Gin

Humbel Clouds Organic Gin

4,5/5 Redaktionsbewertung
42 % vol.PremiumStetten, Aargau, Schweiz
GinNew Western Dry Gin
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Herstellung des Humbel Clouds Organic Gin:

Der Clouds Gin kommt aus der Spezialitätenbrennerei Humbel in Stetten im Kanton Aargau. Dort wird nach Angaben des Hauses seit 1918 Schnaps gebrannt; heute führt die dritte Generation den Familienbetrieb. Humbel ist vor allem für Obstbrände bekannt, darunter sortenreine Kirschbrände und den Brenzer Kirsch, der als Slow-Food-Presidio gelistet ist. Seit 1995 setzt die Brennerei auf Bio-Obst, bezieht Rohstoffe nach eigenen Angaben von Schweizer Bauern und kauft Bio-Suisse- sowie Hochstamm-Suisse-zertifizierte Ware. Neben Gin umfasst das Sortiment inzwischen Bio-Rum und Bio-Whisky.

Entstanden ist der Gin 2013 aus einem Barprojekt. Lorenz Humbel destillierte ihn gemeinsam mit Andreas Kloke, dem Barmanager der Clouds Bar im Zürcher Prime Tower, der die Rezeptur ersann. Der Name verweist auf diese Bar. Das Verfahren folgt nach Berichten des Fachportals about-drinks einem Baukastenprinzip: Jedes Botanical wird einzeln mazeriert und destilliert, anschließend werden die Destillate verschnitten. Einen Zusatz von Kirschdestillat nennt der Bericht als besonderes Merkmal. Der Gin ist biozertifiziert und wird mit 42 % vol. in 0,7-Liter-Flaschen abgefüllt. Im Jahr 2013 erhielt er laut about-drinks die Auszeichnung "Spirit of the Year" bei den Distisuisse sowie den Publikumspreis der Destille Berlin ein.

Verkostung des Humbel Clouds Organic Gin:

Das folgende Profil beruht auf veröffentlichten Verkostungsnotizen und Fachberichten, nicht auf einer eigenen Verkostung. Falstaff vergab bei einer Verkostung im September 2018 durch drei Juroren 93 Punkte und beschreibt die Nase als frisch und hell, angeführt von Zitrus, mit Wacholder im Hintergrund. Der Gaumen folge diesem Eindruck, am Ende trete eine komplexe Würze hinzu. Das deckt sich mit dem Bericht von about-drinks, der den Gin als frisch mit edler Würze und einer unverwechselbaren Kirschnote beschreibt.

Ein Bio-Gin-Vergleich des Nachhaltigkeitsmagazins Lifeverde nennt Noten von Orange und Mandarine, nur wenig Wacholder sowie würzige Aromen von Thymian, Salbei, Harz und Kardamom. Das Testteam hielt den Gin sowohl pur als auch mit Tonic für gelungen. Insgesamt entsteht so ein Bild von einem zitrisch-kräuterigen Gin, in dem Wacholder bewusst nicht dominiert.

Steckbrief Humbel Clouds Organic Gin:

Alkoholgehalt: 42 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Koriander, Thymian, Salbei, Orangen- und Zitronenschale sowie Kirschdestillat (laut about-drinks)
Hersteller: Humbel Spezialitätenbrennerei AG, Stetten, Aargau, Schweiz

Ein Barprojekt als Bio-Gin: die Entstehung von Clouds

Der Clouds Gin ist ein Beispiel dafür, wie aus einem Bar-Konzept ein dauerhaftes Produkt werden kann. Die Clouds Bar liegt im Prime Tower in Zürich, und Andreas Kloke, ihr damaliger Barmanager, schuf die Rezeptur gemeinsam mit dem Brenner Lorenz Humbel. Die Brennerei steuerte das Handwerk der Destillation bei und ihre Erfahrung mit Bio-Rohstoffen, der Barmann die Idee vom Geschmack: frisch und würzig, wie die Berichte den Gin beschreiben.

Dass jedes Botanical einzeln destilliert wird, erlaubt eine genaue Dosierung. Thymian und Salbei lassen sich getrennt von den Zitrusschalen abstimmen, Wacholder und Koriander bilden das klassische Fundament. Das Kirschdestillat verweist auf die Spezialität des Hauses und ist eine für Gin ungewöhnliche Zutat. Zu Mengenverhältnissen und zum genauen Anteil des Kirschdestillats machen die gesichteten Quellen keine Angaben. Seit dem Start sind mehrere limitierte Sondereditionen erschienen, darunter eine Jubiläumsedition zum zehnjährigen Bestehen von Clouds mit 3.338 Flaschen, die allerdings eine eigene Botanical-Auswahl besitzt.

Verwendung des Humbel Clouds Organic Gin

  • Gin & Tonic: Die kräuterige Seite des Gins spricht für ein trockenes, kräuterbetontes Tonic wie Dr. Polidori's Dry Tonic Water mit Basilikum und Thymian. Alternativ unterstreicht Goldberg & Sons Mediterranean Tonic die Thymian-Rosmarin-Note. Als Garnitur bietet sich eine Orangenschale an, die das Zitrusprofil aufgreift.
  • Pur oder auf Eis: Beide Berichte halten den Gin auch ohne Beimischung für trinkbar.
  • Kräuter-Cocktails: Wegen der Thymian- und Salbeinoten bietet sich der Gin für kräuterbetonte Drinks wie den Gin Basil Smash an; das ist eine Anregung, keine Herstellerempfehlung.

Humbel Clouds richtet sich an Gin-Trinker, die Bio-Qualität und Schweizer Herkunft verbinden möchten und einen frischen, zitrisch-kräuterigen Stil dem klassischen Wacholderprofil vorziehen. Auffällig ist auch die grüne, kantige Flasche, die laut Lifeverde bewusst aus dem Regal herausstechen soll. Für Bar-Gäste in Zürich ebenso wie für Heimtrinker bleibt der Gin damit ein Beispiel dafür, dass ein Bio-Konzept und ein klar zitrisch-kräuteriger Stil gut zusammenpassen. Preislich liegt er im Premium-Bereich.

Einordnung & Alternativen

  • Adamus Organic Dry Gin – ebenfalls ein Bio-Gin, aber wärmer und fruchtiger mit Kardamom, Zimt und Ingwer.
  • Gin Mare – mediterran-kräuterig mit Basilikum und Rosmarin, ähnlich wacholderzurückhaltend, dabei salziger und herzhafter.
  • The Botanist Islay Dry Gin – ein anderer Weg zur regionalen Kräuterküche, mit wild gesammelten Pflanzen aus Islay.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Wacholder2/5
Zitrus4/5
Kräuter/Blumig4/5
Würze3/5

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