Herstellung des The Illusionist Dry Gin:
The Illusionist Dry Gin wird von der 2015 in München gegründeten The Illusionist Distillery GmbH hergestellt, die ihren Sitz in der Pestalozzistraße im Münchner Glockenbachviertel hat. Die Brennerei beschreibt ihren eigenen Anspruch als Verbindung von "Wissenschaft und Kunst" zu handgefertigten Spirituosen, und genau dieser Ansatz prägt auch das namensgebende Flaggschiffprodukt: einen Dry Gin, dessen Rezeptur nach Herstellerangaben über eineinhalb Jahre Entwicklungszeit durchlief, bevor sie 2015 marktreif war.
Für die Rezeptur werden 16 sorgfältig ausgewählte Botanicals aus aller Welt verarbeitet, die sich grob in vier Gruppen einteilen lassen: florale und krautige Noten wie Rosmarin, Lavendel und Kamille, klassische Gin-Zutaten wie Koriandersamen, Angelikawurzel, Muskatblüte, Süßholz und Wacholder, eine breite Zitruspalette aus Orange, Zitrone und Grapefruit sowie als ungewöhnlicher Farbtupfer Cranberries. Der Gin wird mit 45 % vol. abgefüllt und in 500-ml-Flaschen angeboten, wobei jede Charge laut Hersteller aufgrund der saisonal geernteten Zutaten leichte, gewollte Nuancenunterschiede aufweisen kann.
Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal des Gins ist jedoch weniger die Botanicals-Liste als seine Optik: The Illusionist Dry Gin wird tiefblau abgefüllt und verändert seine Farbe beim Kontakt mit säurehaltigen Mixgetränken wie Tonic Water, Ginger Beer oder Zitrussaft zu einem sanften Rosa. Verantwortlich dafür ist ein natürlicher, pH-sensitiver Farbstoff, der auf den niedrigeren pH-Wert der Mixer reagiert. Die Distillery zählt damit zu den ersten Marken auf dem deutschen Markt, die dieses Prinzip in großem Stil vermarktet haben, und wurde dafür unter anderem bei IWSC, Gault-Millau und Falstaff ausgezeichnet.
Verkostung des The Illusionist Dry Gin:
In der Nase präsentiert sich The Illusionist Dry Gin komplex und vielschichtig, mit einem deutlichen floralen Auftakt aus Lavendel und Kamille, der von der frischen Kräuternote des Rosmarins begleitet wird. Wacholder tritt bewusst zurück und bildet eher ein leises, harzig-grünes Fundament als das dominante Leitaroma. Am Gaumen entfaltet sich eine breite Zitruspalette: Orange und Zitrone sorgen für Frische, während die Grapefruit eine leicht bittere Kante beisteuert und die Cranberries eine feine, herbfruchtige Süße einbringen, die dem Gin eine ungewöhnlich fruchtige Tiefe verleiht. Muskatblüte und Süßholz liefern im Hintergrund eine zart würzige Rundung. Im Abgang bleiben vor allem die floralen und zitrischen Noten präsent, mit einem langen, mediterran anmutenden Nachklang, der die aufwendige Botanicals-Komposition noch einmal spürbar macht.
Steckbrief The Illusionist Dry Gin:
Alkoholgehalt: 45 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Rosmarin, Lavendel, Kamille, Koriandersamen, Angelikawurzel, Muskatblüte, Süßholz, Orange, Zitrone, Grapefruit, Cranberries (16 Botanicals insgesamt)
Hersteller: The Illusionist Distillery GmbH, München, Deutschland
Der Farbwechsel-Effekt im Detail
Der auffälligste Aspekt von The Illusionist Dry Gin ist zweifellos sein Farbwechsel von Tiefblau zu Zartrosa, sobald der Gin mit einem sauren Mixer in Kontakt kommt. Möglich macht dies ein natürlicher pflanzlicher Farbstoff, dessen Molekülstruktur empfindlich auf Veränderungen des pH-Werts reagiert – ein Prinzip, das botanisch etwa aus Schmetterlingserbsenblüten-Extrakten bekannt ist und in der Spirituosenbranche seit einigen Jahren zunehmend Verwendung findet. Während der Effekt zunächst wie ein reiner Showeffekt wirkt, hat er nach Angaben der Distillery auch einen praktischen Nutzen: Er zeigt optisch an, wie stark der Drink bereits mit Tonic oder Zitrussaft verdünnt wurde, und macht das Einschenken für Gäste zu einem kleinen visuellen Erlebnis. Für die Markenidentität war dieser Effekt von Anfang an zentral – der Name "The Illusionist" bezieht sich direkt auf diese Verwandlung im Glas und positioniert die Distillery bewusst als Anbieter, der Traditionshandwerk mit überraschenden, modernen Elementen verbindet, statt klassische Gin-Konventionen einfach fortzuschreiben.
Verwendung des The Illusionist Dry Gin
- Gin & Tonic: Für den vollen Farbwechsel-Effekt empfiehlt sich ein klares, saures Tonic wie Fever-Tree Premium Indian Tonic Water, das die Verfärbung zuverlässig auslöst und gleichzeitig die Zitrusnoten des Gins unterstützt. Wer die floralen Aromen betonen möchte, kombiniert stattdessen mit Fentimans Tonic Water, dessen kräutrige Bittertöne gut zu Lavendel und Rosmarin passen.
- Servierhinweis: Ein Spritzer frischer Limettensaft im Glas verstärkt den Farbwechsel zusätzlich und sorgt für ein besonders intensives Rosa.
The Illusionist Dry Gin richtet sich an Genießer, die neben aromatischer Tiefe auch ein optisches Erlebnis am Tisch schätzen, etwa für Partys oder als Gesprächsthema bei Gästen. Im Vergleich zu anderen farbwechselnden Gins wie dem britischen London No. 1 Original Blue Gin, der seine blaue Farbe dauerhaft behält, geht The Illusionist Dry Gin einen Schritt weiter: Erst im Glas, im Zusammenspiel mit dem Mixer, entfaltet sich der eigentliche visuelle Effekt. Damit positioniert sich die Münchner Distillery klar als Marke, die Tradition und Spielerei bewusst zusammenbringt, ohne dabei auf ein anspruchsvolles, botanicals-reiches Geschmacksprofil zu verzichten. Der Preis liegt im Premium-Segment deutscher Craft-Gins, was angesichts der aufwendigen 16-Botanicals-Rezeptur und des mehrfach ausgezeichneten Farbwechsel-Konzepts nachvollziehbar ist.
Einordnung & Alternativen
- London No. 1 Original Blue Gin – ebenfalls farblich auffällig, behält seine Farbe aber dauerhaft statt sie erst im Glas zu wechseln.
- The Duke Munich Dry Gin – weiterer Münchner Craft-Gin, deutlich reduzierter in der Botanicals-Zahl und ohne optischen Effekt, dafür günstiger.
- Gin Sul – deutscher Craft-Gin mit portugiesischem Bezug, setzt auf botanische Tiefe statt auf visuelle Inszenierung.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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