Gin

Warner's Gin

4/5 Redaktionsbewertung
44 % vol.Northamptonshire, England
GinLondon Dry Gin
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Herstellung des Warner's Gin:

Warner's geht auf die Freundschaft von Tom Warner und Sion Edwards zurück, die sich 1997 am landwirtschaftlichen College kennenlernten und im Dezember 2012 gemeinsam eine Brennerei auf Falls Farm gründeten, dem seit drei Generationen von der Familie Warner bewirtschafteten Hof im Dorf Harrington, Northamptonshire. Untergebracht ist die Destillerie in einer rund 200 Jahre alten, umgebauten Scheune, deren Herzstück eine Kupferbrennblase des deutschen Herstellers Arnold Holstein bildet, die von den Gründern liebevoll „Curiosity" getauft wurde. Ursprünglich firmierte das Unternehmen als Warner Edwards; nachdem Sion Edwards 2016 aus dem Geschäft ausgeschieden war, benannte sich die Brennerei in Warner's um, ohne dass sich an Rezeptur oder Standort etwas änderte.

Der Flaggschiff-Gin, Harrington Dry Gin, entsteht im sogenannten Multi-Shot-Verfahren: Ein hochkonzentrierter Botanical-Extrakt wird separat gebrannt und anschließend mit neutralem Agraralkohol auf Trinkstärke verdünnt, was der Brennerei erlaubt, größere Mengen mit gleichbleibender Rezeptur herzustellen, ohne bei jedem Ansatz alle Botanicals neu einzusetzen. Der Gin ruht nach der Destillation einige Wochen, bevor er mit 44 % vol. abgefüllt wird – eine für englische Craft-Gins vergleichsweise kräftige Stärke, die der Würzigkeit der Rezeptur zusätzlichen Nachdruck verleiht. Besonders am Konzept von Warner's ist die konsequente landwirtschaftliche Selbstversorgung: Auf den Feldern von Falls Farm werden bereits Zitronenmelisse, Eisenkraut und Thymian für die hauseigene aromatisierte Gin-Reihe angebaut, und die Brennerei arbeitet kontinuierlich daran, weitere Botanicals wie Holunderblüten und Beeren selbst zu kultivieren, statt sie zuzukaufen. Diese Nähe zur eigenen Landwirtschaft prägt auch das Selbstverständnis der Marke als Farm-Destillerie, die ihren Gin buchstäblich vom eigenen Boden aus denkt.

Verkostung des Warner's Gin:

In der Nase eröffnet der Harrington Dry Gin ein warmes Bild aus Zitrus und Backgewürz: Zimt, Muskatnuss, Koriander und Kardamom treten deutlich hervor, dazu gesellt sich eine kräftige Orangenschalen-Note mit einem Hauch von Cola-artiger Süße. Am Gaumen setzt zunächst der Wacholder an, gefolgt von warmer Zimtwürze, bevor sich ein spürbar würziges Mittelfeld aus Koriander, schwarzem Pfeffer und Angelikawurzel entfaltet. Im weiteren Verlauf zeigt sich eine trockene Gewürzschärfe, die eher an Garam Masala als an reine Chili-Hitze erinnert – ein Effekt der bewusst gewählten Kombination aus Kardamom, Pfeffer und Zimt. Der Abgang bleibt lang, trocken und leicht zitrisch, mit nur dezenter Wärme im Nachklang. Diese Gewürzdichte macht den Harrington Dry zu einem der würzigeren Vertreter unter den englischen Craft-Gins, ohne dass der Wacholder dabei in den Hintergrund gedrängt würde.

Steckbrief Warner's Gin:

Alkoholgehalt: 44 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Koriandersamen, Holunderblüte, Kardamom, schwarzer Pfeffer, Muskatnuss, Zimt, Angelikawurzel, Orangenschale, Zitronenschale (u. a., insgesamt 11 Botanicals)
Hersteller: Warner's Distillery, Falls Farm, Harrington, Northamptonshire

Vom eigenen Feld ins Glas: Die Landwirtschaft hinter dem Gin

Was Warner's von vielen anderen Craft-Gin-Marken unterscheidet, ist die direkte Verbindung zwischen Rezeptur und eigenem Grund und Boden. Tom Warner, selbst gelernter Landwirt, hat Falls Farm nicht nur zum Sitz der Brennerei gemacht, sondern nutzt die Flächen aktiv zum Anbau von Botanicals, die anschließend frisch in die aromatisierten Varianten der Marke einfließen – etwa Rhabarber, Holunderblüte oder Zitronenmelisse. Der Harrington Dry Gin selbst bildet dabei die destillatorische Basis für diese gesamte Produktfamilie: Seine Gewürzstruktur aus Kardamom und Orangenschale ist beispielsweise deutlich in der hauseigenen Rhabarber-Gin-Variante wiederzuerkennen, die auf demselben Grundbrand aufbaut. Diese Praxis, den eigenen Bauernhof als Botanical-Garten und Experimentierfeld zu begreifen, ist unter englischen Craft-Destillerien vergleichsweise selten und spiegelt sich auch im Namen der Kupferbrennblase „Curiosity" wider – ein Sinnbild für den experimentellen, aber bodenständigen Anspruch der Marke.

Verwendung des Warner's Gin

  • Gin & Tonic: Die kräftige Gewürzwürze aus Zimt, Kardamom und Pfeffer harmoniert besonders gut mit einem bitteren, kräuterbetonten Tonic wie Fever-Tree Aromatic Tonic Water, dessen Angostura-Bitterkeit die Gewürznoten des Gins zusätzlich unterstreicht, statt sie zu übertönen. Eine Orangenzeste rundet den Drink ab.
  • Tom Collins: Dank seiner klaren Zitrus- und Gewürzstruktur eignet sich der Harrington Dry auch gut als Basis für einen Tom Collins, in dem Zitronensaft und Soda die würzige Kante ausbalancieren.

Warner's richtet sich an alle, die einen kräftigen, deutlich gewürzbetonten englischen Gin suchen, der seinen landwirtschaftlichen Ursprung nicht verleugnet, sondern zum Markenkern macht. Im Vergleich zum ebenfalls im ländlichen England beheimateten Cotswolds Dry Gin zeigt sich Warner's deutlich würziger und dichter, während Cotswolds mit Lavendel und Bay-Blättern eine floralere Richtung einschlägt. Wer Wert auf handwerkliche Craft-Destillate mit echtem Bezug zur eigenen Landwirtschaft legt, findet in Warner's Harrington Dry Gin einen der konsequentesten Vertreter dieses Ansatzes im englischen Gin-Markt.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Wacholder4/5
Zitrus3/5
Kräuter/Blumig2/5
Würze4/5

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