Stork Club Single Malt Whisky

Deutscher Whisky

Stork Club Single Malt Whisky

3,5/5 Redaktionsbewertung
47 % vol.Ex-Bourbon-, Ex-Sherry- & Ex-Weißwein-FassSchlepzig, Spreewald, Deutschland
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Stork Club Single Malt – Fruchtiger Malt aus dem Spreewald

Der Stork Club Single Malt stammt von der Spreewood Distillers-Brennerei im brandenburgischen Schlepzig, rund 60 Kilometer südlich von Berlin – einer Region, die international vor allem für ihren Roggenwhiskey bekannt geworden ist. Neben dem markenprägenden Rye Whiskey produziert die Destillerie auch diesen Single Malt, der in einer für deutsche Whiskys ungewöhnlichen Kombination aus drei verschiedenen Fasstypen reift und dadurch ein auffällig fruchtbetontes, weinig-süßes Profil entwickelt. Abgefüllt wird mit 47 % Vol. – kräftiger als viele Standardabfüllungen und ein Hinweis darauf, dass Spreewood Distillers auch bei der weniger bekannten Nebenlinie ihres Sortiments auf Substanz statt auf bloße Trinkfreundlichkeit setzt.

Geschichte: Vom Spreewaldini zur modernen Rye-Destillerie

Die Wurzeln der Brennerei in Schlepzig reichen bis in die frühen 2000er-Jahre zurück, als am Standort zunächst Obstbrände und ein Fruchtlikör namens "Spreewaldini" hergestellt wurden. 2016 übernahmen Steffen Lohr, Sebastian Brack und Bastian Heuser den Betrieb, gründeten die Spreewood Distillers GmbH und richteten die Produktion konsequent auf Whiskey aus – mit einem klaren Schwerpunkt auf Roggen, der in der als Kornkammer bekannten Region rund um den Spreewald reichlich verfügbar ist. Mit dem daraus entstandenen Stork Club Straight Rye Whiskey zählt die Brennerei heute zu den bekanntesten deutschen Roggenwhiskey-Herstellern und hat sich damit einen Namen weit über die deutschen Landesgrenzen hinaus gemacht. Der Standort verfügt zudem über ein Besucherzentrum mit regelmäßigen Führungen und Verkostungen, über das die noch junge Marke ihre Geschichte und Produktionsphilosophie direkt an interessierte Besucher vermittelt. Der hier vorgestellte Single Malt bildet dabei bewusst das gersten-basierte Gegenstück zur Roggenlinie und zeigt, dass die Brennerei ihr Können nicht nur auf ein Getreide beschränkt. Neben dem Straight Rye und dem Single Malt experimentiert Spreewood Distillers regelmäßig mit weiteren Abfüllungen wie einem torfig-rauchigen Roggenwhiskey und limitierten Single-Cask-Editionen, was die Brennerei innerhalb der noch jungen deutschen Whisky-Szene als vergleichsweise experimentierfreudig auszeichnet.

Der Stork Club Single Malt im Speziellen

Der Stork Club Single Malt reift in einer Kombination aus Ex-Bourbon-, Ex-Sherry- und Ex-Weißweinfässern – eine für deutsche Single Malts vergleichsweise aufwendige Dreifachreifung, die dem Whisky seine ausgeprägt fruchtig-weinige Note verleiht. Abgefüllt wird er mit 47 % Vol., deutlich über dem gesetzlichen EU-Mindeststandard von 40 % Vol. Innerhalb des Sortiments von Spreewood Distillers nimmt der Single Malt eine Nebenrolle neben dem deutlich prominenteren Roggenwhiskey ein, richtet sich aber gezielt an Whisky-Trinker, die die fruchtig-süße, weinbetonte Stilrichtung schottischer oder irischer Sherryfass-Abfüllungen schätzen, dabei aber bewusst zu einem deutschen Erzeugnis greifen möchten. Wie bei vielen kleineren deutschen Craft-Destillerien variieren Chargen dieses vergleichsweise kleinen Nebenprodukts über die Jahre in Details wie dem genauen Fassverhältnis, weshalb sich das grundlegende Aromenprofil zwar konsistent, aber nicht auf die Kommastelle exakt reproduziert zeigt.

Verkostungsnotiz

  • Farbe: Kräftiges Gold, bedingt durch den Anteil an Sherry- und Weißweinfässern dunkler als eine reine Bourbonfass-Reifung.
  • Nase: Frisches Holz und Vanille, dazu Honig, reife Ananas und Mango sowie ein zarter Hauch Zitrus im Hintergrund.
  • Gaumen: Fruchtig-süß mit deutlicher Weinnote, tropischen Trockenfrüchten, Malz und einer leicht cremigen Textur, die von feiner Würze begleitet wird.
  • Abgang: Kräftig und vollmundig, mit nachklingender Traubensüße, dunklen Trockenfrüchten und einer angenehmen, trockenen Länge.

Genuss-Empfehlung

Der Stork Club Single Malt entfaltet seine fruchtig-weinigen Aromen am besten pur oder mit einem einzelnen Tropfen Wasser in einem Nosing-Glas bei Zimmertemperatur. Wer ihn gekühlt genießen möchte, sollte höchstens einen großen Eiswürfel verwenden, um die Honig- und Fruchtnoten nicht zu sehr zu verwässern. Kulinarisch passt er gut zu reifem Blauschimmelkäse, dunkler Schokolade oder einem Dessert mit tropischen Früchten – Kombinationen, die die weinige Süße und die Fruchtaromen des Whiskys sinnvoll ergänzen. Als Digestif nach einem Essen mit mediterranen oder fruchtigen Komponenten zeigt sich der Stork Club Single Malt von seiner besten Seite, während er als reiner Rauchwhisky-Ersatz für Islay-Fans eher ungeeignet ist.

Fazit

Der Stork Club Single Malt ist ein solides, fruchtbetontes Nebenprodukt einer Brennerei, die international vor allem für ihren Roggenwhiskey bekannt ist – und beweist, dass sich das handwerkliche Können der Spreewood Distillers auch auf gerstenbasierten Malt übertragen lässt. Wer bereits deutsche Single Malts wie den Slyrs Bavarian Single Malt kennt, wird beim Stork Club eine deutlich weinigere, weniger auf reine Eichensüße fokussierte Stilrichtung entdecken, die vor allem Fans sherry- und weinfassgereifter Whiskys ansprechen dürfte. Wer die volle Bandbreite der Brennerei erleben möchte, sollte den Single Malt jedoch stets im direkten Vergleich zum markanteren Stork Club Rye Whiskey verkosten, der nach wie vor das eigentliche Aushängeschild der Destillerie bleibt.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße3/5
Rauch/Torf1/5
Fruchtigkeit4/5
Würze/Eiche3/5

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