Gin

Magellan Gin

4/5 Redaktionsbewertung
44 % vol.Frankreich
GinNew Western Dry Gin
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Herstellung des Magellan Gin:

Magellan Gin wird von Maison Ferrand (Cognac Ferrand) in der Distillerie d'Angeac im französischen Cognac-Gebiet hergestellt, also am selben Standort, an dem das Haus auch seine Cognacs produziert. Als Wasserquelle dient die Gensac-Quelle, während als Getreidebasis ausschließlich Weizen der Sorte Capet verwendet wird – dieselbe Weizensorte, die traditionell auch für hochwertige Cognac-Destillate der Region eingesetzt wird. Der Gin durchläuft insgesamt vier Destillationsschritte: dreimal wird der Weizendestillat in einer klassischen Kolonnenbrennanlage gereinigt und konzentriert, bevor eine vierte, eigenständige Destillation in einer kleinen, handwerklichen Kupferbrennblase folgt, in der die Botanicals eingelegt und mitdestilliert werden. Erst danach wählt der Brennmeister das sogenannte "Herzstück" des Destillats aus, jenen mittleren Brennlauf, der die reinsten und komplexesten Aromen liefert.

Namensgebend ist der portugiesische Entdecker Ferdinand Magellan, dessen legendäre Weltumsegelung von 1519 unter anderem das Ziel verfolgte, neue Handelsrouten für Gewürze nach Europa zu erschließen. Diese Verbindung zur Gewürzroute spiegelt sich direkt in der Rezeptur wider, die elf Botanicals umfasst: neben klassischem Wacholder unter anderem Gewürznelken, Zimt, Cassia, Orangenschale, Koriander, Süßholz, Paradieskörner, Kardamom und Muskatnuss. Das mit Abstand markanteste Merkmal des Gins ist jedoch seine natürliche, kräftig blaue Farbe, die ausschließlich durch die Infusion von Iriswurzel und Irisblüte entsteht – ganz ohne künstliche Farbstoffe. Da getrocknete Iriswurzel traditionell mehrere Jahre lagern muss, bevor sie ihr volles, pudrig-florales Aroma entfaltet, zählt sie zu den aufwendigsten und teuersten Botanicals der gesamten Gin-Produktion. In Europa wird Magellan Gin mit 44 % vol. abgefüllt.

Verkostung des Magellan Gin:

In der Nase eröffnen Gewürznelke und Cassiarinde das Aromenbild, begleitet von Orangenschale und Koriander, während klarer Wacholder und eine zarte, pudrig-florale Irisnote im Hintergrund mitschwingen. Am Gaumen zeigt sich der Magellan Gin bittersüß und erdig: Gewürznelke und Cassia dominieren zunächst mit einer fast kakaoartigen Tiefe, die von hellen Zitrusnoten aufgehellt wird, bevor Kardamom und Muskatnuss für zusätzliche würzige Komplexität sorgen. Wacholder bildet dabei eher den Rahmen als das Zentrum des Geschmacksbilds, während die florale Irisnote das Bindeglied zwischen Gewürzwärme und frischer Zitrusschärfe darstellt. Der Abgang ist lang, bittersüß und würzig-zestig, mit einer nachklingenden Gewürzwärme, die erst ganz zum Schluss wieder in einen klaren, sauberen Wacholderton übergeht. Magellan ist damit ein Gin, der Gewürzintensität und florale Eleganz in einem ungewöhnlich ausbalancierten Verhältnis vereint.

Steckbrief Magellan Gin:

Alkoholgehalt: 44 % vol.
Verwendete Botanicals: Elf Botanicals – Wacholder, Iriswurzel und Irisblüte, Gewürznelken, Zimt, Cassia, Orangenschale, Koriander, Süßholz, Paradieskörner, Kardamom, Muskatnuss
Hersteller: Maison Ferrand (Cognac Ferrand), Distillerie d'Angeac, Charente, Frankreich

Vier Destillationen und die namensgebende blaue Iris

Die vierstufige Destillation ist bei Magellan kein bloßes Marketingargument, sondern hat einen klaren technischen Zweck: Die ersten drei Kolonnendestillationen dienen dazu, aus dem Capet-Weizen einen möglichst reinen, neutralen Grundalkohol zu gewinnen, der als sauberes Trägermedium für die Botanicals dient. Erst die vierte Destillation in der kleinen Kupferbrennblase bringt die Aromen der elf Botanicals ins Spiel, wobei die Iriswurzel eine besondere Sonderrolle einnimmt: Sie liefert nicht nur die charakteristische blaue Farbe, sondern auch einen Großteil der floral-pudrigen Komplexität, die den Gin von rein gewürzbetonten Rezepturen abhebt. Diese Kombination aus reinem Grundspirituose und aufwendig separat destillierten Botanicals erlaubt eine präzisere Kontrolle über das Aromenprofil, als es eine einzige gemeinsame Destillation ermöglichen würde – ein Verfahren, das Magellan innerhalb der von Maison Ferrand betriebenen Distillerie d'Angeac auszeichnet.

Verwendung des Magellan Gin

  • Gin & Tonic: Die kräftige Gewürznote aus Nelke, Zimt und Cassia verlangt nach einem ebenso aromatischen Tonic: Fever-Tree Aromatic Tonic Water mit seiner eigenen Gewürzstruktur ergänzt den Gin harmonisch, während Thomas Henry Botanical Tonic die florale Irisnote zusätzlich unterstreicht. Die natürliche blaue Farbe des Gins macht den Drink zudem optisch zu einem echten Blickfang.
  • Cocktail: Aufgrund seiner Gewürzfülle eignet sich Magellan gut als Basis für einen winterlichen Gin Fizz mit Zitronensaft und einem Hauch Honig, in dem die Nelken- und Zimtnoten besonders zur Geltung kommen.

Magellan Gin richtet sich an alle, die einen gewürzbetonten, floral unterlegten Gin abseits klassischer Zitrus-Wacholder-Rezepturen suchen, und ist durch seine natürliche Blaufärbung zugleich ein optisch einprägsames Barregal-Produkt. Im Vergleich zum ebenfalls gewürzreichen Opihr Oriental Spiced London Dry Gin, der seine "Gewürzroute" über Kardamom, Kubebenpfeffer und Chili aus verschiedenen Weltregionen erzählt, verfolgt Magellan mit seiner Widmung an Ferdinand Magellans historische Gewürzhandelsroute eine ähnliche thematische Idee, setzt geschmacklich aber stärker auf warme, weihnachtliche Gewürze wie Nelke und Zimt statt auf schärfere, orientalische Noten. Beide Gins zeigen, wie stark historische Handelsrouten bis heute als Inspirationsquelle für Gin-Rezepturen dienen.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Wacholder3/5
Zitrus2/5
Kräuter/Blumig4/5
Würze4/5

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