Gin

Himbrimi Winterbird London Dry Gin

4/5 Redaktionsbewertung
40 % vol.PremiumReykjavík, Island
GinLondon Dry Gin
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Herstellung des Himbrimi Winterbird London Dry Gin:

Himbrimi ist der Name einer kleinen Gin-Marke aus Reykjavík, und er ist zugleich der isländische Begriff für den Eistaucher, einen Wasservogel, der in Island an Seen und Flüssen brütet. Die Marke geht auf den isländischen Künstler und Unternehmer Óskar Ericsson zurück. Nach Angaben der Gin Guild stellte er 2013 zu Hause einen ersten Gin her, den er als Begleiter auf Angelausflügen gedacht hatte. Mit Junio Carchini gründete er die Brunnur Distillery, in der die Gins produziert werden. Laut Gin Guild liegt sie in der Dugguvogur 2 in Reykjavík; die Marke datiert sie auf 2016 und zählt sie zu den ersten Gin-Marken Islands. Das Sortiment ist bewusst schlank: Neben dem Winterbird gibt es einen mit Honig gesüßten Old Tom, der nicht redestilliert wird.

Beim Winterbird bleibt es nicht bei einer Mazeration. Laut Berichten über die Markteinführung in den USA wird ein Getreidespirit zunächst 14 Tage lang mit den Botanicals angesetzt und danach in einer kleinen Brennblase redestilliert. Die Blase wird mit geothermisch erwärmtem Wasser beheizt, die Destillation läuft im Wasserbad (Bain-Marie), und ein Gin-Korb sorgt dafür, dass Wacholder und Wildblüten während des Brennens im Dampfstrom liegen. Als Verdünnungswasser dient mineralarmes isländisches Quellwasser, das nach Herstellerangaben einen auffallend hohen pH-Wert hat. Die Gin Guild beschreibt die Brunnur Distillery als Kleinchargen-Brennerei mit zwei mantelbeheizten Brennblasen und Kupfer-Kolonnen. Abgefüllt wird mit 40 % vol., laut Hersteller gehen fünf Prozent aus dem Verkauf jeder Flasche an den Naturschutz in Island.

Verkostung des Himbrimi Winterbird London Dry Gin:

Die Quellen beschreiben ein leises, kräuterbetontes Profil. Laut Hersteller steht in der Nase frisches Zitrus neben Engelwurz und Wildblumen. Der Verkoster des US-Magazins Drinkhacker nennt Wacholder als ersten Eindruck, der dann einem kräuterig-blumigen Bukett weicht: Er beschreibt süßen Waldboden, frische Kräuter, Geißblatt, Lakritz und Lavendel. Master of Malt nennt ihn frisch und erdig, mit kiefernhaftem Wacholder, grasiger Note und frisch gepflücktem Thymian.

Am Gaumen schildert die Gin Guild den Gin als sehr weich, mit einem Gleichgewicht aus Wacholder, Engelwurz und Zitrus sowie einem Hauch des lavendelartigen arktischen Thymians. Drinkhacker beschreibt frische Kiefer und süßes Baumharz ohne die erdige Schärfe, die man bei diesem Stil oft erwartet, dazu eine runde, fast cremige Textur und am Ende etwas pfeffrige Wärme. Der Abgang gilt als lang, weich und sauber, mit Anklängen an Vanille und Wintergrün. Zusammengenommen ergibt sich ein Bild, in dem der Wacholder spürbar, aber nicht dominant ist, Zitrus eine Nebenrolle spielt, die Kräuternote den eigentlichen Charakter ausmacht und Würze nur als leichte Pfeffrigkeit auftritt. Diese Eindrücke stammen aus veröffentlichten Beschreibungen, nicht aus einer eigenen Verkostung der Redaktion.

