück – von einem deutlich süßeren Ursprungsrezept hin zum heute üblichen, sehr trockenen Stil mit wenig Wermut.
Gerade weil so wenig vom Ergebnis kaschiert wird, verzeiht der Martini keine Schwächen in der Basis – der Gin trägt den ganzen Drink, weshalb sich ein klassischer, gut strukturierter London Dry hier besonders bewährt.
Zutaten
- Gin (60 ml): Sipsmith London Dry Gin oder Plymouth Gin
- 10 ml trockener Wermut
- Garnitur: grüne Olive oder Zitronenzeste
Zubereitung
- Gin und Wermut mit viel Eis im Rührglas rühren (nicht schütteln), bis das Glas beschlägt.
- Abgeseiht in ein gekühltes Martini-Glas gießen.
- Mit Olive oder Zitronenzeste garnieren.
Fazit
Ein kräftiger, klassischer London Dry wie der Sipsmith bringt die nötige Wacholderstruktur für einen traditionellen Martini mit. Wer es etwas weicher und runder mag, ist mit dem historisch eng mit dem Martini verbundenen Plymouth Gin ebenso gut bedient.
Geschmacksprofil
Passendes Equipment
Martini-Gläser
Boston Shaker Set
Jigger / Messbecher
Weitere Gin-Cocktails

French 75
Elegant im Antrunk, mit Wumms im Nachgang – benannt nach einem Feldgeschütz, verlangt der Gin gegen die Champagner-Perlage Charakter.

Gibson
Trockener Martini-Zwilling mit Perlzwiebel statt Olive – geschmacklich fast identisch, aber mit ungeklärter, zweifach überlieferter Herkunft.

Gimlet
Aus einer Skorbut-Prophylaxe der Royal Navy wurde ein zeitlos schlichter Klassiker – Limetten-Cordial und Gin, sonst trägt nichts den Geschmack.

Gin Basil Smash
Kräftiges, fast medizinisches Basilikumaroma trifft Zitrusfrische – lebt allein vom frischen Kraut, ganz ohne Liköre oder Bitters.

Die zeitlose Faszination des Gins: Eine Reise durch Geschmack und Geschichte
Vom niederländischen Medizinschnaps über die Londoner Gin Craze bis zum Coffey Still und der heutigen Craft-Gin-Renaissance.

Gin-Botanicals im Detail: Die wichtigsten Aromageber von Wacholder bis Iriswurzel
Von der einzigen Pflichtzutat Wacholder bis zur jahrelang getrockneten Iriswurzel — jedes Botanical bringt eine eigene Geschichte und Aromatik mit.

Klassische Gins
London Dry Gin ist ein rechtlich geschütztes Verfahren, nicht die Herkunft — streng wacholderbetont, der Maßstab für alle New-Western-Gins.