Herstellung des Studer Swiss Highland Dry Gin:
Der Swiss Highland Dry Gin kommt von der Distillerie Studer in Escholzmatt im Kanton Luzern, einem Familienbetrieb mit gut 140 Jahren Geschichte. Gegründet wurde das Haus 1883 im Entlebuch von vier Studer-Brüdern, zunächst als Brennerei sowie Likör- und Konfitürenfabrik; von Beginn an standen Obstbrände aus Williamsbirnen, Kirschen, Himbeeren und Zwetschgen im Mittelpunkt. Heute führen die vierte und die fünfte Generation das Unternehmen gemeinsam. Das Stammhaus nennt sich selbst "House of the Good Spirit", in Luzern betreibt die Familie einen Brennereishop mit Degustationen.
Mit Gin beschäftigt sich Studer nach eigener Darstellung seit etwa einem Jahrzehnt. Im Gespräch mit dem Branchenportal The Gin Guide erklärt die Familie, dass die Rezeptur auf ein Dry-Gin-Rezept aus einem mehr als 140 Jahre alten Familien-Notizbuch zurückgeht; der Gin Guide nennt als Bezugspunkt ein Familienrezept von 1888. Der Gin versteht sich laut Hersteller als Hommage an die Region Entlebuch. Studer betont, in Handarbeit und in kleinen Chargen zu arbeiten. Als Basis nennt der Gin Guide einen Getreidealkohol. Zur genauen Destillationstechnik machen die gesichteten Quellen keine Angaben.
Der Alkoholgehalt liegt laut Falstaff und Händlerangaben bei 42,4 % vol.; The Gin Guide nennt 42,2 %. Abgefüllt wird der Gin in 0,7-Liter-Flaschen.
Verkostung des Studer Swiss Highland Dry Gin:
Das folgende Profil beruht auf veröffentlichten Verkostungsnotizen und Herstellerangaben, nicht auf einer eigenen Verkostung. Die Gin-Guide-Rezension beschreibt die Nase als Zusammenspiel aus Wacholder und pfeffrigem Kubebenpfeffer mit blumig-kräuterigen Noten und einem Hauch Ingwer. Am Gaumen übernimmt Lavendel die Führung, Wacholder und Zitronengras laufen daneben, während der Kubebenpfeffer Tiefe gibt. Im Abgang bleiben Pfeffer und wärmender Ingwer. Das Gesamtbild, so der Gin Guide, wirke ausgewogen und eher asiatisch inspiriert als alpin.
Die Verkoster des österreichischen Magazins Falstaff vergaben 93 Punkte; ein Panel von neun Personen verkostete den Gin im November 2021. Notiert wurden eine frische, klare Nase, ein süßer Gaumen mit angenehmer Würze und guter Balance sowie ein langer Abgang. Einzelne Verkoster erwähnten zudem Fichtennadeln, Fenchel-Tee, Zitronengras und Ingwer und hielten den Gin auch pur oder auf Eis für trinkbar. Das passt zu einem würzig geprägten Profil mit klar erkennbarem Wacholder und mittlerer Zitrusfrische.
Steckbrief Studer Swiss Highland Dry Gin:
Alkoholgehalt: 42,4 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Koriandersamen, Kubebenpfeffer, Ingwer, Zitronengras, Lavendel (laut The Gin Guide)
Hersteller: Distillerie Studer & Co. AG, Escholzmatt, Kanton Luzern, Schweiz
Kubebenpfeffer statt Alpenklischee: die Botanicals im Detail
Wer bei einem Gin mit dem Namen "Swiss Highland" Enzian, Arvennadeln oder Bergkräuter erwartet, wird von der Botanical-Liste überrascht. Nach den Angaben des Gin Guide sind es nur sechs Zutaten, und die meisten davon sind keine Schweizer Gewächse: Kubebenpfeffer, Ingwer und Zitronengras stammen aus der Gewürzküche Südostasiens. Gerade diese Reduktion macht das Profil lesbar. Der Kubebenpfeffer, auch Java-Pfeffer genannt, bringt eine harzig-pfeffrige Schärfe, die sich mit dem Kiefernton des Wacholders verträgt. Ingwer liefert Wärme für den Abgang, Zitronengras eine hellere, grasige Zitrusnote, die eher an Kräutertee als an Zitronenschale erinnert. Koriandersamen schlagen die Brücke zur klassischen Gin-Rezeptur, und Lavendel bringt das blumige Element, das am Gaumen deutlich nach vorn tritt.
Der regionale Bezug liegt also weniger in den Zutaten als in der Rezepturgeschichte und der Herkunft des Hauses. Man erkennt darin eine Brennerei, die ihre Obstbrand-Tradition mit einem eher internationalen Gin-Verständnis verbindet. Das Falstaff-Panel erwähnte "Java Pepper" ausdrücklich als prägende Würze.
Verwendung des Studer Swiss Highland Dry Gin
- Gin & Tonic: Die Gin-Guide-Rezension empfiehlt Tonic mit Gurken- oder Dillgarnitur und weist darauf hin, dass Tonic die Kiefernnoten des Wacholders hervorhebt. Gut passt ein Tonic mit alpiner Bitterkomponente wie Gents Swiss Roots Tonic Water, dessen Enzian die pfeffrige Würze aufgreift. Wer es neutraler mag, greift zu Fever-Tree Premium Indian Tonic Water.
- Martini und French 75: Der Gin Guide nennt beide Cocktails als geeignete Verwendung; die Lavendel- und Ingwerakzente kommen im Martini oder im French 75 gut zum Tragen.
- Pur: Falstaff-Verkoster hielten den Gin auch pur oder auf Eis für gut trinkbar.
Der Studer Swiss Highland Dry Gin richtet sich an Gin-Trinker, die klassischen Wacholder mögen, aber eine würzigere, leicht exotische Richtung suchen. Er liegt preislich im Premium-Segment und bietet dafür ein klar umrissenes Profil, das auch von Kritikern gelobt wird. Für Sammler von Schweizer Spirituosen ist er zudem eine seltene Gelegenheit, eine traditionsreiche Obstbrennerei von einer anderen Seite kennenzulernen. Neben dem Dry Gin führt Studer unter anderem einen Old Tom und einen alkoholfreien Gin im Sortiment, was die Bandbreite des Hauses unterstreicht.
Einordnung & Alternativen
- Opihr Oriental Spiced London Dry Gin – setzt ebenfalls auf Kubeben- und andere Pfeffersorten, ist aber insgesamt wärmer und deutlich weniger wacholderlastig.
- Roku Gin – ein weicherer, floraler Gin mit japanischen Botanicals, der eine ähnliche asiatische Note, aber weniger Pfefferschärfe bietet.
- Löwen Dry Gin – alpine Hausbrennkunst aus Vorarlberg, für alle, die den Bergkräuter-Charakter vermissen, den Studer bewusst nicht in den Vordergrund stellt.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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Harzige, balsamische Lärchenzapfen vom Weißhorn und bittere Enzianwurzel prägen ein alpines Profil abseits der üblichen Zitrus-Wacholder-Achse.
Dazu passendes Tonic Water

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Fever-Tree Premium Indian Tonic Water
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