Steckbrief Himbrimi Winterbird London Dry Gin:

Alkoholgehalt: 40 % vol. (0,7 l)
Verwendete Botanicals: Bio-Wacholderbeeren, wilde Engelwurzblüten, wilder arktischer Thymian; laut Hersteller teils von Hand gesammelt
Hersteller: Brunnur Distillery, Reykjavík, Island (Marke Himbrimi)

Arktischer Thymian und Engelwurz: das Botanical-Duo

Die Botanical-Liste des Winterbird ist kurz: Die Marke setzt auf wenige Zutaten aus biologischem Anbau und aus der Landschaft. Der Wacholder ist biologisch und wird vor dem Ansatz zerdrückt, damit er Öl und Aroma freigibt. Die Engelwurz wird laut Hersteller als Blüte an Ufern von Seen und Flüssen von Hand gesammelt; in vielen Rezepten kommt sonst die Wurzel zum Einsatz. Master of Malt schreibt, dass Gründer Óskar Ericsson die Botanicals jeden Sommer selbst in der isländischen Wildnis pflückt.

Den größten Wiedererkennungswert hat der wilde arktische Thymian. Die Marke nennt ihn ihre Signatur, und die Gin Guild beschreibt ihn als lavendelartig. Er liefert die blumig-kräuterige Note, die in den Verkostungsberichten immer wieder auftaucht. Drinkhacker nennt zusätzlich Eukalyptus und Hagebutte; die Hersteller führen beides nicht als Botanicals auf, es ist daher als Eindruck des Rezensenten zu lesen. Das Zusammenspiel von Engelwurz und Thymian hebt den Gin von einem klassischen Zitrus-Wacholder-Profil ab.

Als London Dry führen ihn Hersteller und Händler wie Master of Malt, und die Gin Guild nennt ihn den ersten London Dry Gin Islands; was die Kategorie rechtlich bedeutet, erklärt der Artikel zu den Gin-Kategorien der EU. Zu den Auszeichnungen: Master of Malt führt eine Goldmedaille beim International Wine & Spirit Competition 2022 und einen Country-Winner-Gold-Titel bei den World Gin Awards 2020 in der Kategorie London Dry auf; die Gin Guild nennt für den IWSC 2022 95 Punkte. Der Old Tom der Marke wurde bei den World Gin Awards 2019 als bester Compound Gin ausgezeichnet.

Verwendung des Himbrimi Winterbird London Dry Gin

  • Gin & Tonic: Ein schlichtes, nicht zu süßes Tonic lässt Thymian und Engelwurz Raum. Das Fever-Tree Premium Indian Tonic Water ist die klassische Wahl, das Thomas Henry Tonic Water ist trocken-herb und ohne Zusatzaromen. Wer die Kräuternote unterstreichen möchte, kann zum Fever-Tree Mediterranean Tonic Water greifen, das unter anderem mit Thymian und Rosmarin arbeitet.
  • Tom Collins oder Gimlet: Beide Klassiker leben von Zitrus und Frische. Drinkhacker hält den Gin für ziemlich zart und mahnt, ihn in kräftigen Mixgetränken nicht zu überlagern. Ein Collins mit viel Eis und wenig Zucker lässt den Charakter besser durchkommen.
  • Dry Martini: Mit 40 % vol. und einer weichen Textur liegt ein sehr trockener Martini nahe; Zitronenzeste statt Olive betont die Zitrusseite.
  • Serviervorschlag: Hohes, gut gekühltes Glas, viel Eis, ein Streifen Zitronen- oder Grapefruitschale.

Der Winterbird richtet sich an Gin-Trinker, die ein ruhiges, kräuterbetontes Profil suchen und keine Wacholderwucht erwarten. Er eignet sich als Einstieg in isländischen Gin, weil er klassisch gebaut ist und nur bei Thymian und Engelwurz eigene Akzente setzt. Wer es kräftiger mag, findet mehr Ecken und Kanten im Old Tom der Marke, den ein Rezensent von The Gin Is In als erdig, moosig und im Abgang bitter beschreibt.

Einordnung & Alternativen

  • Ungava Premium Gin – ebenfalls ein Gin aus kalter Region mit wildem Botanical-Fokus, allerdings fruchtiger und mit auffälliger Farbe.
  • Harahorn Gin – norwegischer Gin mit Zutaten aus der Umgebung der Brennerei und Kartoffelbasis; ähnlich kräuterbetont, aber mit mehr Würze.
  • Hernö Swedish Excellence Gin – schwedischer Gin mit deutlicherem Wacholder und mehr Würze als der kräuterbetonte Winterbird.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Wacholder3/5
Zitrus3/5
Kräuter/Blumig4/5
Würze2/5

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