Herstellung des Bordiga Ciais Rosa Gin:
Hinter dem Rosengin steht keine Start-up-Marke, sondern eine Brennerei mit langer Geschichte. Bordiga wurde 1888 von Pietro Bordiga gegründet, der laut Händlerangaben als Barbetreiber und Kräuterkenner in Turin arbeitete und seine Kenntnisse in Aromatisierung und Extraktion für den Aufbau einer eigenen Destillerie nutzte. Standort wurde Cuneo im Piemont, nahe den okzitanischen Tälern der Seealpen, wo die Familie ursprünglich herstammte und wo wild wachsende Kräuter zu finden sind. Der Importeur OM Wines nennt 1889 als Jahr der ersten Gin-Rezeptur; die Brennerei selbst stützt sich nach Händlerangaben auf alte Rezeptbücher und eine kupferne Brennblase aus der Gründerzeit, die mit Holz befeuert wird.
Das Prinzip hinter der Produktion ist die Einzelverarbeitung: Jedes Botanical wird laut Händler getrennt mazeriert und destilliert, ohne Zentrifugen, Ultraschall, Lösungsmittel oder zugekaufte Extrakte. Beim Ciais Rosa werden die Botanicals, darunter die Rosenknospen, nach den Angaben des Händlers vino.com 48 bis 72 Stunden in Getreidealkohol angesetzt; feste und flüssige Anteile werden getrennt destilliert und über Zellulosefilter geklärt. Nach der Abfüllung ruht der Gin 15 bis 20 Tage bei rund 10 °C in den Kellern der Brennerei. Der Alkoholgehalt beträgt 42 % vol.; es handelt sich um eine Kleinserienabfüllung.
Verkostung des Bordiga Ciais Rosa Gin:
Die Redaktion hat diesen Gin nicht selbst verkostet; die folgenden Eindrücke stammen aus Händlerbeschreibungen. In der Nase dominieren Rose und Zitrus, wobei die Rose nach Händlerangaben die Signaturnote bildet. Am Gaumen wird der Gin als frisch und rund beschrieben, mit mittlerem Körper; die Balance aus Wacholder und Blütenaromen steht im Vordergrund. Der Abgang gilt als parfümiert und anhaltend, die Aromatik insgesamt als floral, kräuterig und leicht würzig. Wacholder ist damit präsent, aber nicht führend, Zitrus tritt als Begleiter auf, die blumig-kräuterige Linie bestimmt den Charakter. Widersprüchlich sind die Quellen bei der Farbe: Ein Händler spricht von einem blassen Rosa, ein anderer von einem transparenten Gin.
Steckbrief Bordiga Ciais Rosa Gin:
Alkoholgehalt: 42 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder aus den okzitanischen Tälern, Rosenknospen und Rosendestillat, Zitrus- und weitere Kräuter und Gewürze (laut Händlern nicht im Einzelnen aufgeschlüsselt)
Hersteller: Distilleria Bordiga, Cuneo, Piemont, Italien
Botanicals im Detail: Okzitanischer Wacholder und eine Rose
Das Besondere am Ciais Rosa ist die Kombination aus einem alpinen Grundton und einer prominenten Rose. Der Wacholder wird laut vino.com in den okzitanischen Tälern gesammelt; Bordiga selbst legt Wert darauf, dass wild gesammelte Pflanzen mit der Hand geerntet werden. Dazu kommen Rosenknospen und ein Rosendestillat, das laut vino.com der Rezeptur ihren blumigen Charakter verleiht. Zitrusaromen nennt dieselbe Quelle ebenfalls, ohne die konkreten Früchte zu benennen. Hier bleiben die Angaben unvollständig, deshalb schreiben wir nur, was belegt ist.
Wichtig ist die Einordnung: Ein Rosengin dieser Art ist kein Flavoured Gin, bei dem Aromen nach der Destillation zugegeben werden, sondern ein destillierter Gin mit Rosenkomponente. Ob die zartrosa Farbe, die einzelne Händler nennen, aus den Rosen stammt, geht aus den Quellen nicht hervor.
Verwendung des Bordiga Ciais Rosa Gin
- Gin & Tonic: Der Händler Bottle of Italy empfiehlt einen klassischen Gin & Tonic mit Zitronenscheibe und Rosenblättern. Ein mildes, blumiges Tonic wie Fever-Tree Elderflower Tonic Water oder Thomas Henry Cherry Blossom Tonic unterstreicht die florale Linie, ein neutraleres wie Fever-Tree Mediterranean hält sie schlanker.
- Pur: vino.com empfiehlt, den Gin bei 4 bis 8 °C pur auf Eis zu trinken, und nennt ihn zugleich geeignet für gut gekühlte Cocktails.
- Serviervorschlag: Hohes Glas, viel Eis, Zitronenscheibe, ein paar essbare Rosenblätter.
Der Bordiga Ciais Rosa Gin ist ein Gin für Trinker, die Blütenaromen mögen und Wacholder nicht als alleinigen Maßstab ansehen. Er spricht Genießer an, die italienische Handwerkstradition schätzen und eine Alternative zu den gängigen rosafarbenen Frucht-Gins suchen. Mit den Rosen im Vordergrund liegt er nahe am Engine Gin, der Damaszener-Rosenblüten verwendet, setzt aber insgesamt auf ein anderes Botanical-Gerüst.
Die Quellenlage ist bei diesem Gin dünner als bei den großen Marken: Es gibt keine unabhängigen Fachbewertungen oder dokumentierte Auszeichnungen, sondern vor allem Händlerbeschreibungen, die an einigen Stellen voneinander abweichen. Deshalb fällt auch unsere redaktionelle Einstufung mit 3,5 Sternen zurückhaltend aus – sie bildet die belegbare Qualität des Handwerks ab, nicht den Geschmack einer eigenen Verkostung.
Einordnung & Alternativen
- Malfy Gin Rosa – ebenfalls aus dem Piemont, aber mit rosa Grapefruit und Rhabarber statt Rose; fruchtiger und weniger floral.
- Engine Gin – der Bio-Gin aus dem Piemont mit Damaszener-Rosenblüten, ligurischem Salbei und Zitrone; kräuterbetonter.
- G'Vine Floraison Gin – französische Blütenschule mit Weinblüten statt Rose, dazu Ingwer, Lakritze und Cassia-Zimt.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
Ähnliche Gins

