The Botanist Islay Dry Gin

Gin

The Botanist Islay Dry Gin

4,5/5 Redaktionsbewertung
46 % vol.PremiumIslay, Schottland
GinNew Western Dry Gin
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Herstellung des The Botanist Islay Dry Gin:

The Botanist wird von der schottischen Whisky-Destillerie Bruichladdich auf der Insel Islay produziert. Bruichladdich selbst wurde bereits 1881 gegründet, geriet aber 1994 in Schieflage und wurde erst 2001 von einer Investorengruppe um den Weinhändler Mark Reynier wiederbelebt, der die Destillerie zu einem Vorreiter für unabhängige, terroir-orientierte Whisky- und Ginproduktion in Schottland machte (2012 übernahm der Konzern Rémy Cointreau die Destillerie). The Botanist entstand als Ginprojekt der wiederbelebten Destillerie und wird in einer eigens umgebauten Lomond-Brennblase aus dem Jahr 1964, liebevoll "Ugly Betty" genannt, gebrannt. Neben neun klassischen Gin-Botanicals kommen 22 wild auf Islay von Hand gesammelte Pflanzen zum Einsatz, darunter Heidekraut, Wiesenkerbel und Gagelstrauch – gesammelt von einem eigens dafür ausgebildeten Vor-Ort-Botaniker, der die Insel systematisch nach essbaren und aromatischen Wildpflanzen durchstreift. Die Botanicals werden 17 bis 18 Stunden lang in einem besonders schonenden Verfahren mazeriert und destilliert, deutlich länger als bei den meisten anderen Gins, um ihre feinen, wilden Aromen möglichst unverfälscht einzufangen.

Verkostung des The Botanist Islay Dry Gin:

In der Nase zeigt sich The Botanist komplex und kräuterbetont: Wacholder trifft auf eine Fülle floraler und grüner Noten, von Minze über Kamille bis zu einem Hauch Heidekraut. Am Gaumen entfaltet sich eine bemerkenswerte Vielschichtigkeit — kräuterig, leicht erdig und mit einer feinen, anhaltenden Frische, getragen von den insgesamt 31 Botanicals. Der Abgang ist lang, kräuterwürzig und ausgesprochen elegant, ein Gin für alle, die gerne die botanische Komplexität eines Gins erkunden.

Steckbrief The Botanist Islay Dry Gin:

Alkoholgehalt: 46 % vol.
Verwendete Botanicals: 22 wild geerntete Islay-Botanicals plus 9 klassische Gin-Botanicals, u. a. Wacholder, Koriander, Heidekraut, Wiesenkerbel, Gagelstrauch
Hersteller: Bruichladdich Distillery Company Ltd.

Botanicals des The Botanist Islay Dry Gin im Detail

Die 22 wild geernteten Islay-Botanicals sind das eigentliche Alleinstellungsmerkmal von The Botanist: Pflanzen wie Wiesenkerbel, Gagelstrauch, Heidekraut, Wilder Thymian und Apfelminze wachsen nicht kultiviert, sondern werden je nach Saison von Hand auf der Insel gesammelt – ein Verfahren, das The Botanist von praktisch jedem anderen Gin weltweit unterscheidet, da die genaue Aromazusammensetzung leicht von Jahr zu Jahr variieren kann. Die neun klassischen Gin-Botanicals, darunter Wacholder, Koriander und Angelikawurzel, bilden das strukturelle Rückgrat, auf dem die wilden Islay-Pflanzen ihre kräuterig-grüne, teils leicht minzige und florale Komplexität entfalten können. Weil die Extraktion mit 17 bis 18 Stunden deutlich länger dauert als bei den meisten anderen Gins, gelingt es der Destillerie, auch die zarten, flüchtigen Aromen der wild gesammelten Pflanzen vollständig einzufangen, statt sie durch eine zu kurze oder zu aggressive Destillation zu verlieren. Wie die einzelnen Botanicals den Charakter eines Gins prägen, erklärt unser Überblick Gin-Botanicals im Detail.

Verwendung des The Botanist Islay Dry Gin

  • Gin & Tonic: Wegen seiner kräuterbetonten Komplexität passt am besten ein zurückhaltendes, mildes Tonic wie Fever-Tree Naturally Light Tonic Water oder Thomas Henry Tonic Water, damit die vielen Botanicals nicht überdeckt werden.
  • Martini: Auch in einem trockenen Martini zeigt The Botanist eindrucksvoll seine kräuterige Tiefe und eignet sich hervorragend für experimentierfreudige Genießer.

The Botanist Islay Dry Gin richtet sich an Genießer, die botanische Vielfalt und einen unverwechselbaren Bezug zur Herkunftsregion schätzen – ein Gin, der seine Insel-Identität nicht nur behauptet, sondern durch die tatsächliche Wildsammlung auch einlöst. Im Vergleich zu einem ebenfalls stark botanisch geprägten Craft-Gin wie dem St. George Botanivore Gin zieht The Botanist seine Komplexität stärker aus regionaler, wild gesammelter Flora als aus global bezogenen Gewürzen. Für Whisky-Kenner ist die Verbindung zu Bruichladdich zudem ein zusätzlicher Reiz: The Botanist zeigt, wie sich das Terroir-Denken einer Whisky-Destillerie auch auf einen Gin übertragen lässt.

