Herstellung des Iris Dry Gin:
Der Iris Dry Gin stammt von der Scholerhof Brennerei in Gallenweiler im Markgräflerland, am Fuß des südlichen Schwarzwalds gelegen. Der Hof blickt auf eine fast hundertjährige Familientradition im Weinbau und Brennen zurück; Iris Krader, die dem Gin ihren Vornamen gab, übernahm die Brennerei vor rund 25 Jahren von ihrem Onkel und entwickelte daraus die eigene Gin-Linie. Gebrannt wird in einer vergleichsweise kleinen, holzbefeuerten Wasserbad-Brennblase mit rund 150 Litern Fassungsvermögen – ein Verfahren, das eine besonders schonende, gleichmäßige Erhitzung der Botanicals ermöglicht. Die Zutaten werden zunächst 48 Stunden mazeriert, bevor der Gin vierfach destilliert und anschließend mit Schwarzwälder Quellwasser auf Trinkstärke reduziert wird. Jede Charge umfasst nur rund 500 Flaschen, was den Iris Dry Gin zu einem der kleinteiligsten Craft-Gins im Angebot macht.
Von den mehr als 20 verwendeten Botanicals stammt der Großteil direkt aus der Region: Ein Teil des Wacholders wird von Hand gepflückt, Lavendel- und Rosenblüten kommen aus dem eigenen Hofgarten, während Brombeerblätter, Schlehen, Minze und Preiselbeeren aus dem umliegenden Schwarzwald stammen. Kardamom und Orangenschale ergänzen die überwiegend heimische Rezeptur um internationale Akzente. Dieses konsequente Bekenntnis zu regionalen, teils selbst geernteten Zutaten – kombiniert mit der bewusst kleinen Produktionsmenge – spiegelt die "Qualität vor Quantität"-Philosophie wider, die Scholerhof für die gesamte Brennerei formuliert.
Verkostung des Iris Dry Gin:
In der Nase präsentiert sich der Iris Dry Gin weich und vielschichtig, mit einer fruchtig-blumigen Seite, die eher an frische Zitrusfrucht als an schwere, seifige Blütennoten erinnert – ein Verdienst der sorgfältig dosierten Lavendel- und Rosenblüten. Am Gaumen zeigt sich zunächst ein überraschend sanfter Antritt, bevor sich zarte, pfeffrige Würze entfaltet, die von Kardamom getragen wird. Im Abgang treten Wacholder und Koriander deutlich hervor und hinterlassen eine anhaltende, an Kiefernnadeln erinnernde Frische. Im Gin & Tonic verstärken sich Wacholder und Pfeffer noch einmal spürbar, sodass der Gin auch verdünnt seine würzig-frische Handschrift behält.
Steckbrief Iris Dry Gin:
Alkoholgehalt: 47 % vol.
Verwendete Botanicals: Handgepflückter Wacholder, Lavendel- und Rosenblüten, Brombeerblätter, Schlehen, Minze, Kardamom, Preiselbeeren, Orangenschale, Rosmarin (Teil einer über 20-teiligen Rezeptur, größtenteils aus dem Schwarzwald und dem eigenen Hofgarten)
Hersteller: Scholerhof Brennerei (Iris Krader), Gallenweiler, Markgräflerland, Deutschland
Botanicals des Iris Dry Gin im Detail
Was den Iris Dry Gin von vielen anderen deutschen Craft-Gins unterscheidet, ist der hohe Anteil selbst geernteter oder direkt aus der Umgebung stammender Botanicals. Statt auf eine international eingekaufte Zutatenliste zu setzen, greift Scholerhof gezielt auf das zurück, was rund um den eigenen Hof wächst: Lavendel und Rosen aus dem Hofgarten, Brombeerblätter und Schlehen aus den Hecken des Markgräflerlands, Preiselbeeren und Minze aus dem angrenzenden Schwarzwald. Die kleine, holzbefeuerte Wasserbad-Brennblase mit nur 150 Litern Fassungsvermögen erlaubt dabei eine deutlich individuellere Steuerung der Destillation als große Industrieanlagen, was sich in der weichen, vielschichtigen Textur des fertigen Gins widerspiegelt. Die vierfache Destillation sorgt zusätzlich für eine besonders saubere Trennung unerwünschter Fuselstoffe, während die 48-stündige Mazeration den floralen und fruchtigen Botanicals genug Zeit gibt, ihre Aromen vollständig an den Alkohol abzugeben, bevor die eigentliche Destillation beginnt. Mit nur rund 500 Flaschen pro Charge bleibt der Iris Dry Gin dabei ein bewusst limitiertes Produkt, das eher für den direkten, regionalen Vertrieb als für den Massenmarkt gedacht ist.
Verwendung des Iris Dry Gin
- Gin & Tonic: Ein blumig-komplexes Tonic wie das Thomas Henry Botanical Tonic passt gut zur floralen Lavendel-Rosen-Note des Iris Dry Gin und unterstreicht dessen vielschichtigen Charakter. Wer die florale Seite noch weiter betonen möchte, greift zum Fever-Tree Elderflower Tonic Water, dessen Holunderblütennote sich gut in das Blumen-Frucht-Profil des Gins einfügt.
- Pur oder mit wenig Eis: Aufgrund der weichen, vielschichtigen Textur lohnt sich auch eine pure Verkostung mit einem einzelnen Eiswürfel, um die floralen und würzigen Nuancen unverdünnt zu erleben.
Der Iris Dry Gin richtet sich an Genießer, die neben bekannten Markengins auch kleine, konsequent regional arbeitende Craft-Destillerien unterstützen möchten und Wert auf nachvollziehbare, größtenteils selbst geerntete Botanicals legen. Im Vergleich zu anderen deutschen Craft-Gins mit ausgeprägtem Regionalbezug wie dem Windspiel Gin aus der Eifel zeigt sich der Iris Dry Gin noch floraler und softer im Antritt, während die pfeffrig-würzige Kardamomnote und der kiefernartige Abgang für genügend Struktur sorgen, um auch erfahrene Wacholderfreunde zu überzeugen. Für alle, die Gin nicht nur als Spirituose, sondern auch als Ausdruck einer bestimmten Landschaft verstehen, ist der Iris Dry Gin eine der authentischsten Adressen im Schwarzwald. Die kleinen Chargen von nur rund 500 Flaschen rechtfertigen dabei eine gehobene Preisklasse, die für ein derart handwerklich erzeugtes Produkt angemessen erscheint.
Einordnung & Alternativen
- Gretchen Schwarzwald Dry Gin – weiterer Schwarzwälder Craft-Gin, in größeren Chargen produziert und dadurch etwas günstiger.
- Unterholz Gin – deutscher Waldgin mit ähnlichem Regionalanspruch, botanisch jedoch stärker auf Harz- und Nadelholznoten fokussiert.
- Calluna Lüneburger Heide Gin – vergleichbar terroirgeprägt, bezieht seine Identität aber aus der norddeutschen Heidelandschaft statt dem Schwarzwald.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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