Herstellung des The Stin Styrian Gin:
Hinter The Stin stehen zwei Freunde aus der Südsteiermark: Johannes Firmenich und Reinhard Jagerhofer, die ihren Gin als STIN – Firmenich & Jagerhofer GesbR in Ehrenhausen an der Weinstraße herstellen. Firmenich kümmert sich um die Destillation; er begann laut Tourismusinformationen auf dem Familienhof, dem Steinberghof mit seinem Buschenschank, zu brennen, wo die vielen Äpfel der Umgebung zunächst das Rohmaterial waren. Sein Vater stellt dort die Obstbrände her. Beraten wurde das Duo bei der Rezeptur vom Barkeeper Philipp M. Ernst. Ein Gründungsjahr nennen die verfügbaren Quellen nicht; die Auszeichnungen der Gründer reichen laut Steiermark Tourismus aber bis 2018 zurück.
Gebrannt wird in kleinen Chargen in einem Kupferkessel mit nur 50 Litern Fassungsvermögen, der laut einem Händlerporträt sanft beheizt wird, damit die Aromen schonend übergehen. Das Destillat hat zunächst rund 80 % vol. und wird mit steirischem Quellwasser auf 47 % vol. herabgesetzt; nach der Destillation kommen laut Händlerangabe weder Aromen noch Zucker hinzu. Die Marke führt drei Gins im Sortiment: Classic Proof, Overproof und Sloeberry. Der Overproof erhielt laut Steiermark Tourismus Gold beim World Spirits Award. Für den hier beschriebenen Classic Proof vergab Falstaff im Oktober 2025 94 Punkte.
Verkostung des The Stin Styrian Gin:
Die Redaktion hat den Gin nicht selbst verkostet; die Beschreibung stützt sich auf Herstellerangaben und veröffentlichte Verkostungsnotizen. Der Hersteller spricht von einem frischen Duft und einem unverwechselbaren Geschmack. Konkreter wird die Falstaff-Jury, die den Gin im Oktober 2025 mit neun Verkostern bewertete: Die Nase wirkt demnach erdig und zitrusfrisch, mit Anklängen an Kiefernnadeln, Limettenschale und Wacholder.
Am Gaumen beschreiben die Verkoster den Gin als pfeffrig und herzhaft, der Abgang ist warm, kräuterig und trocken. Das passt zu einem Rezept, in dem neben Wacholder und Zitrusfrüchten Gewürze wie Kümmel, Ingwer, Kardamom und Pfeffer stehen. Insgesamt entsteht das Bild eines würzig-trockenen Gins mit klarer Zitrusseite, in dem der Wacholder präsent bleibt, ohne allein den Ton anzugeben. Der Alkohol von 47 % vol. dürfte dem Aroma Nachdruck geben; er ist die Grundlage für die „Classic Proof“-Bezeichnung des Herstellers.
Steckbrief The Stin Styrian Gin:
Alkoholgehalt: 47 % vol.
Verwendete Botanicals: 28 Botanicals, darunter Wacholder, Zitrone, Orange, südsteirische Äpfel, oststeirischer Holunder, Koriander, Kümmel, Ingwer, Kardamom und Pfeffer
Hersteller: STIN – Firmenich & Jagerhofer GesbR, Ehrenhausen an der Weinstraße, Steiermark, Österreich
Südsteirisches Terroir: Äpfel, Holunder und eine kleine Blase
Das Besondere an The Stin ist weniger ein einzelnes Exotikum als die Verankerung in der Gegend. Der Hersteller nennt Äpfel aus der Südsteiermark und Holunder aus der Oststeiermark, dazu die Zitrusfrüchte, Wacholder und ein Gewürzspektrum von Koriander über Kümmel bis Ingwer. Insgesamt sind es laut Hersteller und Händlern 28 Botanicals; eine vollständige Liste ist in den gesichteten Quellen nicht abgedruckt. Die Steiermark ist als Apfel- und Weinregion bekannt, und laut Steiermark Tourismus wachsen die Zutaten buchstäblich vor der Haustür des Hofes.
Technisch bemerkenswert ist die Größe des Kessels. Mit 50 Litern ist der Kessel sehr klein, die Chargen bleiben entsprechend überschaubar. Der Gin wird erst nach dem Brennen mit Quellwasser reduziert, und nichts wird nachträglich zugesetzt; die Zutatenangabe lautet entsprechend schlicht: Wasser, Alkohol, Wacholder, Kräuter und Früchte. Die Rezeptur wurde mit einem Barkeeper entwickelt, was erklärt, warum der Gin auf Mixbarkeit ausgelegt wirkt. Das ist allerdings eine Einschätzung der Redaktion, keine Herstellerangabe.
Verwendung des The Stin Styrian Gin
- Gin & Tonic: Ein klares Tonic wie Franklin & Sons Premium Indian Tonic Water stützt die Zitrus- und Wacholderseite, ohne die Gewürze zu überdecken. Wer die Holunderblüte betonen möchte, greift zu Thomas Henry Elderflower Tonic Water. Wegen der 47 % vol. genügt ein Verhältnis von etwa 1:2 bis 1:3.
- Serviervorschlag: Als Garnitur bieten sich ein Apfelspalt oder eine Zitronenzeste an, die die Zutatenwelt des Gins aufgreifen (redaktionelle Empfehlung).
- Pur oder auf Eis: Die Falstaff-Jury beschreibt einen warmen, trockenen Abgang; bei 47 % vol. bietet sich ein kleiner Schuss Wasser oder ein großer Eiswürfel an (redaktionelle Empfehlung).
The Stin richtet sich an Trinker, die einen kräftigen, trockenen Gin mit Gewürz und regionalem Bezug suchen und bereit sind, für kleine Chargen etwas mehr auszugeben. Wer einen sanften, floralen Einstieg sucht, ist mit einem milderen Gin besser bedient, denn hier geht es um Struktur und Würze.
Interessant ist der Gin auch als Beispiel für die junge Craft-Szene der Steiermark. Die Region ist bekannt für Obstbrände, und Stin zeigt, wie sich diese Brenntradition mit der Barkultur verbinden lässt, ohne den Hof zu verlassen.
Einordnung & Alternativen
- Reisetbauer Blue Gin – ebenfalls von einem österreichischen Obstbrenner, mit 27 Botanicals und eigener Feinbrand-Basis eine ähnlich handwerkliche, aber stärker auf Süßholz und Pfeffer ausgerichtete Alternative.
- Monkey 47 Dry Gin – für alle, die Botanical-Vielfalt schätzen: 47 Botanicals aus dem Schwarzwald, mit deutlich anderer Aromatik.
- Wien Gin – österreichischer Gin mit acht Botanicals und Holundernote, milder und leichter als The Stin.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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Reisetbauer Blue Gin
27 einzeln mazerierte Botanicals auf Weizenfeinbrand-Basis — komplexe Gewürzschichten mit Süßholz-Pfeffer-Abgang.

Wien Gin - Vienna Dry Gin
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Monkey 47 Dry Gin
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Z44 Gin
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Dazu passendes Tonic Water

Franklin & Sons Premium Indian Tonic Water
Ausgewogen bitter mit moderater Süße — näher am klassischen Indian-Tonic-Profil als viele Craft-Alternativen.

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Fentimans Tonic Water
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