Herstellung des Gin Lane 1751:
Gin Lane 1751 wurde von Charles Maxwell entwickelt, einem Destillateur in achter Generation, dessen Familie seit dem späten 17. Jahrhundert im Spirituosenhandwerk tätig ist. Den Anstoß zur Marke lieferte ein persönlicher Fund: Während seiner Amtszeit als Master der Worshipful Company of Distillers, der traditionsreichen Londoner Zunft der Destillateure, entdeckte Maxwell in den Archiven der Gesellschaft die Lehrbriefe eines Vorfahren, die bis in die 1680er-Jahre zurückreichten. Dieser Fund inspirierte ihn dazu, einen Gin im Stil des viktorianischen London Dry Gin für das 21. Jahrhundert neu zu interpretieren – daher auch der Name der Marke, der auf das Jahr 1751 verweist, in dem der englische Gin Act erlassen wurde und damit eine der bekanntesten Epochen der Londoner Gin-Geschichte markierte.
Gebrannt wird Gin Lane 1751 bei Thames Distillers im Südosten Londons, einer ehemaligen viktorianischen Mineralwasser-Abfüllanlage am Rand des einstigen Grand-Surrey-Kanals, in der Charles Maxwell seit Mitte der 1990er-Jahre als Master Distiller tätig ist. Zum Einsatz kommen dort zwei traditionelle 500-Liter-Brennblasen mit den Namen „Tom Thumb" und „Thumbelina", wobei Tom Thumb vom renommierten Kesselbauer John Dore gefertigt wurde. Die acht Botanicals der Rezeptur – Wacholder, Koriander, Angelikawurzel, Orriswurzel, Zitronen- und Bitterorangenschale, Cassia-Rinde sowie Sternanis – mazerieren vor der Destillation 24 Stunden im Getreidealkohol, um eine möglichst vollständige Aromaextraktion zu gewährleisten. Der Rohbrand erreicht dabei eine Stärke von rund 82 % vol., bevor er auf die finale Trinkstärke von 40 % vol. herabgesetzt wird. Maxwells jahrzehntelange sensorische Erfahrung entscheidet dabei über den exakten „Herzstück"-Schnitt, bei dem die unerwünschten Vor- und Nachläufe der Destillation verworfen werden.
Verkostung des Gin Lane 1751:
In der Nase präsentiert sich Gin Lane 1751 klassisch wacholderbetont, begleitet von einer warmen Zitrusnote aus Zitronen- und Bitterorangenschale sowie einem Hauch würziger Cassia-Süße. Am Gaumen zeigt sich ein geradliniges, traditionelles London-Dry-Profil: kräftiger Wacholder trifft auf erdige Angelikawurzel und eine feine florale Note von Orriswurzel, während Sternanis eine dezente anisartige Süße beisteuert, die den Gesamteindruck angenehm abrundet, ohne aufdringlich zu wirken. Cassia-Rinde liefert eine warme, leicht scharfe Würze im Mittelgaumen. Der Abgang ist trocken, mittellang und von einer feinen Zitrusnote geprägt, die zusammen mit dem Wacholder noch eine Weile nachklingt. Insgesamt handelt es sich um einen unkomplizierten, gut ausbalancierten London Dry Gin ohne extravagante Botanicals, der seine viktorianische Inspiration in der geradlinigen, klassischen Aromenführung erkennen lässt.
Steckbrief Gin Lane 1751:
Alkoholgehalt: 40 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Koriander, Angelikawurzel, Orriswurzel, Zitronenschale, Bitterorangenschale, Cassia-Rinde, Sternanis
Hersteller: Thames Distillers, London (Rezeptur: Charles Maxwell / Gin Lane 1751)
Ein Fund im Zunftarchiv als Ausgangspunkt einer Marke
Die Entstehungsgeschichte von Gin Lane 1751 ist eng mit der Worshipful Company of Distillers verknüpft, jener 1638 gegründeten Londoner Zunft, die traditionell die Standards des britischen Destillier-Handwerks mitgeprägt hat. Als Charles Maxwell 2008/2009 zum Master der Gesellschaft gewählt wurde, stieß er in deren historischem Archiv auf die Lehrbriefe eines eigenen Vorfahren aus den 1680er-Jahren – ein Beleg dafür, wie weit die Destillier-Tradition seiner Familie tatsächlich zurückreicht. Dieser archivarische Fund lieferte die Grundlage für das Konzept der Marke: einen Gin zu schaffen, der bewusst an die viktorianische Ära des London Dry Gin anknüpft, jene Zeit, in der sich der heute weltbekannte Stil in den Brennereien der Stadt endgültig herausbildete. Statt auf moderne, botanicals-reiche Rezepturen zu setzen, hält sich Gin Lane 1751 mit acht klassischen Zutaten bewusst zurück und positioniert sich damit als Hommage an eine frühere, reduziertere Epoche des Londoner Gin-Handwerks.
Verwendung des Gin Lane 1751
- Gin & Tonic: Der klassische, wacholderbetonte Charakter harmoniert gut mit einem neutralen, nicht zu bitteren Tonic wie Schweppes Indian Tonic Water oder Goldberg & Sons Tonic Water; eine Zitronenzeste unterstreicht die Zitrusnoten der Rezeptur zusätzlich.
- Dry Martini: Als geradliniger London Dry Gin mit klassischem Aufbau eignet sich Gin Lane 1751 auch für einen traditionellen Dry Martini, in dem sein Zitrus-Wacholder-Profil klar zur Geltung kommt.
Gin Lane 1751 richtet sich an alle, die einen unkomplizierten, klassisch gebauten London Dry Gin mit einer nachvollziehbaren historischen Erzählung suchen, ohne dass die Rezeptur selbst experimentelle Botanicals verlangt. Im Vergleich zum ebenfalls in London ansässigen City of London Gin zeigt sich Gin Lane 1751 traditioneller und reduzierter in der Botanical-Auswahl, während City of London mit einer größeren Zutatenvielfalt einen etwas moderneren Ansatz verfolgt. Wer die Geschichte der Worshipful Company of Distillers und der viktorianischen Gin-Ära schätzt, findet in Gin Lane 1751 eine Marke, deren Konzept unmittelbar aus dieser Tradition heraus entstanden ist. Preislich liegt die Flasche im soliden Mittelfeld – angemessen für einen Gin mit derart nachvollziehbarer Handwerksgeschichte.
Einordnung & Alternativen
- Boodles London Dry Gin – ebenfalls traditionsreich und reduziert in der Botanical-Liste, dabei etwas trockener im Abgang.
- Booth's London Dry Gin – historische Marke mit ähnlich geradliniger, aber weniger würziger Wacholder-Zitrus-Struktur.
- Langley's No. 8 Gin – nutzt eine historische Rezeptur mit acht Botanicals, dabei spürbar fruchtiger als Gin Lane 1751.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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