Herstellung des Unterholz Gin:
Der Unterholz Gin stammt von Unterholz Spirits aus dem Odenwald in Hessen. Der Name geht auf das Umfeld des Musikfestivals "Sound of the Forest" zurück, das seit einigen Jahren mitten im Wald des Odenwalds stattfindet und dessen Macher-Community die Marke Unterholz hervorgebracht hat – ein Beispiel dafür, wie aus der Festival- und Outdoor-Kultur heraus eine eigenständige Spirituosenmarke entstehen kann. In der markanten 0,5-Liter-Flasche mit Korkverschluss steckt eine Rezeptur aus Wacholder, Kardamom, Zitrone und Zitronengras, ergänzt um weitere Kräuter und Beeren nach eigener Auswahl der Macher; die Botanicals werden mazeriert und anschließend gemeinsam destilliert. Mit 37,5 % vol. liegt der Unterholz Gin bewusst am unteren Rand dessen, was in der EU noch als Gin bezeichnet werden darf (Mindestgehalt 37,5 % vol.) – eine Entscheidung, die den milden, zugänglichen Charakter des Gins unterstreicht und ihn von den meist deutlich stärkeren klassischen London Dry Gins abgrenzt. Die Verpackung mit Korkverschluss und das schlichte, naturverbundene Etikettendesign greifen dabei bewusst die Wald- und Festival-Ästhetik auf, aus der die Marke entstanden ist.
Verkostung des Unterholz Gin:
In der Nase präsentiert sich der Unterholz Gin mild und ausgewogen, mit Kardamom, Wacholder, Zitrusnoten und einer dezenten Süße. Am Gaumen zeigt sich eine leichte Schärfe, gepaart mit einer honigartigen Süße und Zitronengras-Frische; der vergleichsweise niedrige Alkoholgehalt sorgt dafür, dass der Gin insgesamt weich und rund bleibt, ohne die Botanicals zu überdecken. Der Abgang bringt Kardamom und Wacholder mit Zitrusnoten zurück und klingt angenehm aromatisch aus, ohne lange nachzubrennen – ein Stil, der eher auf Zugänglichkeit als auf Intensität setzt.
Steckbrief Unterholz Gin:
Alkoholgehalt: 37,5 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Kardamom, Zitrone, Zitronengras, Kamille sowie weitere ausgewählte Kräuter und Beeren
Hersteller: Unterholz Spirits, Odenwald, Hessen
Herstellung im Detail: Warum ein niedriger Alkoholgehalt
Während die meisten Premium-Gins zwischen 40 und 47 % vol. abgefüllt werden, entscheidet sich Unterholz bewusst für die gesetzlich niedrigstmögliche Stärke von 37,5 % vol. Das hat zwei Effekte: Zum einen wirkt der Gin dadurch spürbar milder und einsteigerfreundlicher, weil der Alkohol weniger stark in den Vordergrund tritt. Zum anderen verschiebt sich das Verhältnis von Alkohol zu Botanical-Aroma leicht zugunsten der Süße und Frische von Kardamom, Zitrone und Zitronengras, die dadurch besonders prägnant hervortreten. Für eine junge, aus der Festivalkultur stammende Marke ist das eine folgerichtige Entscheidung: Der Unterholz Gin zielt weniger auf klassische Gin-Kenner als auf ein breiteres, experimentierfreudiges Publikum, das einen unkomplizierten, leicht zugänglichen Gin für gesellige Anlässe sucht.
Verwendung des Unterholz Gin
- Pur: Wegen seines milden, eher süßlichen Profils kommt der Unterholz Gin auch pur oder mit einem Eiswürfel gut zur Geltung.
- Gin & Tonic: Ein mildes, wenig bitteres Tonic Water wie das Fever-Tree Naturally Light Tonic Water passt am besten zum zurückhaltenden Charakter des Unterholz Gin und lässt seine Kardamom- und Zitrusnoten nicht untergehen.
Der Unterholz Gin richtet sich an alle, die einen milden, unkomplizierten Gin abseits der klassischen, wacholderbetonten London-Dry-Stile suchen – ideal für gesellige Runden, bei denen nicht jeder Gast ein ausgeprägter Gin-Kenner ist. Im Vergleich zu deutlich kräftigeren deutschen Gins wie dem Windspiel Dry Gin mit seinen 47 % vol. zeigt sich Unterholz als bewusst leichtgewichtige, zugängliche Alternative, die ihre Herkunft aus der Festival- statt aus der traditionellen Brennerei-Szene nicht verleugnet.
Der Odenwald selbst ist als Herkunftsregion für Spirituosen bislang deutlich weniger bekannt als etwa die Eifel, das Rheinland oder München, wo sich in den vergangenen Jahren zahlreiche renommierte deutsche Gin-Marken etabliert haben. Unterholz Spirits nutzt diese vergleichsweise unbeschriebene regionale Identität bewusst als Erzählung: Statt sich an klassischen Brenntraditionen zu orientieren, positioniert sich die Marke explizit als Ausdruck einer jüngeren, musik- und naturverbundenen Szene, die den Wald und das Festivalgelände als Ursprungsort ernst nimmt. Diese Herkunftsgeschichte erklärt auch, warum der Unterholz Gin bislang eher über Empfehlungen innerhalb der Festival-Community als über klassische Fachhandels- oder Gastronomiekanäle bekannt geworden ist.
Wer den Unterholz Gin probiert, sollte ihn deshalb weniger mit den etablierten, oft jahrzehntealten Traditionsmarken der Branche vergleichen als vielmehr als eigenständiges, junges Projekt betrachten, das bewusst andere Prioritäten setzt: Zugänglichkeit vor Komplexität, Geselligkeit vor Kennerschaft. Für alle, die neben klassischen, kräftigen Gins auch Lust auf eine mildere, unkompliziertere Variante mit einer ungewöhnlichen Entstehungsgeschichte haben, lohnt sich ein Blick auf diese kleine hessische Manufaktur allemal – gerade weil sie zeigt, dass die deutsche Gin-Landschaft längst nicht nur aus etablierten Traditionsdestillerien besteht, sondern auch Platz für Marken mit ganz anderer Herkunftsgeschichte bietet. Preislich zählt der Unterholz Gin zu den eher zugänglichen Vertretern seiner Kategorie, was gut zu seinem unkomplizierten, geselligen Anspruch passt.
Einordnung & Alternativen
- Windspiel Dry Gin – deutlich kräftigerer deutscher Gin mit 47 % vol. und höherer Preislage für alle, die mehr Intensität suchen.
- Spreewitz Gin Opa Horst – weitere kleine, regional verwurzelte deutsche Marke in ähnlich zugänglicher Preisklasse.
- Bembel Gin – deutsche Nischenmarke mit eigenständigerem, weniger süßlich-mildem Charakter als der Unterholz Gin.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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