Herstellung des Skin Gin:
Die Idee zum Skin Gin entstand 2014, als der Schiffsmakler Martin Jensen im Mittelmeer schwimmen war und beschloss, für Geschäftspartner einen eigenen Gin als Weihnachtsgeschenk zu entwickeln. Zusammen mit einem Meister-Destillateur feilte er über rund 21 Testansätze an der Rezeptur, bis acht Monate später die erste Flasche mit 42 % vol. fertig war. Produziert wird der Gin bis heute in einer kleinen Manufaktur in Buxtehude im Alten Land, jener Obstbau-Region südwestlich von Hamburg, die der Marke auch eine ihrer Editionen ("Altes Land Edition") gab. Aus dem ursprünglichen Ein-Mann-Projekt ist mittlerweile ein Unternehmen mit rund einem Dutzend Mitarbeitenden geworden, das seine Flaschen inzwischen auch nach Dänemark, Belgien, Großbritannien, in die Schweiz sowie nach Hongkong und Singapur exportiert.
Was Skin Gin unabhängig vom Geschmack zunächst auffällig macht, ist die Optik: Die quadratische, parfümflakon-artige Flasche ist mit einer taktilen, lederähnlichen Kunsthaut umhüllt, die in verschiedenen Editionen unterschiedliche Muster trägt – von schlichten Farbtönen bis zur Reptil-Optik der "Edition Reptil", die dem Produkt seinen Namen einbrachte. Gefertigt wird diese Verpackung von Hand bei einem bayerischen Familienbetrieb, während die eigentliche Destillation in Kupferbrennblasen in Norddeutschland stattfindet. Sieben handverlesene Botanicals – marokkanische Minze als dominante Note, Wacholder aus deutschem Anbau, Orangen- und rosa Pampelmusenschalen aus Spanien, Zitrone und Limette aus Italien sowie Koriander aus Vietnam – werden dabei einzeln destilliert, um die jeweiligen ätherischen Öle möglichst vollständig und sortenrein herauszulösen, bevor sie zum fertigen Destillat verschnitten werden.
Verkostung des Skin Gin:
In der Nase dominiert unmittelbar die marokkanische Minze mit einer kühlen, fast mentholartigen Frische, die von Zitrusnoten aus Orange, Limette und Zitrone unterlegt wird. Wacholder ist im Hintergrund präsent, tritt aber deutlich hinter die minzig-krautige Hauptnote zurück – ein bewusster Kontrast zu klassischen, wacholderdominierten Gins. Am Gaumen setzt sich dieser Eindruck fort: Die Minze bleibt tragend, während die Grapefruit- und Orangenschalen für eine saftig-bittere Zitrusebene sorgen und Koriander eine leicht würzig-blumige Facette beisteuert. Insgesamt wirkt der Skin Gin dadurch eher krautig-erfrischend als klassisch trocken-wacholderig. Im Abgang bleibt vor allem die Kühle der Minze zusammen mit einer feinen Zitrusbittere bestehen, während die Alkoholschärfe bei 42 % vol. gut eingebunden ist. Wer einen traditionellen, waldig-harzigen Wacholdergin erwartet, wird hier überrascht – wer offen für eine minzig-frische Interpretation ist, findet einen ungewöhnlich eigenständigen Gin.
Steckbrief Skin Gin:
Alkoholgehalt: 42 % vol.
Verwendete Botanicals: Marokkanische Minze, Wacholder, Orangenschale, rosa Pampelmusenschale, Zitrone, Limette, Koriander
Hersteller: Skin Gin GmbH, Buxtehude/Altes Land, Deutschland
Die auffällige Verpackung: Marketing-Idee mit Wiedererkennungswert
Ungewöhnlich ist bei Skin Gin nicht nur die Rezeptur, sondern vor allem das Gesamtkonzept der Marke: Statt auf klassisches Glasetikett setzt Skin Gin seit der Gründung konsequent auf die haptische Kunsthaut-Umhüllung der Flasche, die in zahlreichen Editionen (etwa München, Hamburg, Blanc oder eben Reptil) unterschiedliche Farben und Strukturen zeigt und die Flasche eher wie ein Designobjekt als eine klassische Spirituose wirken lässt. Diese konsequente Differenzierung über das Produktdesign hat der Marke innerhalb weniger Jahre eine auffällige Position im deutschen Gin-Markt verschafft und ihr auch prominente Fürsprecher eingebracht, etwa den TV-Koch Tim Mälzer sowie mehrere sternedekorierte Küchenchefs, die den Gin in ihren Betrieben ausschenken. Wer sich stärker für Fakten zu Discounter-Gins interessiert, findet dazu ergänzend den Wissens-Artikel Gin bei Discountern auf Gin-Time.de – Skin Gin selbst wird allerdings ausschließlich über den Fachhandel und die eigene Website vertrieben, nicht über Discounter.
Verwendung des Skin Gin
- Gin & Tonic: Da die Minznote im Vordergrund steht, verträgt sich Skin Gin besonders gut mit einem zurückhaltend-fruchtigen Tonic wie dem Fever-Tree Elderflower Tonic Water, das die blumig-krautigen Aromen unterstützt, ohne die Minze zu überdecken. Auch ein klassisches Thomas Henry Tonic Water funktioniert gut als neutrale Bühne für die Botanicals. Frische Minzblätter als Garnitur unterstreichen den Charakter zusätzlich.
- Cocktail: Durch seine ausgeprägte Minz- und Zitrusnote eignet sich Skin Gin auch als Basis für einen Southside oder eine gin-basierte Variante des Mojito, in denen die kühlende Krautigkeit gut zur Geltung kommt.
Skin Gin richtet sich damit weniger an Puristen, die einen klassischen London Dry Gin suchen, sondern an Menschen, die Spaß an einem auffälligen Design und einer ungewöhnlichen, minzig-frischen Geschmacksrichtung haben – ideal etwa als Geschenk oder Gesprächsthema auf einer Party. Wer die minzig-krautige Ausrichtung mag, aber einen etwas komplexeren botanischen Aufbau sucht, kann zum Vergleich auch einen Blick auf Bareksten Botanical Gin werfen, der ebenfalls mit ungewöhnlichen, nicht klassisch wacholderdominierten Botanicals arbeitet, dabei aber stilistisch trockener und weniger auf eine einzelne Leitnote ausgerichtet bleibt. Der Premium-Preis von Skin Gin erklärt sich nicht zuletzt durch die aufwendige, handgefertigte Kunsthaut-Verpackung, die über die reine Destillatqualität hinausgeht.
Einordnung & Alternativen
- The Duke Munich Dry Gin – deutscher Craft-Gin mit klassischerer, ausgewogener Botanical-Struktur statt der dominanten Minznote von Skin Gin.
- Gretchen Schwarzwald Dry Gin – setzt auf Schwarzwälder Kräuter statt marokkanischer Minze, bei ähnlichem Premium-Preisniveau.
- Monkey 47 Dry Gin – deutlich botanisch komplexer und preislich im Super-Premium-Segment statt auf eine Leitnote wie Minze fokussiert.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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