Herstellung des Tanqueray No. Ten Gin:
Der Tanqueray No. Ten wurde im Jahr 2000 als Premium-Abfüllung des traditionsreichen Londoner Hauses Tanqueray eingeführt und wird bis heute in einer eigens dafür bestimmten kleinen Kupferbrennblase namens "Tiny Ten" hergestellt – einem Pot Still aus den 1930er-Jahren, der ursprünglich für Versuchsdestillationen genutzt wurde und, anders als die großen Produktionsblasen, mit einem Dampfmantel statt mit Dampfschlangen beheizt wird. Im Unterschied zur klassischen Tanqueray-Rezeptur mit getrockneten Botanicals setzt der No. Ten auf frische Zitrusfrüchte: ganze weiße Grapefruits aus Florida, Orangen und Limetten aus Mexiko werden von Hand geviertelt und in der ersten Destillation zum sogenannten "Citrus Heart" verarbeitet, dem aromatischen Herzstück des No. Ten. Bei der zweiten Destillation kommen zusätzlich frische, geviertelte Limetten sowie Kamillenblüten, Wacholder, Koriander, Angelikawurzel und Süßholz hinzu. Besonders aufwendig ist der sogenannte "Cut": Während beim regulären Tanqueray rund 90 % des Destillats als trinkfertiger Feinbrand verwendet werden, behält die Brennerei beim No. Ten nur etwa 60 % und verwirft die restlichen 40 % als Vor- und Nachlauf – ein deutlich strengeres Auswahlverfahren, das die Reinheit und Konzentration der Zitrusaromen sicherstellen soll. Produziert wird der No. Ten wie alle Tanqueray-Gins in der Cameron Bridge Distillery in Fife, Schottland, im Besitz von Diageo.
Verkostung des Tanqueray No. Ten Gin:
In der Nase dominiert eine intensive, frische Zitrusfülle aus Grapefruit und Orange, unterlegt von einer feinen floralen Kamillennote und klarem Wacholder. Am Gaumen zeigt sich der No. Ten saftig und rund, mit spürbarer Limettenfrische und einer weichen, fast cremigen Textur, die den kräftigen Alkoholgehalt von 47,3 % vol. angenehm abfedert. Der Abgang ist lang, zitrusbetont und angenehm frisch, mit einem letzten Hauch Kamille, der die florale Seite des Gins noch einmal betont, bevor er klar und sauber verklingt.
Steckbrief Tanqueray No. Ten Gin:
Alkoholgehalt: 47,3 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, frische weiße Grapefruit, frische Orange, frische Limette, Kamillenblüte, Angelikawurzel, Koriander, Süßholz
Hersteller: Tanqueray (Diageo), Cameron Bridge Distillery, Fife, Schottland
Herstellung im Detail: Warum frische statt getrocknete Zitrusfrüchte
Die meisten Gins, auch der klassische Tanqueray London Dry Gin, verwenden getrocknete Zitrusschalen, weil sie länger haltbar und leichter zu dosieren sind. Der No. Ten geht bewusst den umgekehrten, aufwendigeren Weg: Frische, ganze Früchte enthalten neben den ätherischen Ölen der Schale auch Fruchtfleisch und Saft, die beim Destillieren zusätzliche, hellere und saftigere Zitrusnoten freisetzen, als es getrocknete Schalen könnten. Der Verzicht auf den Großteil des Destillats zugunsten des "Citrus Heart" ist der Preis für diese Frische – ein Verfahren, das den No. Ten spürbar teurer in der Herstellung macht als reguläre Gins, sich aber in einem klaren, hellen und zitrusintensiven Geschmacksbild niederschlägt, das seit der Einführung im Jahr 2000 als eigenständiger Stil innerhalb der Tanqueray-Familie gilt.
Verwendung des Tanqueray No. Ten Gin
- Gin & Tonic: Am besten mit einem hochwertigen, zurückhaltenden Tonic wie Fever-Tree Premium Indian Tonic Water und einer Grapefruitzeste, damit die frische Zitrusfülle voll zur Geltung kommt.
- Martini: Dank seiner Reinheit und Frische gilt der No. Ten als einer der besten Gins für einen klassischen Dry Martini.
Der Tanqueray No. Ten richtet sich an Genießer, die einen zitrusintensiven, aber dennoch klassisch aufgebauten Gin suchen und bereit sind, für die aufwendige Frischzitrus-Verarbeitung einen höheren Preis als für den regulären Tanqueray zu zahlen. Im Vergleich zum ebenfalls zitruslastigen Tanqueray Rangpur Gin, der auf die exotische Rangpur-Limette setzt, bleibt der No. Ten klassischer und heller in seiner Zitrusausrichtung – ein Gin für alle, die den puren, unverfälschten Zitrusgeschmack frischer Früchte einem stärker gewürzten Profil vorziehen.
Auch als Basis für Cocktails hat sich der No. Ten in der internationalen Bar-Szene einen festen Platz erarbeitet: Seine helle, klare Zitrusfülle harmoniert besonders gut mit ebenfalls zitrusbetonten Drinks wie dem Tom Collins oder dem White Lady, in denen er seine Frische voll ausspielen kann, ohne von süßeren oder würzigeren Zutaten überdeckt zu werden. Innerhalb der Tanqueray-Familie markiert der No. Ten damit einen bewussten Kontrastpunkt zum geradlinig-wacholderbetonten Grundrezept: Wo der klassische London Dry Gin auf Reduktion und Kontinuität seit 1830 setzt, zeigt der No. Ten, wie viel Spielraum selbst ein traditionelles Haus wie Tanqueray innerhalb seiner eigenen Markenidentität für Innovation findet. Für Einsteiger, die zunächst den klassischen Tanqueray kennen und dann Schritt für Schritt die Bandbreite der Marke erkunden möchten, bietet sich der No. Ten als logischer nächster Schritt an – bevor man sich an die noch exotischere Rangpur-Variante herantastet. Der höhere Preis gegenüber dem regulären Tanqueray ist angesichts des aufwendigen "Cut"-Verfahrens und der frischen Zitrusfrüchte nachvollziehbar und ordnet den No. Ten klar im Premium-Segment ein. Wie die einzelnen Botanicals den Charakter eines Gins prägen, erklärt unser Überblick Gin-Botanicals im Detail.
Einordnung & Alternativen
- Hendrick's Gin – setzt statt auf Zitrusfülle auf Gurke und Rosenblüten, ein völlig anderes, florales Aromenbild in ähnlicher Preisklasse.
- Bombay Sapphire East Gin – ebenfalls zitrusbetont, aber mit Thai-Zitronengras und Pfeffer würziger ausgerichtet und meist günstiger.
- G'Vine Floraison Gin – weinbasierter, floral-traubiger Gin für alle, die statt heller Zitrusfülle eine blumigere Premium-Alternative suchen.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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Passende Cocktails
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Frische weiße Grapefruit aus der "Tiny Ten"-Brennblase verdoppelt sich mit der saftigen Grapefruitnote des Tonics zu einem hellen, klaren Zitrusbild.

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Die helle Grapefruit- und Limettenfülle des Citrus Heart bleibt dank der reduzierten Süße ungetrübt, während Kaffernlimette sie zusätzlich verlängert.

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