Bemerkenswert ist auch, dass die Herstellung von The Botanist parallel zur regulären Whiskyproduktion von Bruichladdich läuft und die "Ugly Betty" genannte Brennblase eigens für dieses Projekt reaktiviert wurde, statt eine der Whisky-Brennblasen zweckzuentfremden. Das unterstreicht, wie ernst die Destillerie den Gin innerhalb ihres Portfolios nimmt – The Botanist ist kein Nebenprodukt, sondern ein eigenständiges, mit ähnlicher Sorgfalt entwickeltes Projekt wie die Bruichladdich-Whiskys selbst. Die Praxis des Wildsammelns wird dabei bewusst nachhaltig betrieben: Nur so viel wird geerntet, wie jeweils tatsächlich für eine Charge benötigt wird, und die Sammelgebiete wechseln über die Saison hinweg, um einzelne Bestände nicht zu überstrapazieren.

Auch geschmacklich zahlt sich dieser Aufwand aus: Wer The Botanist zum ersten Mal probiert, wird häufig von der Vielschichtigkeit überrascht, die trotz 31 Botanicals nie unübersichtlich wirkt – ein Balanceakt, der die sorgfältige, mehrstündige Mazeration und Destillation als entscheidenden Erfolgsfaktor bestätigt. Gerade deshalb gilt The Botanist bei vielen Bartendern und Gin-Enthusiasten als einer der Referenzgins für den New-Western-Style, der botanische Komplexität über reine Wacholderdominanz stellt. Der Preis liegt im Premium-Bereich für New Western Dry Gins, was angesichts der aufwendigen Handernte und der langen Mazeration gerechtfertigt erscheint.

Einordnung & Alternativen

  • St. George Botanivore Gin – ähnlich botanisch vielschichtig, bezieht seine Komplexität aber eher aus warmen Gewürzen als aus wild gesammelter Flora.
  • Hendrick's Gin – ebenfalls ein New-Western-Klassiker, konzentriert sich jedoch auf wenige Signaturzutaten wie Gurke und Rose statt auf botanische Breite.
  • Caorunn Gin – schottischer Vergleichskandidat mit schottischen Botanicals, aber deutlich reduzierterem, weniger wildem Profil und etwas günstigerer Preislage.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Wacholder3/5
Zitrus1/5
Kräuter/Blumig5/5
Würze2/5

Passende Gin & Tonic Kombinationen

The Botanist Islay Dry Gin & Aqua Monaco Organic Herbal Tonic (4/5)

The Botanist Islay Dry Gin & Aqua Monaco Organic Herbal Tonic (4/5)

Zwei kräuterbetonte Botanical-Welten türmen sich übereinander statt sich zu ergänzen – dicht und faszinierend, aber selten wirklich transparent.

The Botanist Islay Dry Gin & Franklin & Sons Rhubarb Tonic Water with Hibiscus (3/5)

The Botanist Islay Dry Gin & Franklin & Sons Rhubarb Tonic Water with Hibiscus (3/5)

31 wild geerntete Botanicals treffen auf Rhabarber und Hibiskus – ein Experiment, bei dem die feine Kräuterkomplexität des Gins von der Fruchtsüße des Tonics eher überdeckt als getragen wird.

The Botanist Islay Dry Gin & Goldberg & Sons Mediterranean Tonic (3/5)

The Botanist Islay Dry Gin & Goldberg & Sons Mediterranean Tonic (3/5)

31 feine Islay-Botanicals treffen auf ein selbst schon kräuterintensives Tonic – beeindruckend komplex, aber die zarteren Wildpflanzen-Nuancen geraten streckenweise ins Hintertreffen.

The Botanist Islay Dry Gin & Indi & Co. Botanical Tonic Water (3/5)

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Orangenmarmelade und Kardamom des Indi & Co. überdecken die zarten, wild gesammelten Islay-Botanicals, statt sie zu unterstreichen.

The Botanist Islay Dry Gin & Swiss Mountain Spring Dry Tonic Water (3/5)

The Botanist Islay Dry Gin & Swiss Mountain Spring Dry Tonic Water (3/5)

Rohe, ungestützte Bitterkeit statt sanfter Zurückhaltung – die 22 wild geernteten Islay-Botanicals bekommen hier zu wenig Halt.

The Botanist Islay Dry Gin & Fever-Tree Naturally Light Tonic Water (5/5)

The Botanist Islay Dry Gin & Fever-Tree Naturally Light Tonic Water (5/5)

Die stark reduzierte Süße lässt Heidekraut, Wiesenkerbel und Gagelstrauch der 31 Botanicals einzeln hervortreten, statt sie zu verkleben.

The Botanist Islay Dry Gin & East Imperial Royal Botanic Tonic (5/5)

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31 wild geerntete Islay-Botanicals treffen auf Holunderblüte und Grapefruit — eine der botanisch dichtesten Kombinationen im Katalog.

The Botanist Islay Dry Gin & Thomas Henry Tonic Water (5/5)

The Botanist Islay Dry Gin & Thomas Henry Tonic Water (5/5)

Eine seltene doppelte Herstellerempfehlung: Weil sich das Tonic zurückhält, dürfen 31 wild gesammelte Botanicals ihre volle Vielschichtigkeit ausspielen.

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