Herstellung des Greenall's Wild Berry Gin:
Greenall's Wild Berry Gin ist die fruchtig-aromatisierte Variante des seit 1761 im englischen Warrington produzierten Greenall's, dessen puristische Grundversion, der Greenall's Original London Dry Gin, bereits im Gin-Time-Katalog geführt wird. Basis des Wild Berry ist exakt diese klassische London-Dry-Rezeptur aus Wacholder, Koriander und Angelikawurzel, die anschließend mit schottischen Brombeeren und Himbeeren verfeinert wird. Namensgebend ist dabei die Inspiration durch die englischen Heckenlandschaften ("hedgerows"), in denen wilde Beeren traditionell von Hand gesammelt wurden – ein Bild, das G&J Distillers bewusst zur Positionierung dieser Produktlinie nutzt.
Anders als viele andere aromatisierte Gins am Markt kommt Greenall's Wild Berry vollständig ohne zugesetzten Zucker oder Süßungsmittel aus: Die Fruchtsüße stammt ausschließlich aus den verwendeten Beeren selbst, was die Marke ausdrücklich als "Sugar-free Flavoured Gin" bewirbt. Zusätzlich ist das Produkt koscher, vegan und glutenfrei zertifiziert. Mit 37,5 % vol. liegt der Alkoholgehalt spürbar unter dem des Original-Gins mit 40 % vol. – ein für aromatisierte Gins typischer Unterschied, der in der EU die Mindestanforderung an den Alkoholgehalt für die Bezeichnung "Gin" markiert und zugleich der intensiveren Fruchtnote Raum lässt, ohne dass der Alkohol geschmacklich zu dominant wird. Produziert wird Wild Berry, wie die gesamte Greenall's-Range, weiterhin am historischen Stammsitz in Warrington.
Verkostung des Greenall's Wild Berry Gin:
In der Nase dominiert eine helle, unverkennbar fruchtige Beerennote: Himbeeren und Brombeeren treten deutlich hervor, während der Wacholder der London-Dry-Basis nur noch als feiner Unterton wahrnehmbar bleibt. Am Gaumen zeigt sich eine angenehme, natürliche Süße, die von den Beeren herrührt und sich mit der leichten Bitterkeit des Grundgins zu einem ausgewogenen, nie überladenen Gesamtbild verbindet. Angelikawurzel und Koriander sind zwar Teil der Basisrezeptur, treten aber deutlich in den Hintergrund und lassen der Fruchtaromatik bewusst den Vortritt. Der Abgang ist mild, fruchtig und kurz bis mittellang, ohne die trockene Schärfe, die der puristische Original-Gin im Nachklang zeigt. Wild Berry ist damit ein zugänglicher, unkomplizierter Gin, der weniger auf klassische Gin-Struktur als auf pure Fruchtfreude setzt – konsequent, aber auch entsprechend eindimensional in seiner Aromatik.
Steckbrief Greenall's Wild Berry Gin:
Alkoholgehalt: 37,5 % vol.
Zutaten: Greenall's Original London Dry Gin (Wacholder, Koriander, Angelikawurzel u. a.) mit schottischen Brombeeren und Himbeeren, ohne Zuckerzusatz
Hersteller: G&J Distillers, Warrington, England
Herstellung im Detail: Fruchtinfusion statt Redestillation
Während beim klassischen London Dry Gin sämtliche Botanicals gemeinsam mit dem Grundalkohol redestilliert werden, setzt Greenall's bei seiner Wild-Berry-Variante auf ein anderes Verfahren: Der bereits fertig destillierte Original-Gin wird nachträglich mit natürlichen Brombeer- und Himbeeraromen versetzt, statt die Früchte selbst der Destillation zu unterziehen. Dieses Vorgehen erlaubt es, die empfindliche, frische Fruchtnote der Beeren nahezu unverändert zu erhalten, da Hitze und Destillationsprozess die zarten Fruchtaromen andernfalls stark verändern oder abschwächen würden. Zugleich bleibt so die Wacholder-Basis des Original-Gins als geschmackliches Fundament erhalten, auch wenn sie im fertigen Produkt bewusst zurückgenommen wird. Dieses Prinzip – ein solider London-Dry-Kern, ergänzt um eine nachträgliche Fruchtkomponente ganz ohne Zuckerzusatz – hat sich in den vergangenen Jahren zu einem eigenen, stark wachsenden Marktsegment entwickelt, in dem sich auch Greenall's mit seiner Wild-Berry-Linie erfolgreich positioniert hat.
Verwendung des Greenall's Wild Berry Gin
- Gin & Tonic: Ein neutrales, nicht zu bitteres Tonic lässt die Fruchtnote am besten zur Geltung kommen: Schweppes Indian Tonic Water oder Fever-Tree Naturally Light Tonic Water unterstützen die Beerenaromatik, ohne sie zu überdecken. Frische oder tiefgefrorene Himbeeren und Brombeeren als Garnitur unterstreichen den fruchtigen Charakter zusätzlich, ganz wie es der Hersteller selbst empfiehlt.
- Longdrink-Variante: Alternativ zu Tonic Water passt auch klassische Limonade gut zum Wild Berry Gin und ergibt einen besonders unkomplizierten, süß-fruchtigen Sommerdrink.
Greenall's Wild Berry richtet sich an alle, die Gin & Tonic weniger als klassisch-herben, sondern als leicht zugänglichen, fruchtig-süßen Longdrink genießen möchten – etwa als Einstieg für Gin-Neulinge oder als unkomplizierte Sommeralternative zum puristischen Original. Innerhalb der eigenen Markenfamilie zeigt der Wild Berry Gin dabei exemplarisch, wie flexibel sich eine über 260 Jahre alte London-Dry-Rezeptur wie die des Greenall's Original in neue, deutlich fruchtigere Richtungen weiterentwickeln lässt, ohne die grundlegende Wacholder-Basis vollständig aufzugeben. Wild Berry ist zudem längst nicht die einzige Frucht-Interpretation, die G&J Distillers aus seiner Original-Rezeptur entwickelt hat: Im offiziellen Greenall's-Sortiment finden sich mittlerweile ebenso eine Blueberry-Variante mit Heidelbeeren, eine Blood-Orange-&-Fig-Ausführung mit Blutorange und Feige sowie eine Pineapple-Variante mit Ananas – allesamt nach demselben Grundprinzip der nachträglichen Frucht-Infusion einer bestehenden London-Dry-Basis. Wer den direkten Unterschied erleben möchte, sollte zunächst Original und Wild Berry im Vergleich verkosten: den strukturierten, trockenen Original-Gin einerseits und die süße, beerige Wild-Berry-Interpretation andererseits.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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