Herstellung des Monkey 47 Sloe Gin:
Black Forest Distillers, die Hersteller des bekannten Monkey 47 Dry Gin aus dem schwarzwäldischen Löffingen, fertigen mit dem Monkey 47 Sloe Gin ihre eigene Interpretation der englischen Sloe-Gin-Tradition. Als Basis dient nicht Neutralalkohol, sondern der komplexe, 47 Botanicals umfassende Monkey 47 selbst, der mit von Hand gepflückten Schlehen vom Bodensee angesetzt wird – die Früchte werden dabei bewusst vor dem ersten Frost geerntet, um ihre volle Aromatik und Gerbstofftiefe einzufangen. Nach der Mazeration reift der Ansatz zusätzlich einige Monate in Steingutfässern, bevor der fertige Sloe Gin auf 29 % vol. abgefüllt wird – ungefiltert, damit das volle Schlehenaroma erhalten bleibt, was dem Gin seine charakteristische, leicht trübe Optik verleiht. Das Ergebnis ist ein deutlich komplexerer, würzigerer Sloe Gin als die klassisch-englische Variante, da die aufwendige 47-Botanical-Basis auch nach der Mazeration mit den Schlehen spürbar bleibt.
Verkostung des Monkey 47 Sloe Gin:
In der Nase zeigt sich dunkle Steinfrucht, unterlegt von der komplexen Kräuter- und Wacholderwürze des Monkey 47. Am Gaumen ist der Sloe Gin samtig und vielschichtig, mit Kirsche und Pflaume im Vordergrund sowie einer würzigen, leicht bitteren Tiefe im Hintergrund, in der sich Kardamom- und Zimtnoten der Monkey-47-Basis mit der fruchtigen Süße der Schlehen verweben. Der Abgang ist mittellang, fruchtig-würzig ausklingend, mit einem dezent herben Nachhall, der an die Gerbstoffe der Schlehenkerne erinnert.
Steckbrief Monkey 47 Sloe Gin:
Alkoholgehalt: 29 % vol.
Zutaten: Monkey 47 Dry Gin (47 Botanicals), Schlehen vom Bodensee, Zucker
Hersteller: Black Forest Distillers GmbH, Löffingen, Schwarzwald
Herstellung im Detail: Warum Mazeration statt Destillation
Wie jeder Sloe Gin entsteht auch der Monkey 47 Sloe Gin nicht durch erneute Destillation, sondern durch reine Mazeration: Die ganzen Schlehen kommen samt Schale und Kern in den bereits fertigen, 47-Botanical-Gin. Nach und nach geben sie Farbstoffe, Fruchtzucker, Säure und die typische Mandelnote ihrer Kerne an die Spirituose ab. Roh lassen sich Schlehen kaum essen, denn der hohe Gerbstoffgehalt macht sie extrem herb und adstringierend. Das Einlegen in Spirituose gilt deshalb seit jeher als der überlieferte Weg, die Früchte des Schwarzdorns überhaupt trinkbar zu machen. Der entscheidende Unterschied zu klassisch-englischen Sloe Gins liegt in der Basis: Während viele englische Hersteller einen vergleichsweise neutralen London Dry Gin als Trägerspirituose verwenden, mazerieren Black Forest Distillers die Schlehen direkt im komplexen Monkey 47 mit all seinen 47 Botanicals – Fichtensprossen, Preiselbeeren, Kardamom, Ceylon-Zimt und den übrigen Zutaten eingeschlossen. Diese Aromen bleiben auch nach der Mazeration und der anschließenden Reifung in Steingutfässern erhalten und verweben sich mit der Frucht- und Gerbstoffnote der Schlehen zu einem deutlich vielschichtigeren, würzigeren Ergebnis, als es eine neutralere Gin-Basis liefern könnte. Der Verzicht auf Filtration nach der Mazeration ist eine weitere bewusste Entscheidung: Sie kostet den Sloe Gin zwar seine optische Klarheit, bewahrt aber Aromen, die bei einer Filtration verloren gingen.
Verwendung des Monkey 47 Sloe Gin
- Pur oder auf Eis: Die komplexe Botanical-Tiefe macht ihn auch pur zu einem spannenden Digestif, besonders zur Weihnachtszeit oder als Abschluss eines Winterabends.
- Sloe Gin Fizz: Mit Zitronensaft, etwas Zuckersirup und Soda verbindet sich die Fruchtsüße mit der würzigen Monkey-47-Basis zu einem außergewöhnlichen, deutlich komplexeren Longdrink als bei klassischen Sloe Gins.
- Mit mildem Tonic: Als Longdrink für ruhigere Stunden bietet sich ein zurückhaltendes Tonic an, etwa Thomas Henry Tonic Water, damit die vielschichtige Würze des Monkey 47 nicht von zu viel Bitterkeit überdeckt wird.
Der Monkey 47 Sloe Gin richtet sich an alle, die den englischen Sloe-Gin-Stil schätzen, aber mehr Komplexität und Würze suchen, als ihn die meisten klassischen Vertreter wie Hayman's Sloe Gin bieten. Während Hayman's mit seiner langen Mazerationszeit und einer neutraleren Gin-Basis eher die reine, fruchtbetonte Seite der Kategorie zeigt, verschiebt Monkey 47 das Gleichgewicht klar in Richtung Würze und Tiefe – ein Sloe Gin für Genießer:innen, die den Dry Gin der Marke bereits kennen und seine Aromenfülle auch in der süßeren, fruchtigeren Spielart schätzen möchten.
Innerhalb der Sloe-Gin-Kategorie insgesamt zeigt der Monkey 47 Sloe Gin außerdem gut, wie stark sich die Wahl der Basis-Spirituose auf das fertige Produkt auswirkt: Anders als bei den meisten Wettbewerbern, bei denen die Trägerspirituose bewusst zurücktritt, um den Schlehen den Vortritt zu lassen, bleibt beim Monkey 47 Sloe Gin die aufwendige Botanical-Basis jederzeit spürbar. Das macht ihn weniger zu einem reinen Fruchtlikör als zu einer eigenständigen Weiterentwicklung des Ursprungsgins – konsequent im Sinne der Marke, die auch beim Dry Gin auf maximale Komplexität statt auf Zurückhaltung setzt. Der Premium-Preis erklärt sich dabei vor allem durch die aufwendige Basis: Hier wird nicht einfach Neutralalkohol, sondern der bereits hochpreisige Monkey 47 selbst mit Schlehen angesetzt.
Einordnung & Alternativen
- Hayman's Sloe Gin – klassisch-englischer Sloe Gin mit neutraler Gin-Basis, fruchtbetonter und deutlich weniger würzig als die Monkey-47-Variante.
- Plymouth Sloe Gin – traditionelle englische Variante mit mildem Plymouth Gin als Basis, dadurch spürbar zurückhaltender in der Würze.
- Monkey 47 Dry Gin – die trockene, unversüßte Ausgangsspirituose für alle, die die komplexe Botanical-Basis ohne Fruchtsüße erleben möchten.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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