Malfy Gin Rosa
Hell und lebhaft mit sizilianischer rosa Grapefruit und fruchtig-herbem Rhabarber — aperitivo-tauglich statt wacholderlastig.

Engine Gin
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G'Vine Floraison Gin
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J.Rose Gin
Zitrisch-blumig mit kalabrischer Bergamotte und sizilianischer Feigenkaktusblüte, abgerundet von einer geheimen, grappa-artigen Note.
Dazu passendes Tonic Water

Fever-Tree Elderflower Tonic Water
Honigsüßer Holunderblüten-Duft und milde Bitterkeit — die zugänglichste, süßeste Variante der Reihe.

Thomas Henry Cherry Blossom Tonic
Intensives, süßlich-fruchtiges Kirscharoma dominiert — die fruchtigste Tonic-Variante der Marke.

Fever-Tree Mediterranean Tonic Water
Rosmarin und Lavendel statt Chinin-Schärfe — spürbar weniger bitter, blumig-kräuterig statt klassisch.

Mediterrane Gins
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New Western Dry Gin erklärt
Wacholder als einer unter vielen gleichberechtigten Botanicals statt Hauptdarsteller – die 2006 von Ryan Magarian geprägte 'botanische Demokratie'.

Die zeitlose Faszination des Gins: Eine Reise durch Geschmack und Geschichte
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