Tonic-Water

Weisswange Indian Tonic Water

4/5 Redaktionsbewertung
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Herstellung & Aromatik des Weisswange Indian Tonic Water

Weisswange ist eine kleine deutsche Manufaktur mit Sitz in Winterhude, Hamburg, die auf eine ungewöhnliche Gründungsgeschichte zurückgeht: Namensgeberin Kim Weisswange, in Südafrika geboren, war zuvor über 25 Jahre lang als eine der weltweit gefragtesten Duftkreateurinnen tätig und entwickelte mit ihrem Unternehmen für individuelle Parfums mehrere tausend Duftkompositionen für internationale Kunden. Zur Spirituosenherstellung kam sie eher zufällig: Bei einer Duftpräsentation verdünnte sie eines ihrer Parfums testweise auf Trinkstärke und stellte überrascht fest, wie sehr die aromatische Struktur an einen Gin erinnerte – der Ausgangspunkt für die spätere Gründung der eigenen Getränkemarke.

Für ihre Rohstoffe verließ sich Weisswange auf die Lage Hamburgs als traditionellen Hafenstandort, über den ätherische Öle und Botanicals aus aller Welt auf dem Seeweg in die Stadt gelangen – ein Umstand, den die Gründerin selbst als einen der Gründe für die Wahl des Standorts nennt. In der eigenen Manufaktur in Winterhude stellt Weisswange neben mehreren Gins, darunter ein Dry Gin und ein Old Tom Gin, auch eine kleine Palette an Tonic-Waters her, die nach eigenen Angaben in Deutschland produziert werden und dabei bewusst auf gentechnisch veränderte Zutaten sowie, soweit möglich, auf konventionell statt biologisch angebaute Rohstoffe verzichten.

Das Indian Tonic Water bildet dabei die klassische Basisvariante innerhalb der kleinen Weisswange-Tonic-Reihe, die daneben auch ausgefallenere Editionen wie ein Kohle-Tonic oder Varianten mit Gurken-, Hibiskus- oder Espresso-Note umfasst. Laut Herstellerangaben steckt in der Rezeptur des Indian Tonic eine mehrjährige Entwicklungsarbeit, bei der frische Kräuter wie Thymian, Rosmarin und Estragon mit Zitronengras, Grapefruit und handgepresstem sizilianischem Zitronenöl zu einer vielschichtigen Botanicals-Basis kombiniert wurden. Wie bei vielen kleinen deutschen Craft-Tonic-Marken üblich, liegt der Fokus dabei weniger auf industrieller Massenproduktion als auf einer aufwendigen, in kleinen Chargen hergestellten Rezeptur mit möglichst natürlichen Zutaten – ein Ansatz, der sich seit einigen Jahren bei vielen kleineren deutschen Herstellern etabliert hat, auch wenn belastbare Detailangaben zu Produktionsmengen oder -verfahren bei einer so kleinen Manufaktur naturgemäß spärlicher dokumentiert sind als bei den großen internationalen Marken.

Geschmacksprofil

In der Nase zeigen sich frische Kräuternoten von Thymian und Rosmarin über einer hellen Zitrusbasis aus Grapefruit und Zitronenöl, ergänzt um feine Gewürznoten von Pfeffer und Kardamom. Am Gaumen entfaltet sich ein vielschichtiges Bild aus kräuterig-würzigen und zitrischen Aromen, das von einer breiten, deutlich wahrnehmbaren Chinin-Bitterkeit getragen wird – insgesamt ein natürlicher, wenig künstlich wirkender Gesamteindruck, der die aufwendige Botanicals-Komposition gut erkennen lässt. Der Abgang ist lang, kräuterig-bitter mit nachklingenden Gewürznoten von Kardamom und Pfeffer.

Serviert wird das Weisswange Indian Tonic Water am besten im großen Ballonglas mit reichlich Eis und einer Grapefruitzeste, die die im Tonic bereits enthaltene Zitrusnote zusätzlich unterstreicht. Ein Zweig Estragon oder Thymian kann die kräuterige Tiefe der Rezeptur zusätzlich betonen, ohne den ohnehin schon vielschichtigen Geschmack zu überladen.

Informationen zum Weisswange Indian Tonic Water

Herkunft: Deutschland (Hamburg-Winterhude)
Zutaten: Wasser, Kohlensäure, Chinin, Citronensäure, natürliche Kräuter- und Zitrusaromen (u. a. Thymian, Rosmarin, Estragon, Zitronengras, Grapefruit, sizilianisches Zitronenöl)
Hersteller: Weisswange

Gin & Weisswange Indian Tonic: Empfehlungen

  • Mit Gin Sul: Zwei Hamburger Craft-Spirituosen treffen aufeinander – die portugiesisch inspirierten Botanicals des Gin Sul harmonieren gut mit der kräuterig-zitrischen Komplexität des Weisswange-Tonics.
  • Mit Windspiel Gin: Die erdig-würzige Kartoffel-Basis dieses deutschen Premium-Gins bietet der breiten Bitterkeit und den Gewürznoten des Tonics ein solides Fundament, ohne von ihnen überdeckt zu werden.
  • Mit Monkey 47 Dry Gin: Die über 40 Botanicals des Schwarzwälder Gins finden im ebenso vielschichtig komponierten Weisswange-Tonic einen ebenbürtigen, gleichermaßen aufwendig gearbeiteten Partner.

Im Vergleich zu großen, industriell produzierten Tonic-Marken wie Schweppes oder Gordon's fällt beim Weisswange Indian Tonic Water vor allem die deutlich handwerklichere, kleinteiligere Herstellung auf – ein Ansatz, der eher an spezialisierte Craft-Marken wie Fentimans erinnert als an die breiten Massenmarktprodukte der großen Konzerne. Wer gezielt nach kleinen, wenig bekannten deutschen Manufakturprodukten abseits der etablierten Craft-Tonic-Größen sucht, findet im Weisswange Indian Tonic Water eine interessante, geschmacklich anspruchsvolle Option.

Da es sich um ein Nischenprodukt einer kleinen Manufaktur handelt, ist die Verfügbarkeit im Einzelhandel naturgemäß begrenzter als bei den großen, breit distribuierten Tonic-Marken – wer das Weisswange Indian Tonic Water probieren möchte, sollte gezielt bei auf Craft-Gin und -Tonic spezialisierten Fachhändlern suchen. Für alle, die die ungewöhnliche Verbindung aus Parfümerie-Handwerk und Getränkeherstellung interessiert und die einen kräuterig-würzigen, deutlich von Thymian und Rosmarin geprägten Tonic-Stil schätzen, lohnt sich die Suche jedoch.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße2/5
Bitterkeit4/5
Fruchtigkeit3/5
Kräuter/Blumig4/5

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