Herstellung des Drumshanbo Gunpowder Irish Gin:
Drumshanbo Gunpowder Irish Gin stammt aus The Shed Distillery, die der irische Unternehmer PJ Rigney im Dezember 2014 im nordwestirischen Drumshanbo, County Leitrim, gründete. Untergebracht ist die Brennerei in einer ehemaligen Marmeladenfabrik, die zu einer voll funktionsfähigen Destillerie mit angeschlossenem Besucherzentrum umgebaut wurde; Besucher können dort im Rahmen der Führung "The Curious Journey" die Produktion besichtigen und in der botanischen Glashaus-Bar "Honey Badger Bar" Cocktails verkosten. Neben dem Gin produziert The Shed Distillery auch den Drumshanbo Single Pot Still Irish Whiskey sowie den Sausage Tree Vodka.
Das namensgebende Alleinstellungsmerkmal des Gins ist die Verwendung von Gunpowder-Grüntee als eigenständiges Botanical – eine ungewöhnliche Wahl, die dem Iren-typischen Teebewusstsein Rechnung trägt und dem Destillat eine florale, leicht herbe Tee-Note verleiht, wie sie kein anderer bekannter Gin in dieser Form nutzt. Ergänzt wird der Tee um frische Zitrusfrüchte und eine Reihe "orientalischer" Botanicals, die gemeinsam mit klassischen Gin-Zutaten wie Wacholder destilliert werden. Abgefüllt wird der Gin mit 43 % vol. Der wirtschaftliche und qualitative Erfolg der noch jungen Destillerie zeigt sich unter anderem darin, dass The Shed Distillery bei den Wine Enthusiast Wine Star Awards 2022 als "International Spirit Brand of the Year" ausgezeichnet wurde und mittlerweile über 80 Mitarbeiter beschäftigt – für eine Region wie Leitrim ein bedeutender Arbeitgeber.
Verkostung des Drumshanbo Gunpowder Irish Gin:
In der Nase zeigt sich Drumshanbo Gunpowder Irish Gin frisch und zitrisch, mit einer deutlichen grünen Teenote, die eine florale, leicht grasige Komponente beisteuert und dem Gin sofort eine unverwechselbare Identität verleiht. Wacholder ist vorhanden, tritt jedoch bewusst hinter die Zitrus- und Teenoten zurück. Am Gaumen setzt sich dieser Eindruck fort: Frische Zitrusschalen dominieren zunächst, gefolgt von den würzig-exotischen Botanicals, die dem Gin eine leicht orientalische, warme Tiefe verleihen, während die Gunpowder-Tee-Blätter für eine feine, adstringierende Struktur im Mittelgaumen sorgen. Im Abgang bleibt die Kombination aus Zitrusfrische und Teebitterkeit am längsten bestehen, mit einem sanften, leicht würzigen Nachhall, der den Gin auch pur oder stark verdünnt interessant macht, statt ihn ausschließlich als Tonic-Partner zu betrachten.
Steckbrief Drumshanbo Gunpowder Irish Gin:
Alkoholgehalt: 43 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Gunpowder-Grüntee, frische Zitrusfrüchte, orientalische Gewürzbotanicals
Hersteller: The Shed Distillery, Drumshanbo, County Leitrim, Irland (Gründer: PJ Rigney)
Herstellung im Detail: Tee als Botanical
Dass ausgerechnet Gunpowder-Tee zum Namensgeber und Kernbotanical eines Gins wird, ist ungewöhnlich, ergibt aber angesichts der irischen Teekultur Sinn: Irland zählt traditionell zu den Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Teekonsum weltweit. PJ Rigney übertrug diese kulturelle Verbundenheit auf sein Gin-Rezept und ließ die fest gerollten Gunpowder-Teeblätter gemeinsam mit den übrigen Botanicals destillieren, statt sie nur als nachträgliches Aroma zuzusetzen. Neben der Original-Rezeptur bringt The Shed Distillery inzwischen auch limitierte Editionen auf den Markt, etwa mit kalifornischer Orangenschale oder italienischer Feige und Lorbeer, die das Grundgerüst aus Tee und Zitrus jeweils um eine zusätzliche Facette erweitern. Diese Editionspolitik unterstreicht, wie sehr die Destillerie den Gunpowder-Gin als wandlungsfähige Basis versteht, auf der sich verschiedene aromatische Varianten aufbauen lassen, ohne die charakteristische Tee-Zitrus-Handschrift zu verlieren.
Auch das Umfeld der Destillerie spielt für die Markenidentität eine Rolle: The Shed Distillery hat ihr Besucherzentrum bewusst als Erlebnisort angelegt, an dem sich Produktion, Verkostung und Gastronomie unter einem Dach verbinden – ein Konzept, das in Irland zunehmend zur touristischen Attraktion für kleinere ländliche Regionen wie Leitrim wird und der Marke half, über die irische Heimat hinaus international wahrgenommen zu werden.
Verwendung des Drumshanbo Gunpowder Irish Gin
- Gin & Tonic: Ein fruchtig-herbes Tonic wie East Imperial Grapefruit Tonic Water unterstreicht die Zitrusnoten des Gins, ohne die feine Teebitterkeit zu erschlagen. Alternativ passt ein mediterran-kräuteriges Fever-Tree Mediterranean Tonic Water, das die orientalischen Gewürzbotanicals gut ergänzt.
- White Lady: Die ausgeprägte Zitrusfrische macht den Gin auch in klassischen Sour-Cocktails wie einer White Lady zu einer interessanten, aromatisch vielschichtigeren Alternative zu neutraleren Dry Gins.
Drumshanbo Gunpowder Irish Gin eignet sich für alle, die einen New-Western-Style-Gin mit einer klar erkennbaren, kulturell verwurzelten Identität suchen, statt eines weiteren austauschbaren Wacholderbrands. In seiner Bereitschaft, mit einer ungewöhnlichen Zutat jenseits klassischer Botanicals zu experimentieren, ähnelt er in seiner Grundidee dem schottischen Hendrick's Gin, der mit Rose und Gurke ebenfalls bewusst auf ein Signature-Aroma abseits des Wacholders setzt. Während Hendrick's dabei auf Blumigkeit und Frische zielt, verschiebt Drumshanbo den Fokus in Richtung Tee und Zitrus – ein Beleg dafür, wie unterschiedlich sich die New-Western-Dry-Gin-Kategorie inzwischen ausdifferenziert hat. Der Premium-Preis spiegelt dabei vor allem die aufwendige Tee-Infusion und das international ausgezeichnete Markenprofil wider.
Einordnung & Alternativen
- Bertha's Revenge Irish Milk Gin – ebenfalls irischer Craft-Gin mit ungewöhnlicher Signaturzutat, hier Molkenalkohol statt Gunpowder-Tee.
- Colombo No. 7 Gin – ähnlich exotisch inspiriert, verschiebt den Gewürzschwerpunkt aber weg vom Tee.
- Jaisalmer Indian Craft Gin – setzt ebenfalls auf kulturell verwurzelte Botanicals, hier indische Gewürze statt irischen Tees.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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Je zurückhaltender der Gin, desto zurückhaltender sollte das Tonic sein — die Grundregel richtet sich nach dem dominanten Botanical, nicht der Marke.
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